Web-Interface für die Erstellung von Nagios-Konfigurationen

System unter Kontrolle

Freie Web-Interfaces, die Nagios-Konfigurationen abbilden sind rar. Seit 2005 existiert mit NagiosQL ein Open-Source-Projekt, mit dem sich in Version 3 nun auch komplexe Nagios-Installationen einfach administrieren lassen.

Nagios ist der Platzhirsch auf dem Feld des Monitoring und bietet Administratoren ein umfangreiches Framework zur Überwachung der kompletten Systemlandschaft. Der Komplexität sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Server, Dienste, Prozesse, Anwendungen und Netzwerkkomponenten lassen sich mit Nagios überwachen. Dabei entstehen meist umfangreiche, mitunter schon recht unübersichtliche Konfigurationsdateien. An diesem Punkt setzt NagiosQL an: Die PHP-Anwendung erlaubt es, auch komplexe Nagios-Konfigurationsdateien bequem per Webbrowser zu verwalten.

Nagios

Mit mehr als 250 000 Benutzern und einer Entwicklungszeit von über zehn Jahren gilt Nagios heute beinahe als Standard für Monitoring auf Enterprise-Niveau. Eine der Stärken des Open-Source-Projekts ist die sehr aktive Community, deren Mitglieder bereits über 200 Plugins für die verschiedensten Komponenten entwickelt und veröffentlicht haben. Ein Ergebnis der großen Popularität ist, dass es fertige Pakete für alle gängigen Linux-Distributionen gibt. Aber auch unter mehr oder weniger exotischen Unix-Systemen wie Sun Solaris, IBM AIX oder HPUX lässt sich Nagios kompilieren und betreiben. Der Source-Code, die komplette Dokumentation sowie Quickstart-Anleitungen für Ubuntu, Open Suse und Fedora finden sich auf der Nagios-Website [1].

Zahlreiche Artikel im ADMIN beziehungsweise dem Admin-Sonderheft, sowie Bücher von Wolfgang Barth [2] oder auch Wojciech Kocjan [3] erleichtern den Einstieg in die umfangreiche Materie. Nach Erfahrung das Autors fällt es gelernten Windows-Administratoren meist schwer, sich mit Vi oder ähnlichen Vertretern der Unix-Welt der Nagios-Konfiguration zu nähern. In Microsoft-Umgebungen spielt die Usability meist eine ebenso wichtige Rolle wie Lizenzkosten, die Flexibilität oder auch die Plattformunabhängigkeit eines Produkts. NagiosQL versucht die Kluft zwischen guter Usability und komplexer Nagios-Konfigurationen zu schließen und bietet damit nicht nur Windows-Administratoren einen bequemen Lösungsansatz.

NagiosQL

Programmierer Martin Willisegger hob NagiosQL vor gut vier Jahren aus der Wiege, als sein damaliger Arbeitgeber eine Web-Oberfläche zur Verwaltung von Nagios-Konfigurationen benötigte. Mit NagiosQL lassen sich Konfigurationen für Hosts, Services, Kontakte sowie deren Gruppen und Vorlagen erstellen, verändern, löschen oder auch kopieren. Die PHP-Anwendung speichert die Konfiguration in einer MySQL-Datenbank und exportiert sie per Knopfdruck in die passenden Nagios-Verzeichnisse. Bestehende Nagios-Konfigurationsdateien der aktuellen Version 3 wie auch der vorherigen Version lassen sich importieren. NagiosQL eignet sich daher auch für Migrationen und Nagios-Updates, da es die Daten im Nagios-2-Format einlesen und im Nagios-3-Format exportieren kann. Seit Anfang 2009 steht NagiosQL in der Version 3.0.x unter [4] zum Download zur Verfügung.

Neues in Nagios 3

Mit der aktuellen Version sind folgende Verbesserungen hinzugekommen:

  • Unterstützung der Nagios-3-Syntax inklusive verschachtelter Vorlagen (Templates)
  • Verbesserte Oberfläche (GUI)
  • Mehrsprachigkeit (Version 3.0.x enthält sieben Sprachen)
  • Installations- und Updateassistent
  • Such- und Sortierfunktionen
  • Integriertes Hilfesystem
  • Erweitertes Logbuch
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