Netzwerke mit Zenoss überwachen

Der Aufpasser

Wer die verschiedenen Komponenten seinen Netzwerks kontinuierlich überwachen will, kann aus einer Reihe von Tools auswählen. Zenoss übernimmt das Monitoring von SNMP-fähigen Netzwerkkomponenten, Linux-Servern und sogar Windows-Maschinen.

Auch wenn in den letzten Jahren Nagios als Monitoring-Lösung große Prominenz erlangt hat, gibt es doch noch einige Konkurrenten, die es sich unter die Lupe zu nehmen lohnt. Einer von ihnen ist Zenoss, das ebenfalls mit einem Webinterface und vielfältigen Möglichkeiten zur Konfiguration überzeugt. Tatsächlich kann es sogar selbst Nagios-Plugins verwenden. Neben dem Einsatzzweck als Status-Monitor kann Zenoss auch Performance und Trends überwachen. (Abbildung 1). Dieser Artikel beschreibt, wie Sie Zenoss installieren und damit das Netzwerk überwachen.

Abbildung 1: Die Performance-Graphen von Zenoss helfen Trends erkennen und unterstützen damit die Ressourcenplanung.

Standardmäßig bringt Zenoss Voreinstellungen für eine ganze Reihe zu überwachende Geräte mit, zum Beispiel Linux-Serer, Switches, Router, ja sogar Windows-Rechner. Fehlende Features sind leicht zu ergänzen. Dazu genügt es, ein neues Modul zu installieren, im Zenoss-Jargon einen so genannten Zenpack.

Besonders nützlich ist der Syslog-Server von Zenoss, der zur zentralen Speicherung der Logdateien in einer Netzwerkumgebung dient. Damit können Sie sich zusätzlich zu den Status- und Performance-Werten sich die Logmeldungen anschauen, was oft der beste Weg ist, um Ursache und Wirkung miteinander zu verknüpfen. Auch die Windows-Maschinen in einer Umgebung bleiben nicht außen vor, weil Zenoss deren Logging über WMI (Windows Management Instrumentation) übernehmen kann.

Protokolle

Neben WMI beherrscht Zenoss das altbekannte SNMP, Ping, Portscans und SSH-basiertes Monitoring. SNMP ist der De-facto-Standard um im Netzwerk Daten zu sammeln, praktisch alle Netzwerkgeräte beherrschen es. Geräte, die weder WMI noch SNMP beherrschen, bleiben immer noch die Ping- und Portscan-basierten Methoden. Per SSH kann sich Zenoss auf anderen Maschinen einloggen und dor beliebige Befehle ausführen, die Monitoring-Daten liefern.

Als Benutzerschnittstelle bietet Zenoss wiederum mehrere Optionen. Die erste ist das Webinterface. Die nützlichste Ansicht bietet die Event-Konsole (Abbildung 2), die dem Administrator Monitoring Events anzeigt und sie dort auch konfigurieren lässt.

Abbildung 2: Die Event-Konsole gibt einen Überblick der Monitoring-Events.

Die meisten Administratoren werden aber wohl nicht die ganze Zeit auf die Event-Konsole starren wollen. Deshalb ist es praktisch, dass Zenoss Alarmmeldungen auch per SMS und E-Mail verschicken kann. Zenoss beeindruckt durch die feine Granularität, die der Anwender für die Alarmmeldungen festlegen kann. Zum Beispiel könnte der Mail-Administrator sich über ein Mailproblem rund um die Uhr informieren lassen, während andere Netzwerkprobleme nur zu Bürozeiten Alarmmeldungen auslösen. Mit Zenoss ist das kein Problem.

Alternativ können Sie sich direkt auf Ihrem grafischen Desktop informieren lassen, in Form eines Applets namens Zapplet. Es zeigt Status und Event-Informationen in der Statusleiste des Desktops an und läuft auf den meisten Desktops, die Gtk2 unterstützen.

Installation

Am einfachsten lässt sich Zenoss als distributionsspezifisches Paket installieren, oder aber als kompletter Stack, der alles nötige enthält. Zusätzlich gibt es Zenoss natürlich im Quellcode oder auch als virtuelle Appliance für VMware und Co.

Der Stack-Installer enthält Abhängigkeiten wie MySQL und bringt einen grafisches Installationsprogramm mit, der durch die Installation führt. Auf der anderen Seite integriert sich diese Variante nicht in das Paketmanagement des Systems. Die meisten Installationen der Zenoss-Community-Variante haben die Distributionen Red Hat Enterprise Linux 5 und Cent OS 5 vorzuweisen. Auf diesen Systemen lässt sich Zenoss leicht über RPM-Pakete installieren, die auf der Zenoss-Homepage zu finden sind. Haben Sie das RPM heruntergeladen hat, installieren Sie es mit dem folgenden Befehl:

yum localinstall --nogpgcheck ./zenoss-↩
<I>Version<I>.rpm

Wenn die MySQL-Datenbank nicht ohnehin schon läuft, muss der Administrator sie für den regelmäßigen Start aktivieren und dann einmal von Hand starten:

/sbin/service mysqld start
/sbin/chkconfig mysqld on

Damit Zenoss mit anderen Servern kommunizieren kann, müssen die folgenden Ports offen sein:

  • 8080 TCP – web interface
  • 162 UDP – SNMP trap
  • 514 UDP – Syslog

Beim Start initialisiert Zenoss die Datenbank. Von Haus aus nimmt Zenoss an, dass das Passwort des MySQL-Root-Benutzers leer ist und dass die Datenbank auf demselben Rechner läuft. Wenn das nicht der Fall ist, muss der Zenoss-Verwalter die Datei »/opt/zenoss/bin/zenoss_init_pre« editieren.

Tatsächlich ist es in der Community ein bisschen umstritten, die Datenbank auf der gleichen Maschine laufen zu lassen wie das Monitoring-System. Experten raten häufig dazu, als Datenbank-Server einen extra Rechner zu verwenden. Andererseits stellt ein weiteres Stück Hardware im Regelfall auch eine zusätzliche Fehlerquelle dar.

Wo auch immer die Datenbank liegt, der folgende Befehl startet Zenoss und initialisiert sie:

/sbin/service zenoss start

Das Webinterface ist anschließend über die Adresse »http://Zenoss-Host:8080« zu erreichen. Der Default-Username ist »admin« , das entsprechende Passwort »zenoss« .

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