Partitionen klonen und sichern mit Clonezilla

Jurassic Park

Clonezilla Live sichert und klont ganze Partitionen oder Festplatten. Das beliebte Live-System besticht dabei mit einer leicht bedienbaren Benutzeroberfläche.

Quittiert die einzige Festplatte des Systems mit einem metallischen Klackern den Dienst, ist das schon für sich genommen recht ärgerlich. Das dicke Ende steht aber erst noch an: Eine Ersatzplatte lässt sich zwar schnell beschaffen und einbauen, dann jedoch beginnt ein zeitraubender Installationsmarathon. Bis das gesamte System mit den persönlichen Einstellungen und lieb gewonnenen Hintergrundbildern steht, vergeht durchaus einmal ein Tag – oder auch zwei. Wer in dieser Situation eine Sicherheitskopie der gesamten Platte zur Hand hat, arbeitet nach einer Stunde wieder weiter, als wäre nichts gewesen.

Konservierungsmittel

Im gut sortierten Einzelhandel findet man zahlreiche Programme, die ein solches Komplettbackup per Knopfdruck erstellen – vorausgesetzt, man öffnet zuvor seine Brieftasche. Eine kostenlose Alternative zu proprietären Werkzeugen wie True Image, Drive Image und Norton Ghost bildet das quelloffene Clonezilla [1]. Es liest wahlweise eine Partition oder gleich die ganze Festplatte Bit für Bit aus. Die Daten landen dann entweder als Sicherungskopie in einer (recht großen) Datei, dem so genannten Image, oder aber direkt auf einem zweiten Datenträger. Auf diese Weise lässt sich eine Festplatte rasch klonen, beispielsweise wenn man auf einen neuen Computer umsteigt und dabei sein altes System mitnehmen möchte.

Clonezilla gibt es in zwei Varianten: Dem Hausgebrauch dient Clonezilla Live, das von einer CD oder einem bootfähigen USB-Stick startet und von dort aus eine Partition auf einen weiteren angeschlossenen Datenträger sichert. Auf Wunsch verschickt Clonezilla Live die Abbilder auch über das Netzwerk, etwa an einen NFS-, SSH- oder Samba-Server. Das ist besonders im Heimnetzwerk oder in Schulungsräumen nützlich, wo man so regelmäßig die Festplattenabbilder auf einem kleinen NAS ablegen kann. Die Spezialversion Clonezilla Server Edition klont über ein Netzwerk sogar die Festplatten mehrerer Rechner gleichzeitig, erfordert dafür aber auch eine spezielle Umgebung (siehe Kasten "Clonezilla SE").

Clonezilla SE

Die Clonezilla Server Edition, kurz Clonezilla SE, ist Bestandteil eines so genannten DRBL-Servers. Die Abkürzung steht für Diskless Remote Boot in Linux, was gleichzeitig die Arbeitsweise beschreibt: Die angeschlossenen Client-Computer booten nicht von ihrer internen Festplatte, sondern über das Netzwerk. Der DRBL-Server übergibt dann das für den Betrieb notwendige Linux-System an die beteiligten Rechner. Auf diese Weise erlangt auch Clonezilla SE Zugriff auf die Datenträger der Computer und kann diese über das Netzwerk gleichzeitig klonen.

Laufwerksfutter

Um die eigene Festplatte zu sichern, wechseln Sie auf die Homepage des Clonezilla-Projekts und entscheiden sich im Download-Bereich für die letzte stabile Version. Möchten Sie Clonezilla Live von einer CD starten, greifen Sie zur ISO-Datei, die Sie anschließend auf eine CD brennen. Besitzer eines USB-Sticks laden das ZIP-Archiv herunter und stellen anschließend sicher, dass der USB-Stick eine als FAT32 formatierte Partition besitzt. Diese mounten Sie, entpacken dann auf ihr das Clonezilla-ZIP-Archiv, wechseln in einem Terminalfenster in das entstandene Unterverzeichnis »utils/linux« und machen den Stick dann über den Befehl »bash makeboot.sh /dev/sdb1« bootfähig, wobei »sbd1« für den Gerätenamen der Partition auf dem Stick steht.

Clonezilla lässt sich aus einem guten Grund nicht wie ein normales Programm aus dem laufenden Linux-System starten: Um eine Partition gefahrenfrei klonen zu können, muss sie ausgehängt sein. Andernfalls könnte Linux während der Sicherung Daten auf die Festplatte schreiben und somit das Image ruinieren. Die Systempartition selbst lässt sich jedoch nicht ohne weiteres aushängen. Folglich bleibt nur, Clonezilla von einem externen Medium zu booten. War das erfolgreich, erscheint der Bildschirm aus Abbildung 1.

Abbildung 1: Der Startbildschirm der Clonezilla Live-CD.

Sofern Sie keine Taste drücken, startet automatisch Clonezilla Live. Kommt es später im laufenden Betrieb zu Grafikproblemen, sollten Sie hier zunächst zu einer geringeren Auflösung wechseln oder gar die »Safe graphic settings« ausprobieren. Bei anderweitigen Hardwareproblemen hilft der »Failsafe mode« . Schließlich kopiert der Punkt »To RAM« noch das komplette Clonezilla-Live-System in den Hauptspeicher. Die CD oder den USB-Stick können Sie dann aus dem Laufwerk nehmen beziehungsweise vom Rechner abziehen. Das ist besonders nützlich, wenn Sie nur noch über einen freien USB-Port verfügen, wie etwa auf Netbooks. Die Auswahl steuern Sie – wie auch im späteren Verlauf – mit den Pfeiltasten, die Eingabetaste löst die markierte Aktion aus.

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Systeme mit Vamigru verwalten

Auch wer nur kleine Flotten von Linux-Servern verwaltet, freut sich über Werkzeuge, die ihm diese Arbeit erleichtern. Vamigru tritt mit diesem Versprechen an. Wir verraten, was es leistet und wie Sie es in der eigenen Umgebung in Betrieb nehmen. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Container

Wie setzen Sie Container ein?

  • Gar nicht
  • Docker standalone
  • Docker mit Kubernetes
  • Docker mit Swarm
  • Docker mit anderem Management
  • LXC/LXD
  • Rocket
  • CRI-O auf Kubernetes
  • Container auf vSphere
  • Andere (siehe Kommentare auf der Ergebnisseite)

Google+

Ausgabe /2018

Microsite