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Bücher über PostgreSQL und Debian-Server

Vorgelesen

Obwohl viele Datenbankexperten PostgreSQL für die bessere Datenbank halten, benutzen die meisten MySQL. Ein PostgreSQL-Buch könnte einige umstimmen. Ein dicker Debian-Schinken macht klar, warum für beide das freie Linux die beste Basis ist.
Mathias Huber

Zweites Buch

PostgreSQL gilt gegenüber MySQL als der ewige Zweite bei den Open-Source-Datenbanken. Ein Indiz dafür ist etwa die Menge verfügbarer Sekundärliteratur Amazon beispielsweise kennt gut zehnmal so viele MySQL-Bücher wie solche über Postgres. Ein aktueller Titel schließt nun ein Stück weit auf.

"PostgreSQL" heißt der umfassende Datenbankschmöker von Andreas Scherbaum, der auf über 500 Seiten viele Facetten der Datenbank sehr detailliert und praxistauglich darstellt. Vorkenntnisse sind kaum vonnöten, so erläutert das Einstiegskapitel sogar die Installation via Paketmanagement haarklein.

Danach geht es um wichtige Konfigurationsparameter, die Benutzerverwaltung und Programme für die Administration. Weiter ins Eingemachte führen Kapitel über die Datentypen, client- und serverseitige Programmierung, Backup und Restore oder das Performance-Tuning. Die Sachverhalte sind zumeist gut und verständlich erklärt und immer mit zahlreichen Beispielen illustriert. Daneben fallen sehr viele nützliche Querverweise ins Auge. Stellenweise tut der Autor dabei allerdings ein wenig zu viel des Guten: Wo jeder zweite Satz woandershin linkt, leidet der Lesefluss.

An wenigen Stellen wäre mehr Ausgewogenheit angebracht: So führt der Autor etwa in das Kapitel 7 mit der Bemerkung ein, hier ginge es um "PostgreSQL-spezifische Details". Dann werden Tablespaces oder Transaktionen behandelt, die sich nicht nur so oder ähnlich in fast jeder heutigen Datenbank finden sondern auch Teil des SQL-Standards sind. Weiter verwundert es ein wenig, weshalb der Datenbankschnittstelle ODBC ein Unterkapitel gewidmet ist, das mindestens ebenso verbreitete JDBC aber nicht einmal einen Indexeintrag wert ist. Auch das Stichwort Verfügbarkeit, ein großes Datenbankthema, sucht man vergeblich im Register. Immerhin behandelt das Backup-Kapitel verschiedene Möglkichkeiten der Replikation, schweigt aber zu Clustern – da hat nämlich MySQL die Nase vorn.

Sieht man über wenige kleine Schwächen hinweg ist das Buch jedoch eine fraglos gelungene und umfassende Einführung in die Arbeit mit PostgreSQL, die man allen bedenkenlos empfehlen kann, die sich mit dieser Datenbank näher beschäftigen möchten.

Solides Pflichtprogramm

Der Band "Linux-Server mit Debian GNU/Linux" von Eric Amberg ist ein umfassendes Linux-Handbuch, das von Apt-get bis zum Zertifikat für SSL kaum ein Thema auslässt. Lediglich der Kernel kommt mit nur 16 Seiten bei einem Umfang von fast 900 deutlich zu kurz. Das Buch, nun in 2. Auflage erschienen, beschreibt ausschließlich Debian, inklusive Version 5.0 mit dem Codenamen Lenny.

Dementsprechend beschreibt der Autor nur Dpkg als Paketmanager, RPM entfällt. Ansonsten behandeln die ersten Kapitel alle Grundlagen, wie sie auch in den LPIC-1 Prüfungen gefragt sind: Installation, Benutzerverwaltung, Arbeit auf der Shell. Das Shell-Skripting-Kapitel geht Schritt für Schritt vor und nimmt am Ende Code aus der Praxis auseinander, nämlich das Systemskript »/etc/init.d/rc« . Runlevels, Init-System, Logging und Backup vervollständigen das Grundwissen. Als Zugabe gibt es noch den Umgang mit USB-Wechselmedien und das X-System, womit sich das Buch auch auf Desktopsysteme anwenden lässt.

Im seinem zweiten Teil wendet sich das Buch nach TCP-/IP-Grundlagen und Netzwer-Diagnosetools den eigentlichen Server-Themen zu: Debian als Server für ein kleines Büro mit DHCP, NFS, Samba und Cups. Dabei empfiehlt der Autor zurecht, alle Konfigurationen zunächst in einem Labor-Netzwerk zu testen.

Zusätzlich soll Debian-Host als Intranet-Webserver mit Apache, PHP und MySQL dienen. Glücklicherweise haben sich Autor und Verlag verkniffen, an dieser Stelle einen SQL- und PHP-Kurs in das Admin-Buch zu packen uns beschreänken sich aufs Nötigste. Der weitere Verlauf des Buchs versetzt den Host als Root-Server ins Internet samt SSL und DNS. Bei den Mailservern behandelt Amberg Postfix, Courier und Cyrus-SASL.

Das Buch endet mit einem Firewall-Skript und einigen gültigen Faustregeln zur Absicherung eines Root-Servers. Leider holt der Autor hier nicht nach, was er im SSH-Kapitel versäumt hat: Dem Leser zu erklären, wie und warum er bei der ersten Verbindung die Authentizität der Gegenstelle bestägtigen soll.

So bietet das Buch viele Themen, lässt aber dabei einige zu kurz kommen. An anderen Stellen wie etwa Posix-ACLs ist es dafür vergleichbaren Handbüchern überlegen. Es handelt sich um solide Einsteigerlektüre, die der Leser ab und zu mit dem Nachschlagen in themenspezifischen Büchern ergänzen sollte.

Info

Andreas Scherbaum PostgreSQL Open Source Press, 2009 520 Seiten ISBN 978-3-937514-69-7 40 Euro

Info

Eric Amberg Linux-Server mit Debian GNU/Linux Mitp, 2009 900 Seiten ISBN 978-3-8266-5520-3 50 Euro

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