Eigenes NAS mit FreeNAS

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Mit FreeNAS entsteht in wenigen Minuten ein individuelles NAS (Network Attached Storage). Im Gegensatz zu Lösungen von der Stange bleibt es flexibel erweiterbar und bietet einen Funktionsumfang, den sonst nur teuere Geräte liefern – und das alles zum Nulltarif.

Wer in einem Netzwerk schnell und unkompliziert Speicherplatz bereitstellen möchte, kauft ein kleines, kompaktes Gerät, stöpselt es an das Rechnernetz, zupft ein paar Einstellungen zurecht und bestückt es mit Daten. Ein solches Network Attached Storage, kurz NAS, bildet sozusagen die Kompaktwagenklasse unter den Dateiservern. Aufgrund ihrer unkomplizierten Handhabung sind derartige Geräte gerade in kleinen Firmen und überschaubaren Arbeitsgruppen beliebt. Allerdings sind gute NAS-Geräte immer noch recht teuer. Die billigen Varianten aus dem Elektronikmarkt sind meist um interessante Funktionen kastriert und zudem nur schlecht erweiterbar.

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Da ist die Versuchung groß, ein eigenes NAS zu zimmern. Unterstützung für ein solches Projekt findet sich in FreeNAS [1]: Die circa 80 MByte große Software verwandelt ein beliebiges x86-kompatibles System in einen flexiblen Netzwerkspeicher. Wie der Name schon andeutet, basiert FreeNAS auf dem freien Betriebssystem FreeBSD, das abgespeckt und auf den Betrieb als NAS zugeschnitten ist. Die Einrichtung und Konfiguration erfolgt über eine komfortable Weboberfläche. FreeNAS glänzt zudem mit einem Funktionsumfang, den ansonsten nur teure NAS-Systemen bieten. So baut es unter anderem ein Software-RAID auf, verschlüsselt auf Wunsch alle Daten, kann mit dem ZFS-Dateisystem umgehen, fragt via S.M.A.R.T. das Wohlbefinden der Festplatten ab, kennt sich mit iSCSI aus und mag GUID Partitionstabellen (GPT), die beispielsweise auf aktuellen Apple-Rechnern zum Einsatz kommen. Als Administrator muss man lediglich etwas Wissen um die geplanten Zugriffstechniken und Dienste, wie etwa CIFS/SMB, NFS oder FTP mitbringen.

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Die Hardwareanforderungen sind erfreulich niedrig. So genügt bereits ein alter, ausgemusterter PC mit möglichst großen Festplatten. Der Rechner sollte über mindestens 128 MByte Hauptspeicher verfügen. Wer Software RAID 5 nutzen möchte benötigt mindestens 512 MByte, bei ZFS empfehlen die FreeNAS-Entwickler sogar 1 GByte und einen 64-Bit-Prozessor. Damit die Dateien später zügig durch die Leitung flutschen, empfiehlt siche eine möglichst schnelle Netzwerkkarte. Welche Modelle unter FreeNAS arbeiten, verrät die Hardware Compatibility List auf der Homepage [2]. Weitere Hardwarekomponenten sollte man nur verbauen, wenn man sie auch wirklich benötigt. Das hält zum einen den Energiebedarf niedrig und reduziert zum anderen potentielle Fehlerquellen. Wer bereits einen chronisch unterbeschäftigten Server betreibt, kann FreeNAS dort auch in einer virtuellen Maschine betreiben.

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Ausgabe  04/2014