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Liebe Leserinnen und Leser,

in der Nacht auf den 6. Februar um 3:06 war es endlich soweit: Debian-Entwickler und -Sprecher Alexander Reichle-Schmehl erwähnte noch in einem Nebensatz "We've release now", bevor er sich selbst ins Bett begab. Seit diesem Sonntag kann sich die Linux-Welt an der neuesten Debian-Version erfreuen, rund zwei Jahre nach dem letzten Release haben die Debian-Entwickler nun Version 6.0 "Squeeze" freigegeben.

Wie gewohnt setzen die Debian-Entwickler dabei auf Stabilität, von der nicht nur Endanwender, sondern auch die Entwickler anderer auf Debian basierender Distributionen wie Ubuntu profitieren. So kommt als Kernel die Version 2.6.32 zum Einsatz, den die Linux-Entwickler als lange unterstütztes Long Term Release pflegen. Besonderen Wert legen die Debian-Entwickler darauf, dass die freie Lizenzierung der enthaltenen Software beachtet wird, und haben deshalb einen Großteil "unfreier" Firmware aus der Distribution entfernt.

Squeeze enthält über 10 000 neue und damit insgesamt beinahe 30 000 Software-Pakete. Über 15 000 Pakete wurden dabei aktualisiert. Die Skriptsprache Python ist in den Versionen 2.6.6 und 3.1 enthalten, Perl als 5.10.1, PHP mit 5.3.3 vertreten. Der GNU-Compiler GCC befindet sich auf dem Stand der Version 4.4.5.

Im Server-Bereich liefert Debian 6.0 die Datenbank MySQL auf dem Stand von 5.1.49 aus, bei Postgresql müssen Anwender noch auf die Features der 9.0-Reihe verzichten und sich mit 8.4.5 begnügen. Der Windows-kompatible Datei- und Druckserver Samba 3.5.5 ist ebenso dabei wie der Mailserver Postfix 2.7.1. Bei den Dateisystemen bietet Debian 6.0 nun Ext4 und Btrfs, Standard bleibt aber weiterhin Ext3. RAIDs und LVM-basierte Storage-Systeme lassen sich nun leichter einrichten, als Bootloader dient Grub 2. Die traditionellen Init-Skripts berücksichtigen beim Booten Abhängigkeiten zwischen den Paketen.

Debian 6.0 existiert für neun verschiedene Rechnerarchitekturen, zusätzlich gibt es eine Debian-Distribution mit FreeBSD-Kernel für zwei Architekturen. Dieser ADMIN-Ausgabe liegt eine Multiarch-DVD bei, auf der sich Debian Linux 6.0 für 32- und 64-Bit-Rechner befindet. Zum ersten Mal verwenden wir dafür die so genannte Ecodisc, die sich mit nur halb soviel Energie- und Materialaufwand wie herkömmliche DVDs produzieren und sogar recyclen lässt.

Viel Spaß damit wünscht

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Ausgabe /2014

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