System Center Essentials 2010

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Konzentriert

Über die System Center Essentials können Windows-Administratoren ihre Installationen von virtuellen und realen Servern verwalten. Was die Software im Einzelnen leistet, verrät dieser Artikel
Strom sparender Computereinsatz hilft nicht zuletzt auch Kosten zu senken. ADMIN 02/2011 geht der Frage nach, was Administratoren tun können, damit ihre ... (mehr)

Die System Center Essentials sind eine Server-Technologie zur Verwaltung, Inventarisierung, Software-Verteilung und Betriebsüberwachung von Servern und Arbeitsstationen im Unternehmen [1]. Vor allem die Überwachung der Server, die Diagnose von Fehlern sowie die Inventarisierung und Software-Verteilung stehen dabei im Mittelpunkt. Die Lösung zielt vor allem auf Unternehmen ab, die auf Serverlösungen von Microsoft setzen und zusätzlich Virtualisierung planen oder bereits virtuelle Server einsetzen.

Management von Windows-Servern

Microsoft System Center Essentials (SCE) 2010 richten sich an mittelständische Unternehmen bis maximal 50 Server und 500 Arbeitsstationen. Das Produkt ist eine Weiterentwicklung von System Center Essentials 2007 und basiert auf Technologien aus Microsoft System Center Operations Manager (SCOM), System Center Configuration Manager (SCCM), System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) und den Windows Server Update Services.

Dabei handelt es sich aber nicht nur um eine gemeinsame grafische Oberfläche für diese drei Produkte, Microsoft hat sie für eine optimale Integration ins Netzwerk in SCE 2010 komplett integriert. Während sich SCOM, SCVMM und SCCM als Einzellösungen an größere Unternehmen richten, hat Microsoft SCE für den Mittelstand konzipiert. Die Installation ist wesentlich einfacher und es ist keine komplizierte Serverinfrastruktur notwendig. Microsoft hat die wichtigsten Funktionen der enthaltenen Serverversionen integriert, die Installation mit Assistenten vereinfacht und die Bedienung mit einer einfachen Oberfläche optimiert, die komplexe Administrationsaufgaben einfach macht.

Die Installation des Produkts stellt auch für weniger geübte Administratoren kein Problem dar. Die Virtualisierung hat Microsoft eng in das Installationsprogramm und das gesamte Produkt integriert (Abbildung 1). SCE 2010 enthalten wichtige Funktionen des System Center Virtual Machine Managers (SCVMM), mit dem Unternehmen ihre Hyper-V und VMware-Infrastruktur zentral verwalten können. Existierende Hyper-V-Server lassen sich genauso importieren wie VMware-Systeme. Virtuelle Systeme lassen sich in SCE 2010 erstellen, konfigurieren, verwalten und überwachen. Alle Steuerungselemente dazu finden sich in der zentralen Verwaltungsoberfläche der SCE. Auch das Kopieren von VMs zwischen Hosts ist möglich sowie das intelligente Platzieren von VMs auf einzelnen Servern.

Abbildung 1: Die SCE unterstützen durchgängig Virtualisierung und konvertieren auf Knopfdruck physische Server.

SCE 2010 bieten zusätzlich Funktionen zur Verwaltung, Überwachung, Inventarisierung und Software-Verteilung physischer und virtueller Server und aller Clients im Netzwerk. Sobald in der Konsole ein Fehler oder neuer Computer auftaucht, kann der Administrator über das Kontextmenü die dazu notwendigen Aufgaben anzeigen. Die Übersichtsseiten hat Microsoft im Vergleich zum Vorgänger verbessert und anpassbarer gestaltet.

Die Software unterstützt mit Assistenten die Integration der einzelnen Technologien auch für Administratoren, die keine Spezialisten in diesem Bereich sind. Neben der Überwachung und Diagnose, erstellt SCE auf Wunsch regelmäßig Berichte (Abbildung 2). Schon nach der Installation sind die SCE sehr schnell einsatzbereit, die entsprechende Konfiguration erfolgt wiederum über hilfreiche Assistenten.

Abbildung 2: Umfassende Berichte dokumentieren den Zustand des Netzwerks und dienen der Inventarisierung.

Bestandteil der Berichte ist der aktuelle Status der Server, und zwar physisch wie auch virtuell. Neu ist die Funktion, dass SCE für einzelne physische Server die Virtualisierung vorschlagen kann, wenn diese bestimmte Bedingungen erfüllen. Administratoren sehen in der Verwaltungskonsole, ob die Server problemlos funktionieren, neue Updates zur Verfügung stehen und sich neue Computer im Netzwerk befinden, die angebunden werden wollen. Auch die Inventarisierung von Hardware ist möglich.

Die Überwachungsfunktion der SCE findet Fehler auf den Servern, bevor sie gravierende Auswirkungen haben. Weisen zum Beispiel erste Warnungen in den Ereignisanzeigen auf defekte Hardware hin, oder findet der installierte Agent auf dem Server einen Fehler, informiert die Software automatisch den Administrator. SCE 2010 können Administratoren per E-Mail, Pager oder SMS benachrichtigen. Dazu überwacht die Lösung alle Server im Netzwerk in Echtzeit, egal ob es sich dabei um physische oder virtuelle Maschinen handelt.

Überwachung mit Management Packs

Serverdienste wie Exchange, Active Directory oder SQL überwachen SCE mit speziellen Management Packs bis ins Detail. In diesen Management Packs sind Regeln zur Überwachung spezieller Bereiche des Servers wie Warteschlangen, Verfügbarkeit der Postfächer und so weiter integriert. Die Regeln darf der Administrator individuell anpassen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Überwachung der Server basiert auf Management Packs, die sich in die Konsole integrieren.

Neben den Management Packs, die Microsoft und seine Partner zum größten Teil kostenlos zur Verfügung stellen, liest die Software auch Informationen per SNMP von Routern, Switches oder anderen Geräten aus. Klicken Administratoren eine Warnung oder einen Fehler in der Konsole an, zeigen SCE die mögliche Ursache und Problemlösung in einem Fenster. Über das Kontextmenü zum Fehler schlagen die SCE weitere Diagnosemöglichkeiten und Werkzeuge vor, um den Fehler einzugrenzen.

Für jeden Fehler lässt sich eine eigene, firmenspezifische Lösung hinterlegen. Das hat den Vorteil, dass beim erneuten Auftauchen des gleichen Problems Administratoren spezifische Hinweise erhalten. Eine der in SCE 2010 integrierten Technologien ist der System Center Configuration Manager. Dieser stellt neben automatischer Software-Verteilung auch eine vollständige und automatisierte Hard- und Software-Inventarisierung zur Verfügung, die sich in der gleichen Oberfläche verwalten lassen wie die anderen Funktionen. Auch hier kann SCE wieder Berichte erstellen, die übersichtlich gestaltet sind und sich im PDF-, Word- oder Excel-Format exportieren lassen. Neue Computer erfasst SCE automatisch und bindet diese in die Überwachung und Inventarisierung ein (Abbildung 4).

Abbildung 4: Computer lassen sich automatisiert über Assistenten einbinden.

Über das Kontextmenü kann der Administrator auch festlegen, welche Software-Pakete SCE automatisch auf dem Computer installieren soll. Durch die Integration von SCOM, SCCM und WSUS bieten die SCE alle notwendigen Funktionen einer Client-Lifecycle-Management (CLM)-Suite. Da auch eine Fernwartungs-Funktion enthalten ist, lassen sich alle angebundenen Geräte direkt über SCE auf Basis des Remote Desktops zu Support-Zwecken unterstützen.

Über den Software-Bereich der Konsole kann der Administrator anzeigen, auf wie vielen Computern eine spezielle Anwendung installiert ist. Alle dazu notwendigen Aufgaben und Informationen sind weitgehend selbsterklärend über den jeweiligen Menüpunkt im Kontextmenü erreichbar. Tritt auf einem Rechner ein Fehler auf, erhält der Administrator eine Übersicht da-rüber, welche Hardware im Computer steckt, welche Software installiert und wie die aktuelle Auslastung des Systems ist (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die SCE zeigen die auf den überwachten Servern aufgetretenen Fehler in einer zentralen Oberfläche an.

Natürlich lässt sich auf dem gleichen Weg Software auf den angebundenen Computern auch wieder deinstallieren. SCE 2010 unterstützen Filtermöglichkeiten, auf welchen Computern spezielle Software installiert werden soll.

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