HA-Serie, Teil 1: Grundlagen von Pacemaker und Co.
Der Cluster-Leitstand
Der Failover, also die Übernahme von Diensten eines havarierten Systems auf ein überlebendes, ist das wichtigste Prinzip eines Hochverfügbarkeits-Clusters. Damit der Failover funktioniert, benötigt man eine zentrale Software, die die Steuerung des Clusters übernimmt. Im Fachjargon heißt diese Software Cluster Manager. Ihre Hauptaufgabe ist es, alle Knoten eines Clusters auf Verfügbarkeit zu überprüfen. Darüber hinaus soll sie auch erkennen, wenn womöglich nur einzelne Programme auf einem ansonsten noch erreichbaren Knoten abgestürzt sind.
Ressourcen-Management und Kommunikation
Klassischerweise unterteilt sich das Cluster-Management in die beiden Komponenten Cluster Communication Management (CCM) und Cluster Resource Management (CRM). Für Linux steht mit Pacemaker ein reinrassiger Cluster Resource Manager zur Verfügung, der wahlweise mit den Cluster Communication Managern Corosync oder Heartbeat 3 betrieben werden kann (siehe auch Kasten "Die Geschichte von Pacemaker"). Pacemaker empfängt im Zusammenspiel von Heartbeat oder Corosync Informationen über die zwei oder mehr Knoten, überwacht deren Ressourcen und greift im Falle eines Fehlers ein.
Die Geschichte von Pacemaker
Wenn Sie sich schon mit dem Thema Cluster-Management unter Linux auseinandergesetzt haben, sind Ihnen vermutlich diverse Begriffe begegnet. Heartbeat, Pacemaker, Corosync, OpenAIS – Einsteigern fällt es oft schwer, zwischen den einzelnen Lösungen zu unterscheiden (Abbildung 6). Welche Komponente beherrscht welche Funktionen? Der folgende historische Abriss gibt einen Überblick über die wichtigsten Stationen von HA-Lösungen unter Linux.
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