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Was das Backup wert war, erweist sich, sobald man es versucht ganz oder teilweise wiederherzustellen. Spätestens dann macht sich die Wahl des richtigen Tools ... (mehr)

Opensuses Bilanz des World IPv6 Day

Das Opensuse-Projekt hat größtenteils positive Erfahrungen mit dem IPv6-Testbetrieb am 8. Juni gemacht.

Das berichtet der Suse-Entwickler Lars Vogdt in einem Blogeintrag http://news.opensuse.org/2011/06/09/world-ipv6-day-results/#more-9227. In Nürnberg sind seit diesem Datum Download-, Build- und viele Webserver sowohl per IPv4 als auch per IPv6 erreichbar. Die Nutzung von IPv6 habe sich im Laufe des Tages von einem Prozent Anteil am Traffic auf sieben Prozent gesteigert, schreibt Vogdt.

Am US-amerikanischen Standort in Provo, Utah laufen die Wikis, Foren und Blog-Aggregatoren des Projekts auch unter IPv6.

Der Test sei bisher zum Großteil erfolgreich verlaufen, berichtet Lars Vogdt weiter. Einige wenige Nutzer meldeten Probleme mit MTU-Größen, daneben gäbe es einzelne bisher noch nicht nachvollziehbare Fehler.

Das Opensuse-Projekt hat zudem Wichtiges über seine eigene Distribution herausgefunden: Fast alle Komponenten der eingesetzten Linux-Systeme haben sich als IPv6-tauglich erwiesen, lediglich das Geo-IP-Modul für den Apache 2 des Download-Servers benötigte Patches. Außerdem zeigte sich, dass Vsftpd und Torrent-Seeder nicht gleichzeitig mit IPv4 und IPv6 umgehen können.

Torvalds erhöht auf Kernel 3.0

Linus Torvalds hat sich entschlossen, die Kernelversionsnummern von 2.6.xx auf 3.0 zu erhöhen und stellt einen ersten Release Candidate unter diese Zählweise. Als Grund nennt Linus Torvalds, dass sich das 20-jährige Jubiläum des Kernels nähere, was die neue Zählweise rechtfertigen könne. Scherzhaft fügt er hinzu, der wahre Grund dafür sei, dass es ihm Mühe bereite, schnell auf vierzig zu zählen. Der aktuelle Kernel ist bei 2.6.39 angelangt.

Die Diskussionen über die Kernel-Versionierung halten schon eine Weile an, hatten laut Torvalds beim vergangenen Kernel-Summit ihren Ursprung und waren – wie berichtet – Ende Mai nochmals aufgekommen. Er habe nun, ganz in Manier eines Alphamännchens, einfach selbst entschieden, schreibt Torvalds an die Mailingliste. In Verbindung mit dem von Torvalds beschlossenen engeren Merge-Zeitraum, der daher rührt, dass sich der oberste Kernel-Hüter in den nächsten Wochen auf Reisen befindet, nimmt er auch nur wirklich wichtige Verbesserungen an. Er reise mit einem lahmen Laptop, und damit sei es kein Spaß, den Kernel zu kompilieren, schreibt er, und ja, er sei bereit, das Release unter dem Motto zu verbuchen: "Linus is being a difficult ^&^hole."

Historisches Datum auf Kernel.org: Der Linux-Kernel wird 3.0.

Open Office geht an Apache – IBM wird Sponsor

Oracle hat die Apache-Foundation um die Aufnahme von Open Office gebeten, und die Apache-Foundation hat zugesagt. Die finanzielle Unterstützung des Projekts kommt in Zukunft in erster Linie von IBM.

Der Entschluss Oracles, die Office-Suite Open Office in ein Apache-Projekt zu überführen, bedeutet, dass Oracle keine Open-Office-Entwickler mehr bezahlt und Open Office unter die Apache-Lizenz kommt (bislang LGPL). Der Schritt erleichtert es einerseits Entwicklern, Code beizusteuern, andererseits ermöglicht es die neue Lizenz, den Code mit proprietären Zusätzen zu erweitern, ohne die daraus resultierenden Änderungen an das Projekt zurückgeben zu müssen.

Wie Rob Weir von IBM in einem ausführlichen Blog-Eintrag http://www.robweir.com/blog/2011/06/apache-openoffice.html erläutert, ist es allerdings noch zu früh, um Open Office als Apache-Projekt zu bezeichnen, da die Software und das Projekt bis zur definitiven Aufnahme noch zahlreiche formale Schritte durchwandern müssen.

Führende Firma hinter Open Office soll IBM sein, das mit Lotus Symphony bereits eine eigene Version der Bürosuite pflegt und diese nun vermutlich mit Open Office zusammenführt. IBM-Mitarbeiter Ed Brill schreibt in seinem Blog http://www.edbrill.com, dass sich einige Entwickler aus dem Symphony-Projekt aktiv an der Open-Office-Entwicklung beteiligen. Bereits gestartete Entwicklungen von Symphony landen laut Brill in Open Office.

Document Foundation benennt Advisory Board

Die unter anderem für den Open-Office-Fork Libre Office zuständige Document Foundation hat erste Mitglieder ihres Beirats bekanntgemacht.

Google, Suse, Red Hat, Freies Office Deutschland e.V., Software in the Public Interest und die Free Software Foundation zählen zu den Beiräten. Die genannten Firmen und Organisationen unterstützen die Foundation finanziell und entsenden im Gegenzug jeweils ein Mitglied für die Dauer von einem Jahr in das Advisory Board der in der Gründung befindlichen Stiftung. Der Beirat soll dem künftigen Vorstand mit Rat und Tat zur Seite stehen.

IDC: EMEA-Servermarkt wächst zweistellig

Marktforscher IDC hat den Servermarkt in der EMEA-Region ausgewertet und kommt im ersten Quartal 2011 mit einem Umsatzplus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf das kräftigste Wachstum seit vier Jahren.

Ein zweistelliger Zuwachs war zuletzt im ersten Quartal 2007 messbar, so IDC. Der Umsatz stieg im EMEA-Markt (Europa, Naher Osten, Afrika) auf 3,5 Milliarden US-Dollar. In Stückzahlen heißt das ein Plus von 2,8 Prozent auf 580.000 Einheiten. Zum Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal haben High-End-Server (plus 13 Prozent) und Midrange-Maschinen (plus 15 Prozent) in der Preisklasse zwischen 25.000 und 250.000 US-Dollar beigetragen. Der größte Motor für den Markt sind aber x86-Server, die 66 Prozent des Umsatzes stemmen und so rund 2,3 Milliarden Dollar einspielen. Die sogenannten Standard-Server dominieren den Servermarkt seit dem Jahr 2007, so IDC, und haben seitdem die Enterprise-Server mit CISC-, RISC- und EPIC-Prozessoren abgehängt. Die High-End-Maschinen teilen sich den Markt laut IDC wie folgt: 50 Prozent CISC-basierte Mainframes, rund 30 Prozent RISC-Unix-Server und 19 Prozent CISC-Itanium-Prozessoren

Beim Blick auf die einzelnen Regionen habe sich Zentral- und Osteuropa mit 30-prozentigem Umsatzwachstum hervorgetan. Russland, Tschechien und Polen zeigten dabei das stärkste prozentuale Wachstum. Bei den Betriebssystemen dominiert Windows mit fast 50 Prozent Umsatzanteil, gefolgt von Unix (21 Prozent) und Linux (17 Prozent). Bei den Herstellern führt HP vor IBM, Dell, Oracle und Fujitsu.

CfP für Monitoring Conference 2011

Die 6. Open Source Monitoring Conference, die am 29. und 30. November der Nürnberger IT-Dienstleister Netways ausrichtet, sucht Referenten.

Vortragsideen für die Monitoring Conference nimmt der Veranstalter über ein CfP-Formular http://www.netways.de/osmc/y2011/call_for_papers/ entgegen. Willkommen sind Vorschläge rund um freie Monitoring-Lösungen, speziell Nagios oder dessen Forks und Ableger, noch bis zum 30. Juli 2011.

Industriestandard mit FreeRDP

Thin Stuff, Univention, die Lisog, Lizenzspezialist Blackduck sowie die freien Terminalserverprojekte X2go und FreeRDP haben sich zur Open Thinclient Allianz zusammengetan und wollen einen neuen Industriestandard für das Thinclient Computing schaffen. Geht es nach den Initiatoren der Open Thinclient Alliance, dann wird FreeRDP, ein Fork des Rdesktop-Projektes, der nächste universelle Industriestandard für Remote Desktops. Das freie Tool erhält derzeit einige wichtige Erweiterungen, zum Beispiel Multimediafunktionen (Audio- und Videobeschleunigung, Remote FX) und Smartcard-Unterstützung.

Neben dem FreeRDP-Projekt selbst findet sich auch X2go in der Allianz, ein freier Terminal Server, der bisher nur auf X11-Kompression und -Caching mithilfe angepasster NX-Libraries setzte. Mit dem Distributor Univention und Thinstuff (Hersteller eines eigenen RDP-Servers für Linux) finden sich auch zwei kommerzielle Anbieter in der Allianz, Thinstuff hat das FreeRDP-Projekt auch auf seinem Thin Stuff Summer of Code eingeladen, um die Entwicklung voranzutreiben.

Interessant auch die Beteiligung von Lizenzspezialist Blackduck: Weil absehbar scheint, dass FreeRDP in zahlreiche Clientgeräte integriert werden soll, ist eine komplette Relizenzierung des Codes hin zur Apache Lizenz notwendig. Das zu unterstützen hat sich Blackduck bereiterklärt. FreeRDP ist bisher unter der GPL lizenziert.

Komplettiert wird die Allianz durch das Open Thinclient Projekt, das eine (ebenfalls unter der GPL stehende) Komplettlösung für Thinclient-Netze anbietet, inklusive GUI und Enterprise-Funktionen.

IT-Markt knackt 2012 die Billion

Der Branchenverband Bitkom wagt einen Blick ins Jahr 2012 und prognostiziert ein Wachstum des weltweiten IT-Markts um mehr als 5 Prozent, was den Umsatz auf über eine Billion Euro treiben würde. Basis des Ausblicks sind die Prognosen des European Information Technology Observatory (EITO).

Im laufenden Jahr seien rund 4 Prozent Wachstum zu erwarten, was in 963 Milliarden Euro Umsatz weltweit resultiert. Unter dem IT-Markt verstehen die Auguren die Ausgaben für Computer und andere Hardware sowie für Software und IT-Dienstleistungen.

Weltweit betrachtet gelten China, Russland, Indien und Brasilien mit meist zweistelligen Wachstumsraten als treibende Kräfte für das Plus. In der Europäischen Union sind die Zuwächse bescheidener: Das Wachstum liege aktuell bei 2,9 Prozent, was zu 314 Milliarden Euro Gesamtumsatz führe. Deutschland gilt als Musterknabe und erzielt besser als der Durchschnitt ein Plus von 4,3 Prozent. Der US-Markt legt um 3,9 Prozent zu. Japan muss laut den Schätzungen der EITO wegen der Folgen der in diesem Jahr erlittenen Naturkatastrophe mit einem Umsatzminus von 1,2 Prozent im Jahr 2011 rechnen.

Österreichs Justiz zufrieden mit Open Office

Christian Adorjan vom österreichischen Bundesrechenzentrum präsentierte anfang Juni auf der OSSBIG-Konferenz in der Hauptstadt Wien erstmals die Erfolge der Open-Office-Migration der österreichischen Justizbehörden. Dabei blicken die Verantwortlichen auf die erfolgreiche Migration mehrerer Tausend Arbeitsplätze zurück.

Die Ausgangssituation: 2007 stand ein Betriebssystemwechsel an, weil der Windows-2000-Support von Microsoft auslief. Als Standard-Textverarbeitung kam Lotus Word Pro zum Einsatz. Für Justizanwednungen war ein eigens entwickelter Texteditor zuständig.

Der Plan: Langfristig solle in der österreichischen Justiz nur noch eine Textverarbeitung zum Einsatz kommen, auf dem Desktop wie auch innerhalb von Anwendungen. Ab 2008 untersuchten die Mitarbeiter der IT in einer internen Studie Microsoft Word und Open Office Writer auf die Fähigkeit, innerhalb einer Java-Umgebung als Rich Client zu laufen. Open Office, so das Ergebnis, lasse sich optimal integrieren.

Adorjan nennt weitere Entscheidungsgründe für Open Office: "Das ODF-Dokumentformat, die Hersteller- und Produktunabhängigkeit, die Vielzahl der unterstützten Dateiformate, Plattformunabhängigkeit bezüglich des Betriebssystems, der Einsatz von Java, Kompatibilität zu Lotus Notes, der direkte Export zu PDF (Langzeitarchivierung!) und die Kostenersparnis durch den Wegfall von Lizenzen."

Anfang 2008 stellten die Verantwortlichen allen Mitarbeitern Open Office für die freiwillige Benutzung zur Verfügung. Das IT-Team erweiterte das freie Office um Zusatzfunktionen und passte es an die internen Abläufe an. Auch der Schulungsaufwand hielt sich in Grenzen: Acht Trainer schafften es in knapp 14 Monaten mehr als 2400 Kanzlei- und Schreibkräfte, Richter, Staatsanwälte und Rechtspfleger zu schulen.

Aufbau des Workflows in der Textverarbeitung der Justiz.

© © Bundesrechenenztrum GmbH

CfP: Deutsche PostgreSQL-Konferenz 2011

Am 11. November 2011 findet im Ruhrgebiet die PGConf.DE, die deutschsprachige PostgreSQL Konferenz statt. Bis zum 15. September nehmen die Organisatoren Vorschläge für Vorträge an.

Zu den gewünschten Themen zählen PostgreSQL-Anwendung, die Administration großer Installationen, Werkzeuge und Hilfsprogramme, Datenbank-Tuning, Migration, Replikation, Benchmarking und Hardware sowie Produkte, die PostgreSQL verwenden. Die Vorträge dauern je 45 Minuten und können in Deutsch oder Englisch gehalten werden. Weitere Informationen gibt es auf der Call-for-Papers-Seite http://2011.pgconf.de/de/callforpapers.html.

Der Austragungsort der Konferenz wird Oberhausen sein. Die Karten kosten im Vorverkauf 50 Euro (ermäßigt 10 Euro) und gelten auch für die Open Rhein Ruhr.

Vom 18. bis zum 21. Oktober findet in Amsterdam die europäische PostgreSQL-Konferenz (PGConf.EU 2011) statt, in den USA gibt es im September die Postgres Open in Chicago.

Cacert erneuert Zertifikat

Das Cacert-Projekt signiert sein 3-Subroot-Zertifikat neu, da der Hashing-Algorithmus von MD5 auf SHA-256 umgestellt wird.

Hintergrund ist die Entscheidung des Browser-Herstellers Mozilla, ab 30. Juni in seinen Produkten keine MD5-Signatur mehr für Class 3-Subroot- und End-Zertifikate zu akzeptieren, da er den Algorithmus nicht mehr als ausreichend sicher einstuft. Nach diesem Termin veröffentlichte Firefox- und Thunderbird-Versionen reagieren auf MD5-signierte Zertifikate mit einer Fehlermeldung.

Cacert signiert sein Class-3-Subroot-Zertifikat daher neu mit SHA-256 und stellt es ab 11. Juni zum Download bereit.

GUUG sucht Vortragende für Frühjahrsfachgespräch 2012

Die German Unix User Group (GUUG) hat den Call for Papers für das Frühjahrsfachgespräch 2012 gestartet. Bis zum 23. Oktober 2011 werden Referenten für Tutorien, Workshops und Vorträge gesucht. Die Referenten sollen neue Entwicklungen vorstellen, interessante Fragestellungen aufwerfen und Lösungswege zeigen, einen Überblick über ein interessantes Themengebiet ermöglichen oder aus ihrer Praxis oder ihren Projekten berichten. Die eingereichten Beiträge sollen sich in eine der folgenden Kategorien einordnen lassen:

- Betriebssysteme und Applikationen

- Netzwerke: Protokolle, Technologien

- Virtualisierung, Hochverfügbarkeit, Cluster, SAN, Dateidienste und so weiter

- Informationsssicherheit

- Betrieb: Monitoring, Überwachung, Backup/Datensicherung

- Nicht technische Themen: Arbeitsorganisation, rechtliche Fragestellungen, Lizenzen und Patente.

Das Frühjahrsfachgespräch findet vom 28. Februar bis 2. März 2012 an der Hochschule München statt.

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