Im Test: Autokonfiguration von IPv6-Clients
Sitzengeblieben
Horrormeldungen, dass die IPv4-Adressen ausgegangen sind, machen seit einiger Zeit die Runde. Die mittlerweile selbst schon in die Jahre gekommene Version 6 des Internet Protocol soll Abhilfe schaffen. Dieser Artikel untersucht, ob IPv6 im lokalen Netz schon eine vollwertige Alternative zu IPv4 darstellt. Aller Euphorie zum Trotz holte die Realität den Autor bei den ersten Untersuchungen aber schnell ein, sodass hieraus ein Bericht über einen Selbstversuch in einem reinen IPv6-Netz wurde.
Die Theorie
Wie sich ein Rechner in einem IPv6-Netz zurechtfindet, ist theoretisch in [1] beschrieben. Der RFC spezifiziert das Neighbor Discovery Protocol, das unter anderem das Address Resolution Protocol (ARP) ablöst. Es ist zuständig für die Zuordnung von MAC-Adressen zu IP-Adressen, findet aber auch die zuständigen Router für Adressen in anderen Netzen und verteilt optional Adress-Präfixe für das lokale Netz. Der Ablauf sieht dabei so aus:
- Sobald das Interface aktiv ist, wird ein Router Solicitation Request an die Multicast-Adresse »
ff02::2« (alle Router im lokalen LAN-Segment) gesendet. Alle IPv6-Router in diesem Netz antworten darauf mit einem Router Advertisement. - Abhängig von den Flags im empfangenen Advertisement konfiguriert der Client entweder automatisch eine IP-Adresse im empfangenen Präfix aus der MAC-Adresse im EUI64-Format (siehe Kasten "Adressen erzeugen mit EUI64") oder in der anonymisierenden temporären Version [2]. Das Flag dazu heißt »
AdvAutonomous« .
Adressen erzeugen mit EUI64
EUI64
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