Microsoft System Center Operations Manager 2012 RC

Ausgepackt

Der neue System Center Operations Manager 2012 von Microsoft kann nicht nur Windows-Server überwachen. Auch das Monitoring von Linux-Servern und Netzwerkgeräten wie Switches oder Router ist in der neuen Version besser gelöst als in Vorgänger-Varianten.
Wer sein System permanent überwacht, hat den Grundstein dafür gelegt Engpässe zu vermeiden und Fehler frühzeitig zu erkennen. Neben dem Platzhirsch Nagios ... (mehr)

Der System Center Operations Manager besitzt eine lange Geschichte, die irgendwo in England begann: Vor beinahe 15 Jahren entwickelte die Firma Serverware ein Netzwerk-Managementsystem, das 1998 von Mission Critical Software aufgekauft wurde. Die wiederum schloss sich im Jahr 2000 mit NetIQ zusammen und verkaufte das Programm an Microsoft. Irgendwann wurden dann die Altlasten zu viel, und der Windows-Konzern entschloss sich mit dem System Center Operations Manager 2007 zu einem Neuanfang. Jetzt liegt der Release-Kandidat für System Center Operations Manager (OPS) vor, den dieser Artikel im Folgenden näher unter die Lupe nimmt.

Abbildung 1: Operations Manager 2012 mit neuer Installationsoberfläche.

Grundlegend verbessert wurde im OPS 2012 [1] das Monitoring heterogener Netzwerke. So sind die Anbindung von Linux-Servern sowie von Switches und Routern in der neuen Version wesentlich besser gelöst als in der Vorversion. Auch serverbasierte Anwendungen auf Basis von Java lassen sich mit OPS 2012 überwachen. Java-Application-Server wie Websphere 6.1/7, WebLogic 10 und 11, JBoss und Tomcat können Unternehmen genauso überwachen wie Dotnet-Anwendungen und Microsoft-Serverdienste wie Exchange und Co.

In der neuen Version benötigt der Überwachungs-Agent auf Linux-Servern nicht in jedem Fall Root-Rechte. Er arbeitet so lange mit eingeschränkten Rechten wie es möglich ist. Nur wenn ein Überwachungsprozess mehr Rechte verlangt, erhält der die Root-Rechte. Durch die bessere Umsetzung des Linux-Rechtemodells erhöht sich ein Stück weit die Sicherheit im Netzwerk.

Microsoft meets Unix

Linux ist nicht die einzige vom Operation Manager unterstützte Unix-Variante: Aktuell nennt Microsoft HP-UX 11i v2 und v3 (PA-RISC und IA64), Oracle Solaris 9/10, Red Hat Enterprise Linux 4/5/6 sowie Suse Linux Enterprise Server 9/10SP1 und 11 als unterstützte Systeme. Auch IBM AIX 5.3, AIX 6.1 (POWER) und AIX 7.1 (POWER) lassen sich mit Agenten überwachen. In den meisten Fällen unterstützt der Agent 32-Bit- aber auch 64-Bit-Systeme. Der Server selbst muss aber auf einem 64-Bit-Server installiert sein und am besten auch eine 64-Bit-Version von SQL Server 2008 oder 2008 R2 mit aktuellen Servicepacks nutzen.

Besonders interessant für Linux-Administratoren ist der Unix/Linux Shell Command Template Management Pack [2]. Die Sammlung ermöglicht das Erstellen von Überwachungsregeln auf dem OPS 2012 zur Ausführung von Linux-Befehlen direkt auf den überwachten Servern. Anleitungen finden Administratoren auf der Seite [3]. Diese gelten auch für aktuelle Versionen in den meisten Fällen.

OPS 2012 integriert die Überwachung von Netzwerkgeräten und Servern. Das System erkennt zum Beispiel auch die Ports, an denen einzelne Server angeschlossen sind und kann diese gleichzeitig mit dem jeweiligen Server überwachen. Fällt ein Port aus, erkennt OPS 2012 daher auch, welche Server eingeschränkt funktionieren und kann entsprechende Regeln und Maßnahmen aktivieren.

Bessere Verfügbarkeit und Verwaltung

In bisherigen Versionen des Operation Manager gab es einen Überwachungs-Server, der über allen anderen angeordnet war. Dieser Root Management Server (RMS) stellte ein klares Single Point of Failure dar. Daher betrieben viele Unternehmen diesen in einem hochverfügbaren Setup, was zu hohen Kosten führte. In OPS 2012 sind alle Verwaltungsserver gleichberechtigt. RMS gibt es keine mehr, und ein Cluster für Verwaltungsserver ist weder notwendig, noch unterstützt. Dafür lassen sich Verwaltungsserver in der neuen Version gruppieren und verschiedenen Überwachungsaufgaben zuordnen. Fällt ein Server aus, übernehmen die anderen Server in der Gruppe seine Überwachungsaufgaben.

Abbildung 2: Erstellen von Verwaltungs-Server-Gruppen.

Anwendungen und Netzwerkhardware wie Switches, Firewalls oder Router lassen sich mit OPS 2012 effizienter überwachen. In diesem Bereich kann OPS 2012 den Durchsatz und die Verfügbarkeit der Komponenten besser darstellen. Die neue Version erkennt zum Beispiel, an welchem Port eines Switch ein überwachter Server angeschlossen ist und kann speziell diesen überwachen. Auch für die Abbildung der Infrastruktur ist das sinnvoll. OPS 2012 bietet sich deshalb für umfassendes Netzwerkmanagement an.

Die Verwaltungskonsole hat Microsoft komplett überarbeitet. Zusätzlich gibt es eine vorkonfigurierte Webkonsole zur Bedienung des Operation Manager 2012, die sich gezielt auf einzelnen Servern installieren lässt. Auch die Powershell erhält durch Installation von OPS 2012 RC neue Commandlets und ermöglicht weitgehendes Skripting des Monitoring.

Verschiedene Überwachungsaufgaben stehen auch als Webparts zur Verfügung, für die Einbindung in das eigene Intranet, zum Beispiel über Sharepoint. Mit ihnen können Administratoren schnell und einfach eigene Dashboards bauen, um genau die überwachten Server anzuzeigen, die aktuell im Fokus stehen. Dadurch ist die Darstellung nicht mehr mit zu vielen Informationen überfrachtet, sondern kann diese besser filtern. Microsoft erläutert die Vorgehensweise auf der Technet-Seite [4] und dem Blog der OPS-Entwickler [5].

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