Monitoring mit Zabbix

Aus einem Guss

Nagios ist wohl die bekannteste freie Monitoring-Software. Über Jahre hat jedoch Zabbix stetig aufgeholt und setzt zum Angriff auf den Marktführer an. Der Beitrag stellt die grundlegenden Funktionen vor und gibt eine Einführung in Items, Trigger und Aktionen.

Bereits im Jahr 2001 hat Alexei Vladishev angefangen, an seiner Monitoring-Software Zabbix zu arbeiten. Inzwischen ist er CEO der im lettischen Riga ansässigen Firma Zabbix SIA, und Zabbix hat sich zum umfangreichen Monitoring-Werkzeug entwickelt, das Netzwerke, Server und andere IT-Ressourcen überwacht und zahlreiche Visualisierungs-Optionen bietet.

Zabbix zeigt im Gegensatz zum Haupt-Konkurrenten Nagios nicht nur sämtliche Informationen im Webinterface beziehungsweise in einem speziellen Browser-Plugin an, sondern ermöglicht darüber hinaus die komplette Konfiguration der zu überwachenden Hosts im Webbrowser. Zum Speichern der Daten verwendet es wahlweise MySQL, PostgreSQL, SQLite oder Oracle RDBMS.

Die Weboberfläche ist vollständig in PHP realisiert und bietet neben einfachen "Simple checks" zum Überwachen von Standarddiensten wie SMTP oder HTTP auch für eine Vielzahl von Betriebssystemen verfügbare Agenten, mit deren Hilfe sich die unterschiedlichsten Daten sammeln und in der Zabbix-Weboberfläche grafisch darstellen lassen. In Notfällen verschickt Zabbix E-Mails, SMS oder IM-Sofortnachrichten.

Funktionsvielfalt

Die Möglichkeit, den Verkehr nach außen gerichteter Dienste wie FTP, SSH oder HTTP mit Bordmitteln zu untersuchen, gehört indes nicht zu den Stärken von Zabbix. Für den professionellen Einsatz ist das Installieren der verfügbaren Agenten zwingend. Darüber hinaus unterstützt Zabbix zum Einsammeln von Informationen selbstverständlich auch SNMP.

Einer der wichtigsten Vorteile gegenüber der Konkurrenz besteht neben der Möglichkeit, die Überwachung von Hosts direkt im Webinterface konfigurieren zu können, in der komfortablen Kombinierbarkeit von Actions, Items und Triggern. Eine weitere erwähnenswerte Eigenschaft von Zabbix ist die komfortable Verwaltung von Graphs, Screens und Maps. Dabei ist insbesondere die Darstellung der einzelnen Hosts auf verschiedenen Typen von Maps (Landkarten, Infrastrukturplänen und so weiter) sehr elegant umgesetzt und gehört außerdem per Default zum Installationsumfang.

Zabbix steht komplett unter der GNU GPL und lässt sich in der aktuellen Version 1.8.9. von der Projektseite [1] herunterladen. Zur Wahl stehen neben den Source-Paketen auch vorkonfigurierte Appliances als ISO, USB-Stick oder Live-CD sowie als Virtual Applicance im VMDK- oder OVF-Format auf Basis von OpenSuse. Neben den Server-Applicances gibt es vorkompilierte Agenten für Windows, verschiedene Unix-Derivate und alle relevanten Linux-Versionen.

Aufgeschlossen

Zusätzlich ist Zabbix in den Paketquellen vieler wichtiger Distributionen zu finden, bei Ubuntu 11.04 etwa in der Version 1.8.5. Neben Linux unterstützt Zabbix auf Serverseite auch Solaris, AIX, HP-UX, FreeBSD und OpenBSD. Für Windows-Systeme steht nur der passende Agent zur Verfügung, sodass sich Windows-Hosts problemlos von Zabbix überwachen lassen. Der Agent unterstützt sowohl 32-Bit- als auch 64-Bit-Systeme.

Die Zabbix-Infrastruktur besteht stets aus den drei Komponenten Server, Frontend und Agent. Die gesammelten Daten lassen sich von jedem Zabbix-Nutzer mit entsprechenden Rechten über das Browser-Frontend abrufen. Server und Webfrontend müssen nicht notwendigerweise auf der gleichen Maschine laufen. Auch die Datenbank kann problemlos auf einem separaten Host installiert sein.

Bei den von den Entwicklern angegebenen Installations-Voraussetzungen von 128 MByte freien physikalischen Arbeitsspeicher und 256 MByte freien Festplattenplatz handelt es sich wie üblich nur um eine Empfehlung für ein erstes Start-Setup. Faktisch hängt die Größe des erforderlichen Festplattenplatzes von der Anzahl der zu überwachenden Hosts und anderen Faktoren ab. Trotzdem sollte die Netzwerküberwachung mit Zabbix wohl in den seltensten Fällen an den Hardwareanforderungen scheitern.

Die recht überschaubaren Mindestvoraussetzungen sollten den Admin aber auch nicht dazu verleiten, einem beliebigen File-, Database oder Mail-Server im Unternehmen zusätzlich die Überwachungsrolle aufzubürden, weil ein Monitoring-System möglichst autark und ausfallsicher betrieben werden sollte, damit es seinen Zweck erfüllt.

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