NAS-Filer von vier bis 40 TByte im Vergleich

Ablagesysteme

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Wer dem direkt angeschlossenen Speicher entwachsen ist und etwas Skalierbareres und Flexibleres sucht, aber auch keine Riesensummen in ein SAN investieren will oder kann, der landet sehr oft bei einem NAS-Speicher. Das ADMIN-Magazin hat eine breite Palette dieser Filer getestet.
NAS-Speicher mit einer Kapazität von einigen Dutzend Terabyte, wie sie sich für mittelständische Anwender eignen, nimmt die ADMIN-Redaktion in der Ausgabe ... (mehr)

Bei diesem Test hatten wir kleinere bis mittelgroße Anwendergruppen im Hinterkopf, angefangen von einer größeren Arbeitsgruppe oder Außenstelle bis zum kleineren Mittelständler. Entsprechend haben wir uns Geräte von vier bis etwa 40 TByte Speicherplatz ausgesucht (von denen sich einige mit externen Erweiterungen allerdings bis weit über 100 TByte aufrüsten lassen, Tabelle 1). In diesem Limit haben wir eine bunte Mischung angestrebt, die vielen etwas zu bieten hat und zu jedem Budget passt: Die Testgeräte kosteten zwischen 500 und 50 000 Euro. In jedem Fall waren wir bemüht, die jeweiligen Stärken und Schwächen der Geräte abzuwägen und zu verdeutlichen, wann dieses oder jenes infrage kommen könnte.

Neben den Geräten, die wir schließlich in den Test aufgenommen haben, hatten wir auch Modelle der Hersteller EMC und Dell angefragt. Dell hatte zuerst Sorge, womöglich das einzige Gerät mit Windows-Betriebssystem bereitzustellen, redete sich aber am Ende nicht auf sein angeknackstes Selbstbewusstsein heraus, sondern darauf, man habe kein Testgerät zur Verfügung. Dasselbe Problem hatte angeblich EMC. Wie dem auch sei, die bereitwilligen Teilnehmer stecken auch so ein breites und einigermaßen repräsentatives Feld ab.

IBM NAS 3300 A20

IBMs Filer bringt kein eigens für ihn entwickeltes Betriebssystem mit, sondern nutzt Data Ontap von NetApp in der Version 7.3.5. Die Software ist auf Netzwerkspeicher zugeschnitten und bringt Multiprotokollsupport, Hochverfügbarkeits-Features oder konfigurierbare Daten-Policies bereits mit. Bedienbar ist sie sowohl über ein Webinterface (Abbildung 1) als auch über die Kommandozeile, die man via SSH-Login oder über ein serielles Terminal erreicht. Neben CIFS und NFS unterstützt der Filer auch WebDAV, FTP- und HTTP-Zugriffe, außerdem lässt er sich direkt via FibreChannel oder iSCSI als SAN-Device ansprechen. Ein 844 Din-A4-Seiten starker Software Guide deutet bereits an, dass die Handhabung nicht immer trivial ist. Zumal man über die Hardware noch einmal 370 Seiten extra lesen kann.

Abbildung 1: Ein Status-Report des IBM-Filers. Das zugrunde liegende Betriebssystem stammt von NetApp.

Apropos Web-Interface: Ein Teil der GUI-Funktionen wird durch Java-Applets realisiert, die sich in unserem Versuch erst zur Mitarbeit überreden ließen, nachdem sowohl im Browser als auch über das Java Control Panel die Unterstützung für TLS 1.0 deaktiviert wurde. Wer das nicht weiß (oder wie wir vom freundlichen IBM-Support erfährt), verliert vermutlich etliches an Zeit. Apropos: Unter Linux gibt es das Control Panel nur in der Sun-Java-Implementierung, nicht im OpenJDK.

Stöbert man am Anfang ein wenig in den Menüs der Web-GUI, hinterlässt den ersten nachhaltigen Eindruck ein Blick auf »Filer | Manage Licenses« : Dort sind über 50 (!) einzeln lizenzierbare Features aufgelistet, angefangen beim eher grundlegenden Protokollsupport über fortgeschrittenere Fähigkeiten wie das Clustern, Klonen oder Deduplizieren bis zu hochspezialisierten Integrationsoptionen zur Einbindung des Speichers in Oracle- oder SAP-Landschaften. Dabei kristallisiert sich ein etwas zwiespältiges Bild heraus: Zum einen kann man IBMs Filer offensichtlich sehr flexibel an viele Gegebenheiten anpassen und dem Admin steht dabei ein reicher Fundus an Optionen offen, zum anderen klingelt bei jedem Feature die Kasse.

Disk-Management

Den eigentlichen Plattenspeicher organisiert der Admin in verschiedenen Ebenen: Das physische Fundament bilden die Platten, die sich in RAID-Gruppen konfigurieren lassen, die ihrerseits zu sogenannten Plexes kombinierbar sind, die schließlich die Bestandteile physischer Container namens Aggregates bilden. Darüber residieren Volumes, Qtrees (eine Art Sub-Volumes) und Files in den logischen Etagen.

Auf den meisten dieser Ebenen lässt sich Redundanz als Ausfallversicherung einsetzen: Die beiden Storage-Controller können erforderlichenfalls jeweils die Platten ihres Partners mitverwalten, die RAID-Gruppen erlauben dank RAID-DP den Ausfall zweier Disks, zudem ist ein Spare Drive obligatorisch, die Plexes kann man innerhalb eines Aggregates spiegeln, Volumes und Qtrees lassen sich replizieren (SnapMirror), das eigene, proprietäre Filesystem WAFL (Write Anywhere File Layout) bietet Prüfsummen auf Blocklevel. Mit diesem Instrumentarium sind Konfigurationen möglich, die wohl so gut wie jede denkbare Panne abzufedern vermögen.

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