Hyper-V 3.0 in Windows Server 2012

© Nico Smit, 123RF

Revierkampf

Mit dem alten Hypervisor Hyper-V ließ Microsoft noch viele Features für den professionellen Einsatz vermissen. Die neue Version 3.0 wurde deutlich verbessert und schließt langsam zu VMware auf.
KVM etabliert sich als Standardlösung zur Virtualisierung unter Linux. Der ADMIN-Schwerpunkt hilft beim Bau virtueller Linux-Maschinen, stellt das ... (mehr)

Mit Windows Server 2012 liefert Microsoft eine neue Version seiner Visualisierungstechnologie Hyper-V aus. Sie bietet gegenüber dem Vorgänger einge Verbesserungen. Da die Technologie zum Lieferumfang des Serverbetriebssystems gehört, können Unternehmen Hyper-V 3.0 generell ohne Zusatzkosten nutzen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die für den praktischen Einsatz wichtigsten Neuerungen. Wer sie selbst erfahren will, kann den Release Candidate von Windows Server 2012 herunterladen, der auf [1] zur Verfügung steht.

Mehr Speicher

Hyper-V-Hosts können zukünftig 2 TByte RAM nutzen und 160 CPUs verwalten, Virtuelle Maschinen selbst nutzen 512 GByte Arbeitsspeicher. Virtuelle Maschinen lassen sich in Hyper-V-Clustern priorisieren und mit der Livemigration im laufenden Betrieb zwischen Clusterknoten verschieben. Fällt ein Knoten aus, verschiebt Hyper-V 3.0 die virtuellen Maschinen mit der höchsten Priorität zuerst.

Mit Schnappschüssen lassen sich virtuelle Server zu einem bestimmten Zeitpunkt sichern und wiederherstellen. Bei Domänencontrollern sichern Snapshots auch die Active-Directory-Datenbank. Setzten Anwender auf einem Domänencontroller einen Schnappschuss zurück, konnte es bisher zu Inkonsistenzen der AD-Datenbank kommen, die auch die anderen Domänencontroller beeinflussten. Das liegt daran, dass in einem Active Directory alle Objekte eine bestimmte Nummer besitzen, die Update Sequence Number (USN). Jeder DC führt eine eigene Liste dieser USNs und befindet sich auch in dieser Liste. Setzt man einen Snapshot zurück, ändern sich die USNs vieler Objekte, was mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Inkonsistenzen führt. In jedem Fall trennen die anderen DCs den wiederhergestellten DC vom Netzwerk.

Durch die Neuerungen von Active Directory in Windows Server 2012 und Hyper-V 3.0 lassen sich Domänencontroller mit Windows Server 2012 nun leichter virtualisieren. Das Erstellen von Snapshots für Domänencontroller stellt kein Problem mehr dar.

Um einen virtuellen Domänencontroller mit Windows Server 2012 zu klonen, sind keine Zusatztools notwendig. Administratoren kopieren einfach die virtuelle Maschine und geben dem Klon einen neuen Namen. Auf Basis der neuen Generation-ID in Windows Server 2012 und deren Unterstützung in Hyper-V 3.0 erkennt der neue Server das Active Directory und bindet sich problemlos ein.

Mit Hyper-V-Replica lassen sich in Windows Server 2012 virtuelle Festplatten und ganze Server asynchron zwischen verschiedenen Hyper-V-Hosts im Netzwerk replizieren und synchronisieren. Die Replikation findet über das Dateisystem statt, ein Cluster ist nicht notwendig. Die Replikationen kann manuell, automatisiert oder nach einem Zeitplan stattfinden. Auf diesem Weg lassen sich virtuelle Server auch hochverfügbar betreiben, ohne teure Cluster zu installieren. Zur Einrichtung bietet der Hyper-V-Manager einen Assistenten.

Einfachere Replikation

Im Gegensatz zur aktuellen Version von VMware-Produkten kann Hyper-V diese Replikation unabhängig vom eingesetzten Speichersystem durchführen; außerdem steht die Funktion kostenlos zur Verfügung. Mit dieser neuen Technologie lassen sich problemlos virtuelle Server im laufenden Betrieb zwischen verschiedenen Hyper-V-Hosts replizieren.

Die entsprechende Replikation steuert man über einen Assistenten, der über das Kontextmenü von virtuellen Servern im Hyper-V-Manager erreichbar ist. Damit ein Hyper-V-Host überhaupt für Replikate zur Verfügung steht, muss der Administrator sie auf dem Server in den »Hyper-V-Einstellungen« im Bereich »Replikationskonfguration« erst aktivieren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Aktivieren der Replikation auf einem Hyper-V-Host.

Wurde die Konfiguration nicht vor der Aktivierung der Replikation vorgenommen, erkennt der Replikations-Assistent das und schlägt die Konfiguration des Ziel-Servers vor. Diese Konfiguration ist dann auch über das Netzwerk möglich. Es ist allerdings empfehlenswert, sie schon vor der Einrichtung der Replikation vorzunehmen.

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Container-Anwendungen isolieren mit Aporeto Trireme

Beim Umstieg auf Container-basierte Anwendungen sind viele Klippen zu umschiffen, dies gilt insbesondere für das Thema Security. So lassen sich Anwendungen nur schwer voneinander kontrollierbar isolieren. Hier setzt Aporeto mit Trireme an. Die Software sorgt dank einer attributbasierten Zugriffskontrolle für mehr Sicherheit. Wir stellen das Konzept anhand eines Beispiels vor. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Linux-Backup

Welche Backup-Lösung setzen Sie für Linux im professionellen Umfeld ein?

  • keine
  • eigene Scripts
  • rsnapshot
  • rdiff-backup
  • Bacula
  • Bareos
  • Borg
  • Duplicity
  • Amanda
  • Burp
  • Clonezilla
  • Acronis
  • Arkeia
  • SEP sesam
  • Veeam
  • Redo Backup
  • Relax-and-Recover
  • andere kommerzielle Software
  • andere Open-Source-Software

Google+

Ausgabe /2017

Microsite