Virtuelle Maschinen mittels VNC und Spice bedienen

© Oleg Doroshin, 123RF

Nachgewürzt

Das Grafiksystem virtueller Maschinen wird unter Linux standardmäßig per VNC an den Virtual Machine Manager oder einen VNC-Client übertragen. Eine Alternative dazu ist Spice: Sofern im Gastsystem der QXL-Treiber läuft, überzeugt es nicht nur durch schnelle Grafik, sondern gibt auch Audio-Daten weiter.

Damit Grafik in virtuellen Maschinen funktioniert, müssen mehrere Puzzlestücke ineinandergreifen: Zum einen muss KVM beziehungsweise das zugrunde liegende QEMU-System der virtuellen Maschine einen Grafikadapter zur Verfügung stellen. Standardmäßig wird hierfür eine (uralte!) Cirrus-Grafikkarte emuliert. Wenn Sie höhere Auflösungen als 1024 mal 768 Pixel wünschen, stehen auch andere virtuelle Grafikkarten zur Auswahl, die aber in Linux-Gästen oft eine manuelle X-Konfiguration voraussetzen.

Zu guter Letzt stellt sich noch die Frage, über welches Protokoll die Grafikdaten von der virtuellen Maschine zum Client-Rechner kommen. Üblich ist hierfür das Protokoll VNC, das über die Linux-Welt hinaus weite Verbreitung findet und in der Praxis die geringsten Probleme bereitet. Alternativ dazu verspricht das neue Protokoll Spice eine höhere Geschwindigkeit und einige weitere Zusatzfunktionen.

Der virtuelle Grafikadapter

Damit die virtuelle Maschine ein Grafiksystem sieht, emuliert QEMU eine Grafikkarte. Im Zusammenspiel mit KVM stehen dabei vier Modelle zur Auswahl:

  • »cirrus« : Diese Grafikkarte wird von nahezu allen Gastsystemen korrekt erkannt und funktioniert ohne Konfigurationsarbeiten in einer akzeptablen Geschwindigkeit. Die maximale Auflösung beträgt allerdings magere 1024 mal 768 Pixel.
  • »vga« : Der Vorteil dieser virtuellen Grafikkarte besteht darin, dass sie wesentlich höhere Auflösungen unterstützt (getestet bis zu 2560 mal 1600 Pixel). Die Grafikkarte wird unter Windows auf Anhieb korrekt erkannt. Bei vielen Linux-Distributionen ist hingegen manuelle Konfigurationsarbeit erforderlich: In xorg.conf muss explizit der Vesa-Treiber eingestellt werden (Listing 1)
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Ausgabe  04/2014