Obwohl Linux als freie Software kostenlos verfügbar ist, setzen viele beim Unternehmenseinsatz auf Enterprise-Distributionen mit Support. Wo die Stärken der ... (mehr)

Alternativen

Neben den erwähnten Distributionen gibt es noch eine Reihe kleinerer Anbieter, die ebenfalls die Nachfrage von Firmen bedienen, die Linux im Geschäftsumfeld einsetzen wollen. Das ist etwa der Univention Corporate Server, der schon mehrfach im ADMIN vorgestellt wurde und auf Debian Linux aufbaut. Auch für Debian selbst gibt es einige Anbieter im deutschen Raum, die kommerziellen Support für die ansonsten unveränderte Distribution leisten. Ubuntu-Support gibt es beim Unternehmen Canonical. Mehr dazu verrät der Artikel auf den folgenden Seiten.

Fazit

Der Nutzen von Enterprise-Distributionen besteht primär in einer möglichst langen Support-Dauer. So bieten sowohl RHEL, als auch SLES die Möglichkeit, ein System mit uneingeschränktem Herstellersupport bis zu zehn Jahre lang zu nutzen, ohne Pakete migrieren zu müssen. Durch die langen Support-Zeiträume haben auch große Softwarehäuser wie SAP ein Interesse daran, das Betriebssystem für ihre Anwendungen zu zertifizieren, was Enterprise-Distributionen für viele Firmen interessant macht.

Eine konkrete Empfehlung für eine der Distributionen ist naturgemäß schwierig, ein paar Denkanstöße seien aber erlaubt. RHEL ist der Marktführer, und der Umsatz, den Red Hat mit RHEL-Subscriptions erwirtschaftet, sowie die Unternehmensgröße und die Anzahl installierte Kundensysteme sprechen jedenfalls für eine rosige Zukunft. Zudem sind viele Programme im Enterprise-Umfeld explizit für den RHEL-Kernel getestet , was ebenfalls für die Distribution spricht.

Zudem ist RHEL nicht einmal der teuerste Vertreter. Die Subskriptions-Modelle lassen sich zwar nicht direkt vergleichen und Subskriptions-Kosten sollten auch sicher nicht das einzige Auswahlkriterium sein, auf zumindest auf dem Papier erscheint SLES kostspieliger. Dafür bietet SLES aber auch mehr: neben einem aktuelleren Kernel mit Btrfs- und LXE-Untersützung auch eine von RHEL unabhängige, erweiterte Paket-Basis. Bei Oracle Linux ist vor allem der Unbreakable-Kernel ein Novum und für viele Kunden sicher ein Argument, zumal Oracle Linux das derzeit übersichtlichste und kostengünstigste Support-Modell anbietet. Dass Oracle in Teilen der Linux-Community keinen guten Ruf genießt, weil es im Umgang mit der Freien-Software-Welt nicht immer glücklich agiert hat, etwa bei der Klage gegen Google, muss bei der Kaufentscheidung nicht unbedingt eine Rolle spielen. Übrigens: Sowohl Red Hat als auch Suse und Oracle schließen in ihren Enterprise-Distributionen eine Versicherung ein, die Kunden vor potenziellen Copyright-und Patentklagen schützt.

Der Autor

Thomas Drilling ist seit mehr als zehn Jahren hauptberuflich als freier Journalist und Redakteur für Wissenschafts- und IT-Magazine tätig. Er selbst und das Team seines Redaktionsbüros verfassen regelmäßig Beiträge zu den Themen Open Source, Linux, Server, IT-Administration und Mac OS X. Außerdem arbeitet Thomas Drilling als Buchautor und Verleger, berät als IT-Consultant kleine und mittlere Unternehmen und hält Vorträge zu Linux, Open Source und IT-Sicherheit.

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