Ubuntu Business Desktop Remix 12.04 LTS

© Parinya Niranatlumpong, 123RF

Neu gemischt

Mit seiner erstmals mit der Version 11.04 veröffentlichten Variante "Ubuntu Business Desktop Remix" möchte Canonical nicht nur Windows vom Unternehmens-Desktops verdrängen, sondern vor allem auch eine kostengünstige Alternative zu den Unternehmens-Desktops von Red Hat und Suse bieten.
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Zwei Wochen nach der Veröffentlichung von Ubuntu 12.04 LTS (Long Termin Support) im Mai 2012 hat Canonical die erste Aktualisierung seiner "Business Desktop Remix" [1] genannten Unternehmens-Variante herausgegeben. Erstmalig hatte man sie in der Version 11.10 mit dem Ziel veröffentlicht, den Enterprise-Desktop-Produkten von Red Hat und Suse eine Ubuntu-Variante gegenüberzustellen. Mit der Version 12.04 erlangte auch der Business Desktop Remix den LTS-Standard und ist daher aufgrund der von Canonical für einen Zeitraum von fünf Jahren garantierten Verfügbarkeit von Updates möglicherweise eine Alternative zu den kommerziellen Unternehmens-Desktops von Red Hat (RHEL für Desktops) und Suse (SLED – Suse Linux Enterprise Desktop).

Beim Studium der Papierform wird aber schnell klar, dass ein Vergleich mit den genannten Enterprise-Desktops hinkt. Zum einen ist der Ubuntu Business Desktop Remix im Unterschied zu RHEL und SLED nach einmaliger Registrierung kostenlos verfügbar. Zum zweiten unterscheidet sich die Distribution faktisch kaum von einer regulären Ubuntu-Distribution; was die Installation angeht bis auf den Startbildschirm überhaupt nicht. Die Enterprise-Versionen von Suse und Red Hat dagegen weichen dagegen erheblich von Open Suse und Fedora ab.

Vorteil Ubuntu

Im Rahmen des Advantage-Programms [2] bietet Canonical allerdings auch ein kostenpflichtiges Support-Programm, wahlweise für Server-, Desktop- und Cloud-Dienste beziehungsweise Produkte, sodass sich auch unsere Übersicht der aktuell verfügbaren Enterprise-Distributionen zumindest aus Kostengesichtspunkten um je eine Server- und Desktop-Variante von Ubuntu ergänzen lässt (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1

Preise und Supportleistungen

Distribution

Ubuntu-Server

Ubuntu-Desktop

Basis-Preise für ein Jahr

Anzahl

1 Server

Support-Umfang

"Essential": Landscape, Ubuntu Assurance, Wissensdatenbank, Installation

Preis

320 US-Dollar

Standard-Preise für ein Jahr

Anzahl

1 Server

1 Desktop

Support-Umfang

"Standard": Landscape, Ubuntu Assurance, Wissensdatenbank, Installation, Windows-Integration, Virtualisierung

"Standard": Landscape, Ubuntu Assurance, Wissensdatenbank, Installation

Preis

700 US-Dollar

105 US-Dollar

Premium-Preise für ein Jahr

Anzahl

1 Server

1 Desktop

Support-Umfang

"Advanced": Landscape, Ubuntu Assurance, Wissensdatenbank, Installation, Windows-Integration, Virtualisierung, Clustering, angepasstes Paket-Repository

"Advanced": Landscape, Ubuntu Assurance, Wissensdatenbank, Installation, Desktop-Virtualisierung, Entwickler-Tools

Preis

1300 US-Dollar

165 US-Dollar

Übrigens verspricht Canonical mit dem Advantage-Programm seinen Kunden unter dem Namen "Ubuntu Assurance" auch eine Art Versicherung gegen Patent-Klagen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Ubuntu im Unternehmen. Canonical sichert seinem Advantage-Kunden im Falle eines Falles sowohl die Verteidigung als auch die Übernahme der entstandenen Kosten zu. Im Zusammenhang mit dem Advantage-Programm ist auch Canonicals Landscape [3] zur zentralen Verwaltung von Ubuntu-Installationen erwähnenswert (siehe Kasten "Landscape").

Landscape

Neben kommerziellen Support bietet Canonical mit Landscape auch professionelle Unterstützung beim "Ausrollen" der Distribution an. Landscape ist eine Management-Software, mit deren Hilfe der Administrator Server-, Desktop- und Cloud-Dienste verwalten kann, vergleichbar mit dem Satellite Server von Red Hat (siehe Artikel in diesem Schwerpunkt). Mit Landscape ist es beispielsweise möglich, Sicherheits-Updates auf mehren hundert Maschinen gleichzeitig einzuspielen. Canonical bietet Landscape optional zu seinem Advantage-Support-Dienst an. Darüber hinaus bietet Landscape dem Admin exklusiven Zugriff auf Canonicals Knowledge-Datenbank.

Durchleuchtet

Der Business Desktop Remix steht nach einer obligatorischen Registrierung zum kostenlosen Download in 32- und 64-Bit-Varianten für x86-Systeme zur Verfügung. Aus technischer Sicht unterscheidet sich Ubuntu Business Desktop 12.04 nicht von der Standard-Version, im Gegensatz zu den Desktop-Produkten von Red Hat und Suse.

Das Ziel des Ubuntu Desktop Remix besteht laut Canonical [4] darin, Administratoren in Unternehmen ein Fundament zur Verfügung zu stellen, das diese nach Belieben für ihre Zwecke adaptieren können. Daher hat Canonical beim Business-Desktop Remix in erster Linie Spiele und Anwendungen, die sich mit sozialen Netzwerken verbinden, sowie Filesharing-Tools aus der Distribution entfernt, ebenso wie eine Reihe weiterer Programme und Werkzeuge. Das sind im Prinzip vor allem Programme, die sich an Heimanwender richten.

Dafür hat Canonical seiner Business-Variante im Gegenzug eine Reihe von speziell im Unternehmen nützlichen Anwendungen spendiert, wie das Adobe Flash Plugin, OpenJDK und VMware View oder Unterstützung für MS Windows RDP 7.1 in Form des "Remmina Remote Desktop Client" eingebaut (Abbildung 1). Der universelle Remote-Desktop-Client unterstützt über Plugins neben RDP auch die Protokolle für VNC, NX, Telepathy oder XDMCP.

Abbildung 1: Remmina ist ein vielseitiger, leistungsfähiger und erweiterbarer Remotedesktop-Client.

Alles davon lässt sich naturgemäß auch bei einer regulären Ubuntu-Varainte nachinstallieren, allerdings erspart der Ubuntu Desktop Remix dem Administrator, dank fehlender Spiele und Heim-Anwendungen viel Arbeit. Darüber hinaus wird sich der eine oder andere Admin über nützliche Kleinigkeiten, wie einen Libre-Office-Import-Filter für Microsoft Visio freuen.

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