Netzwerk-Inventarisierung mit Aagon ACMP 4.0 und Open-Source-Lösungen

© Daniel Kaesler, 123RF

Inventur-Helfer

Für die IT-Inventarisierung gibt es zahlreiche kostenlose und auch kostenpflichtige Tools. Dieser Beitrag vergleicht einige der bekanntesten zur Inventarisierung von Rechnern, Geräten und Smartphones. Wer eine Inventarisierungslösung für vernetzte Geräte sucht, findet hier bestimmt etwas Passendes.
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Bei ACMP von Aagon [1] handelt es sich um eine Sammlung von Werkzeugen, die Inventarisierungsberichte über Hard- und Software im Unternehmen generieren. Die Sammlung ist modular aufgebaut und lässt sich mit Addons erweitern, um beispielsweise den Virenschutz mit einem eigenen Agenten zu überwachen. Für die grundlegenden Funktionen der Inventarisierung – den Schwerpunkt des Produkts – benötigt die Software keinen Agenten. Nur wenige Tools warten mit so umfassenden Berichtsfunktionen und einer so einfachen Einrichtung auf.

Aagon ACMP 4.0

Die Bedienung von Aagon ACMP 4.0 entspricht dem Umgang mit Windows 8 und Office, an dessen bunten Kacheln und dem Menüband sich die Entwickler orientierten. Windows-Administratoren kommen daher schnell mit dem Programm zurecht. Das war aber bereits in den Vorgängerversionen so. Die Software ist trotz umfangreicher Funktionen leicht bedienbar.

In der Oberfläche lassen sich auch eigene Einstellungen und Farben verwenden. Das Menüband und die Kacheln sind entsprechend anpassbar. Die neue Version gestattet es, mehrere Verwaltungsfenster gleichzeitig zu öffnen. Verschiedene Aufgaben erledigt man dadurch einfach in einem eigenen Fenster: Hier die Inventarisierung, da eine Abfrage.

Nachdem das Netzwerk erstmalig gescannt und die Daten in die Datenbank eingetragen sind, lassen sich Standardabfragen ausführen oder eigene Abfragen anlegen (Abbildung 1). Die Abfrageergebnisse sind in Berichten zusammenfassbar, die in verschiedenen Formaten zur Verfügung stehen.

Abbildung 1: ACMP 4.0 bietet vorbereitete Abfragen nach dem Scannen des Netzwerks an.

Berechtigungen lassen sich in der neuen Version jetzt auch vererben und auf ganze Ordner anwenden. Eine weitere Neuerung erleichtert die Lizenzenverwaltung.

ACMP 4.0 läuft unter Microsoft-Betriebssystemen ab Windows XP sowie MacOS X ab Leopard. Der ACMP-Server kommt unter Windows Server 2003, 2008, 2008 R2 und 2012 zurecht.

Auch gängige Linux-Distributionen mit Python 2.6 werden unterstützt. Die neue Version ermöglicht zudem die Inventarisierung von Windows 8 und Windows Server 2012. Obwohl der Schwerpunkt von ACMP im Windows-Bereich liegt, lassen sich auch Linux-Rechner in der neuen Version ganz gut erfassen.

Netzwerke scannen und Daten erfassen

Damit die Anwendung alle Rechnerdaten einlesen kann, ist ein Client notwendig. Der lässt sich via Skript installieren. Der Installationsassistent des Servers legt dazu auf dem Server eine Freigabe mit den Installationsdateien für den Client an. Das Anmeldeskript des zu inventarisierenden Rechners bindet die Freigabe ein und so startet die Client-Installation automatisch. Das Ganze funktioniert auch über Gruppenrichtlinien.

Wenn ein Scan-Vorgang abgeschlossen ist, speichert ACMP die Daten wie Betriebssystem, Lizenznummern und weitere in einer SQL-Datenbank. In der Verwaltungsoberfläche lassen sich anschließend Abfragen erstellen, die bestimmte Werte gezielt zu Tage fördern. Dabei haben die Entwickler in der neuen Version einige Verbesserungen integriert, wodurch sich beispielsweise Abfragen jetzt auch per Drag&Drop erzeugen lassen. Auf Wunsch hilft außerdem ein Assistent.

Filter erlauben es, zum Beispiel die Systemvoraussetzungen für zu installierende Anwendungen im Netzwerk zu testen. Sinnvoll ist das etwa, wenn Unternehmen von Windows 7 zu Windows 8 wechseln wollen. Nach einem Scan des Netzes lassen sich installierte Anwendungen anzeigen (Abbildung 2), dazu BIOS-Version und Hardware-Informationen. Ähnliches funktioniert auch für Linux-Rechner und Computer mit MacOS.

Abbildung 2: ACMP kann auch die installierten Anwendungen von Computern anzeigen.

Auch wenn das Patch-Management nicht im Fokus der Anwendung steht, kann man sich im Bereich »Windows Update Management« die installierten Updates inklusive einer Beschreibung des Patches anzeigen lassen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Auch Patches verwaltet man mit ACMP. Sogar eine Beschreibung zu den Patches kann das Programm ausgeben.

Die Abfragen können auch das Active Directory umfassen. Mit dem Befehl »Is User in Group« kann man zum Beispiel feststellen, ob der aktuell angemeldete Benutzer Mitglied einer bestimmten Gruppe im Active Directory ist. Auch darauf lassen sich Berichte aufbauen, die dann einzelne Felder der Datenbank zusammenfassen (Abbildung 4).

Abbildung 4: So erzeugt man Berichte über Abfragen aus der ACMP-Datenbank.
Abbildung 5: Auch mit LOGINventory erhält man umfassende Daten aus Netzwerken.

In der neuen Version 4 ist die Hilfe des Programms wesentlich umfangreicher und aktueller geworden. Dafür hat Aagon die Offline-Hilfe zu einer Online-Hilfe umgebaut, die die Entwickler ständig aktualisieren.

Alles in allem überzeugt ACMP durch die einfache Bedienung und schnelle Einrichtung. Die weitreichenden Möglichkeiten des Tools rechtfertigen allemal einen Blick. Leider bieten die Entwickler derzeit keine Download-Möglichkeit an. Interessierte Administratoren können sich aber eine Test-DVD zusenden lassen. Alle Neuerungen der aktuellen Version findet man auf [2]. Die Preise von ACMP liegen bei 39 Euro bis 65 Euro, abhängig von der Anzahl eingesetzter Arbeitsstationen, aber nicht vom Betriebssystem. Unternehmen erhalten zusätzlich ein Jahr Support.

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