Editorial

A Backup Horror Story

Mit einer vernünftigen Backup-Strategie wappnen sich Administratoren erfolgreich gegen Datenverluste und längere Systemausfälle. So zeigen wir Ihnen ... (mehr)

Liebe Leser,

unser Held ist unter Druck, es läuft die letzte Woche eines großen Projekts. Seine Aufgabe: Dateien zusammenführen. Ein Blick auf seinen Monitor zeigt, dass aktuell 40 Files auf diese Behandlung warten. Dann Entsetzen, als das Verzeichnis plötzlich komplett leer ist. Sekunden später schrillen überall Telefone. Nach Notstopp des Servers steht fest, dass so gut wie alle Projekt-Verzeichnisse gelöscht sind! Also Backup einspielen und von vorn. Bis zum Ende der Woche wird die verlorene Zeit wieder aufgeholt. Doch dann klingeln die Telefone erneut.

Es zeigen sich unkorrigierbare Fehler in den fertigen Dateien, die auf Probleme mit den Rohdaten hinweisen. Diese weisen Versionsstand "20" anstatt "420" auf und nun drohen fast 30 Mannjahre Arbeit über den digitalen Hades zu schippern. Denn das Backup-Tape war seit Wochen unbemerkt voll. Nur ein glücklicher Zufall rettet das Projekt. Dies ist keine Fiktion, sondern dem Film "Toy Story 2" mit Produktionskosten von 90 Millionen US-Dollar wiederfahren. Weil eine Mitarbeiterin den Film vorab ihren Kindern zeigen wollte und sich eine lokale Kopie zog, konnte der Rest der Welt ihn später in den Kinos bewundern. Nicht jedoch ohne einen finalen Horror-Akt: Jede der mehr als 100.000 Dateien musste von Hand auf ihren Versionsstand geprüft werden, um so zu entscheiden, ob die Backup-Datei zu nutzen war oder die lokale Kopie.

Selbst wenn sich die Geschichte aus IT-Sicht in prähistorischen Zeiten zutrug, hält sie doch mehr als eine Lehre für den IT-Verantwortlichen bereit. Die erste ist alt: Backups testen, Recovery üben. Und Datensicherung umfasst auch den Schutz vor versehentlichem Löschen durch menschliches Versagen. Dies lässt sich nie ausschließen, wäre jedoch bei weitem nicht so dramatisch, hätte nicht jeder Mitarbeiter volle Rechte auf alle Verzeichnisse gehabt. Nur die Frage, warum bei einem urheberrechtlich so sensiblen Thema wie einem Hollywood-Blockbuster eine lokale Kopie existieren kann, geht vielleicht eher an den IT-Sicherheitsbeauftragten.

Es wäre ein Hohn zu sagen, dass diese Ausgabe hilft, Backup & Recovery besser im Griff zu haben. Das haben Sie hoffentlich sowieso. Dennoch kann sie einigen Horror ersparen, etwa indem wir die komplexen Backup-Szenarien für MS SQL Server (ab Seite 66) und vCenter (ab Seite 78) detailliert darstellen. Auch zeigen wir ab Seite 88, wie der Bacula-Fork Bareos die Konfiguration freier Sicherungswerkzeuge dramatisch vereinfacht. Oder Sie staunen wie die Redaktion über die erstaunlichen Fähigkeiten, die CrashPlan bei der Datensicherung auf Clients im Test ab Seite 20 zeigt. Viel Freude beim Lesen wünscht

John Pardey, Chefredakteur

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