Neue Features in VirtualBox 5.0

Und fertig ist die Kiste!

Das populäre VirtualBox bringt mit Version 5.0 interessante Neuerungen wie etwa die erweiterte USB-Unterstützung oder produktives Drag & Drop zwischen Host und VM. Auch in Sachen Sicherheit legt das Virtualisierungswerkzeug nach und erlaubt nun die Verschlüsselung virtueller Festplatten.
IT-Administrator stellt die Neuerungen vor und wirft einen ersten Blick in Richtung Paravirtualisierung.
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VirtualBox [1] ist ein schönes Beispiel dafür, wie innovative Software aus einer kleinen deutschen Software-Schmiede weltweite Verbreitung erlangen kann. 2004 begann das Weinheimer Unternehmen innotek mit der Entwicklung der Virtualisierungssoftware VirtualBox. Anfang 2007 stellte das Unternehmen VirtualBox erstmals als freie Software zur Verfügung und wurde ein Jahr später von Sun Microsystems übernommen. Sun wiederum wurde 2010 von Oracle geschluckt, und seither wird VirtualBox von Oracle vertrieben. Die Software unterliegt der GPLv2-Lizenz, nur das Erweiterungspaket, das sogenannte "VirtualBox Extension Pack", unterliegt einer proprietären Lizenz.

Viele Detailverbesserungen landen im Extension Pack

VirtualBox 5.0 präsentiert sich nach der Installation in der gewohnten Form: Mit Hilfe des VirtualBox-Managers verwalten Sie Ihre virtuellen Maschinen (VM). Um in den Genuss der Neuerungen zu gelangen, sollten Sie sich zunächst das "VirtualBox Extension Pack" von der Projekt-Website herunterladen und installieren. In diesem Paket ist der neue XHCI-Treiber enthalten, der USB 3.0-Geräte unterstützt. Damit lassen sich in VirtualBox auch USB-Festplatten als virtuelle Datenspeicher einbinden.

Ab Version 4.0 haben die Entwickler verschiedene Komponenten aus dem Basissystem herausgenommen und in das Extension Pack verfrachtet, das gesondert heruntergeladen und installiert werden muss. Die USB-Unterstützung ist in diesem Paket implementiert, und zwar als USB 2.0 EHCI- und USB 3.0 XHCI-Treiber.

Neben den USB-Treibern ist auch die Unterstützung von VRDP (VirtualBox Remote Desktop Protocol), das den Remote-Zugriff erlaubt, die Verwendung der Host-Webcam im Gast-OS und die PXE-Boot-Funktion an das Erweiterungspaket gekoppelt. Eine weitere Neuerung von VirtualBox 5.0 ist im Extension Pack implementiert: Die Verschlüsselungsfunktion, mit der Sie Ihre virtuellen Festplatten vor fremdem Zugriff schützen.

Das VirtualBox Extension Paket besitzt die Dateierweiterung "VBOX-EXTPACK" und steht wie das Hauptprogramm über den Download-Bereich der VirtualBox-Website zum Download bereit. Um das Paket zu installieren, führen Sie es einfach mit einem Doppelklick aus.

Ob bereits ein Extension Package installiert ist, verrät Ihnen der VirtualBox-Manager. Führen Sie den Menübefehl "Datei / Einstellungen / Zusatzpakete" aus. Der zugehörigen Übersicht können Sie die bereits verwendeten Erweiterungen entnehmen und gegebenenfalls nicht benötigte entfernen. Laut Angaben der Entwickler kann VirtualBox 5.0 auch virtuelle SATA-Festplatten im laufenden Betrieb ein- oder aushängen – Stichwort Hot-Plugging.

Bild 1: Die Arbeitsoberfläche von VirtualBox 5.0 dürfte Nutzern vorheriger Versionen sehr vertraut vorkommen.

Drag & Drop wird produktiv

VirtualBox 5.0 hat weitere praktische Neuerungen erfahren, die die Arbeit mit der Virtualisierungsumgebung vereinfachen. Bereits in Version 4.2 war die experimentelle Drag & Drop-Unterstützung implementiert. Die ist in VirtualBox 5.0 nun zur Produktivitätsfähigkeit gereift. Sie erlaubt es Anwendern, Inhalte vom Host auf das Gastsystem zu übertragen – und umgekehrt.

Drag & Drop ermöglicht das transparente Kopieren und Öffnen von Dateien, Verzeichnissen und mit Einschränkungen die Verwendung der Zwischenablage. Das Ziehen und Fallenlassen funktioniert momentan zwischen Windows und X-Window-basierten Betriebssystemen – und zwar sowohl auf Host- als auch auf Gastseite. Damit das bidirektionale Kopieren klappt, müssen Sie die neuesten Gast-Erweiterungen auf dem Gastsystem installieren.

Das Ausgangssystem, von dem die Daten stammen, wird in der VirtualBox-Terminologie als Quelle bezeichnet, das System, auf dem die Daten landen sollen, entsprechend als Ziel. Um Daten von der Quelle auf das Ziel zu transferieren, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen. Sie können die Elemente kopieren, verschieben und verlinken. Allerdings sind die beiden letzten Funktionen noch nicht implementiert.

Aus Sicherheitsgründen haben die VirtualBox-Entwickler einen Mechanismus eingebaut, über den Sie pro VM festlegen, in welche Richtung Daten transferiert werden können. Die vier Modi sind über das VM-Menü über den Menübefehl "Geräte / Drag and Drop" verfügbar:

- Deaktiviert: Die Drag & Drop-Funktionalität ist deaktiviert. Das ist die Standardeinstellung bei neuen VMs.

- Host zu Gast: Vom Host können Daten auf das Gastsystem übertragen werden.

- Gast zu Host: Die umgekehrte Variante.

- Bidirektional: Der Austausch in beide Richtungen ist möglich.

In der aktuellen Version ist diese Funktionalität allerdings nur in Verbindung mit dem VirtualBox-Manager gegeben. Auch die Verwendung der Zwischenablage konfigurieren Sie über das Geräte-Menü jeder einzelnen VM in entsprechender Weise.

VirtualBox bietet neben diesen beiden Anpassungen auch die Möglichkeit, die Menü- und Statusleiste an die individuellen Wünsche anzupassen. Nicht benötigte Menüs und Statussymbole lassen sich für jede einzelne VM konfigurieren. Eine ressourcenschonende Neuerung von VirtualBox 5.0 ist der sogenannte Headless-Modus. In diesem Modus können Sie einzelne VMs unabhängig voneinander ausführen und dann auch den VirtualBox-Manager schließen, ohne dass die virtuellen Systeme irgendwelchen Einschränkungen unterliegen.

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