Editorial

Das kostet aber…

Sind Anwendungen oder Dateien unerwartet nicht mehr verfügbar, stehen schnell Teile des Unternehmens still und die Augen sind auf den Admin gerichtet. Um ... (mehr)

Liebe Leser,

ein Administrator berichtete vor kurzem in einem der IT-Administrator Trainings von einem IT-Stillstand, der durch einen Blitz ausgelöst wurde. Gleichzeitig legte dieser unglücklicher Weise auch alle drei Datenleitungen zu den Backup-Rechenzentren lahm, was ein zügiges Desaster Recovery verhinderte. Diese IT-Katastrophe fällt womöglich in die Kategorie "man kann gar nicht so dumm denken, wie es kommen kann" – dennoch muss ein mittelständisches Unternehmen im Laufe eines Jahres mit vier signifikanten Ausfällen der IT rechnen, die jeweils etwa vier Stunden benötigen, bis sie behoben sind. Dabei muss das Unternehmen mit Kosten von rund 25.000 Euro pro Stunde Ausfall rechnen. Diese Daten, ermittelt in einer Befragung von 300 mittelständischen Unternehmen, sollte nicht nur der Administrator, sondern auch der Geschäftsführer kennen. Und diese Erkenntnisse eines renommierten deutschen Systemhauses stammen noch aus der Zeit, bevor Krypto-Trojaner hunderttausende Festplatten verschlüsselten. Die Situation dürfte sich also in letzter Zeit eher noch verschlechtert haben, insbesondere bei der Häufigkeit der Systemausfälle.

Einerseits sind solche Zahlen insofern mit Vorsicht zu genießen, als dass wir es mit Durchschnittswerten zu tun haben: Fällt im Unternehmen mal 30 Minuten der Dateiserver aus, sind vermutlich keine 12.500 Euro Verlust zu beklagen. Steht hingegen Exchange im Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern und einer Million Kunden im Jahresendgeschäft drei Tage still, dürfte der Schaden weit größer sein als 72 mal 25.000 Euro. Andererseits helfen die Zahlen der IT-Organisation, Budget für die Sicherung der Systemverfügbarkeit freizusetzen. Hilfreich ist dabei sicher auch, dass solche Werkzeuge heutzutage nicht mehr mit einem sechsstelligen Preisschild versehen sind.

Dennoch gaben im Rahmen der Umfrage nur ein Drittel der Unternehmen an, "durch geeignete Maßnahmen eine maximale IT-Verfügbarkeit zu erreichen". Der Rest leistet sich ein Restrisiko oder hat gar keine derartigen Maßnahmen implementiert. Dass dieses Vorgehen heute keine Sparmaßnahme mehr darstellt, zeigen unter anderem unsere Tests von Evidians "SafeKit" (Seite 14) und Stratus' "everRun Express" (Seite 24), die ihre technisch ausgereifte Hochverfügbarkeit für jeweils weniger als 5000 Euro anbieten – den Kosten von zwölf Minuten Systemstillstand. Aber auch freie Software leistet hier gute Dienste, wie etwa Proxmox in virtualisierten Umgebungen ab Seite 91 beweist. Viel Spaß beim Lesen wünscht

John Pardey

Chefredakteur 

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