Dark Portal: Bug in Qemu gefährdet VM-Hosts

13.05.2016

Ein Fehler im VGA-Code erlaubt unterschiedliche Angriffe auf Systeme, die virtuelle KVM- und Xen-Maschinen betreiben. 

Wei Xiao und Qinghao Tang von 360.cn haben einen Fehler im Code des Emulator Qemu gefunden, der für verschiedene Angriffe auf virtualisierte Systeme missbraucht werden kann. Bei dem unter dem Namen "Dark Portal" firmierenden Bug (CVE-2016-3710) lassen sich Lese- und Schreiboperationen in Bereiche durchführen, die eigentlich geschützt sein sollten (out of bounds memory access). Ein Typecast im Quellcode erlaubt den Zugriff über den normalerweise auf 16 MByte begrenzten VGA-Speicher. Verborgen ist er in der VGA-Emulation mit VESA-BIOS-Erweiterungen (VBE). 

Betroffen sind Systeme, die mit KVM oder Xen virtuelle Maschinen betreiben und dabei Qemu zur Device-Emulation verwenden. Je nachdem, welchen Bereich des Speichers potenzielle Angreifer lesen oder beschreiben dürfen, kann das zu einem Crash von VMs oder der Preisgabe von Informationen führen. Auch die Möglichkeit, eigenen Code mit den Rechten des Qemu-Prozesses auszuführen, wird nicht ausgeschlossen. 

Red Hat hat den Bug in Updates seiner Linux-Distributionen RHEL 6 und 7 sowie den entsprechenden OpenStack-Distributionen geschlossen. Debian hat ein Update für Debian 8 "Jessie"veröffentlicht, ältere Versionen werden nicht mehr unterstützt. Canonical hat Updates für die betroffenen Versionen Ubuntu 16.04 LTS, Ubuntu 15.10, Ubuntu 14.04 LTS und Ubuntu 12.04 LTS veröffentlicht. 

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