Devuan forkt Debian

01.12.2014

Die anonyme Gruppe der Unix-Veteranen macht Ernst und startet einen Fork von Debian Linux.

Eine Gruppe von "Unix-Veteranen", die schon vor kurzem mit einem Fork der Debian-Linux-Distribution gedroht hatte, macht jetzt ernst. Laut einer Ankündigung auf der Dyne-Mailingliste startet die Gruppe jetzt ihren Fork unter dem Namen "Devuan" und hat dazu bei Github einige Repositories eingerichtet. Der Grund dafür ist, dass Debian künftig auf das Init-System Systemd setzt. Das Ziel von Devuan ist entsprechend, eine Debian-Distribution zu schaffen, die ohne Systemd auskommt.

Ein Release ist für Anfang 2015 vorgesehen, wenn auch die kommende Debian-Version erscheinen soll. Laut den Plänen der Devuan-Entwickler sollen Anwender vom neuen Debian-Release einfach per Paketmanager auf den Systemd-freien Ableger wechseln können. Die Devuan-Entwickler hatten sich bislang auf ihrer Website hinter dem Gruppenpseudonym versteckt. Mittlerweile sind aber über die Quellcode-Repositories Franco Lanza und der Dynebolic-Entwickler Denis "Jaromil" Roio namentlich in Erscheinung getreten.

Bereits die Diskussion um die Einführung des neuen Init-Systems hatte unter Debian-Entwicklern für viel Konflikte gesorgt, die bis heute anhalten, obwohl das Technical Committee schon seit langem eine Entscheidung zugunsten von Systemd gefällt hatten. Zuletzt haben einige Debian-Entwickler sich aus dem Projekt zurückgezogen, wenn auch nicht unbedingt wegen der Entscheidung für Systemd, aber wenigstens wegen der zermürbenden Diskussionen und bürokratischen Prozesse des Debian-Projekts.

Dass sich die von den Devuan-Machern vorgebrachten Argumente eher gegen einen Strohmann richten, demonstriert Erich Schubert in seinem Blog, in dem er ausführt, dass Systemd auch in der aktuellen Debian-Entwicklerversion "Jessie" nicht alternativlos ist. Tatsächlich gibt es nur das "init"-Metapaket, das die Installation der Alternativen "systemd-sysv", "sysvinit-core" oder "upstart" erfordert. Zumindest auf Server-Systemen ist es auch künftig möglich, mit dem Anpassungspaket "systemd-shim" ein Systemd-loses Debian zu konfigurieren.

Wer stattdessen lieber Systemd näher kennenlernen möchte, kann dies mit Hilfe des ADMIN-Artikels "System-Start mit Systemd" tun.

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus
Mehr zum Thema

Devuan: Systemd-freier Debian-Fork erreicht Version 1.0

Nach mehr als zwei Jahren Entwicklungszeit haben die Unix-Veteranen einen Release-Kandidaten des Debian-Ablegers ohne Systemd erreicht.

Artikel der Woche

Setup eines Kubernetes-Clusters mit Kops

Vor allem für Testinstallationen von Kubernetes gibt es einige Lösungen wie Kubeadm und Minikube. Für das Setup eines Kubernetes-Clusters in Cloud-Umgebungen hat sich Kops als Mittel der Wahl bewährt. Wir beschreiben seine Fähigkeiten und geben eine Anleitung für den praktischen Einsatz. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Container

Wie setzen Sie Container ein?

  • Gar nicht
  • Docker standalone
  • Docker mit Kubernetes
  • Docker mit Swarm
  • Docker mit anderem Management
  • LXC/LXD
  • Rocket
  • CRI-O auf Kubernetes
  • Container auf vSphere
  • Andere (siehe Kommentare auf der Ergebnisseite)

Google+

Ausgabe /2018

Microsite