Europas Schnellster spart Strom

19.06.2012

Europas schnellster Rechner, das neue SuperMUC-System im Leibniz Rechenzentrum (LRZ) bei München ist mit seiner Warmwasserkühlung zugleich eines der energieeffizientesten Systeme überhaupt.

Der aus IBM System x iDataPlex dx360 M4-Servern mit über 150 000 Kernen aufgebaute Supercomputer (Platz vier im Top500-Ranking) spart mit seiner Wasserkühlung gegenüber luftgekühlten Systemen, bei denen oft die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs auf die Kühlung entfällt, bis zu 40 Prozent Energie. Seine Betreiber müssen deshalb rund 1,6 Millionen Euro weniger für Strom ausgeben. Der Clou der zusammen mit der ETH Zürich entwickelten Wasserkühlung (Abbildung) ist, dass sie von der Überlegung ausging, welche Temperatur das Kühlwasser haben müsse, um später weiter nutzbar zu sein, beispielsweise für Heizungszwecke. Es ergab sich ein Temperaturbereich von 60 bis 70 Grad Celsius. Auf den unteren Wert wird das Kühlwassers des Rechners nun vorgeheizt, der Rechner erwärmt es bis zum oberen Grenzwert, mit dem es dann in Heizungssysteme eingespeist werden kann.

Das SuperMUC-System erreicht derzeit mehr als 3 Petaflops, ein weiterer Ausbau bis 2014 ist geplant. Wollte man diese Rechenleistung manuell erreichen, müsste fast die Hälfte der Menschheit - drei Milliarden Menschen - eine Million Rechenoperationen pro Sekunde mit einem Taschenrechner ausführen. Im LRZ kommt dieses Rechenvermögen rund 2000 verschiedenen Applikationen zugute, darunter solchen aus den Bereichen Earth Science (zum Beispiel Erdbebenforschung), Health Care, Astronomie oder Plasmaforschung.

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Ausgabe  04/2014