Europas schnellster Recher in Betrieb

20.07.2012

SuperMUC, Europas schnellster Rechner und zugleich das viertschnellste System der Welt, wurde heute in Anwesenheit der Bundesministerin für Forschung und Bildung Annette Schavan (Abbildung) und dem bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch im Leibniz Rechenzentrum Garching in Betrieb genommen.

Der  Superrechner, der drei Petaflops zu leisten vermag, wird Wissenschaftlern vieler Fachrichtung vorrangig an den beiden Münchner Universitäten neue Erkenntnisse gewinnen helfen, darunter für die Strömungssimulation und Ingenierurleistungen (44 Prozent), für die Astrophysik (15 Prozent), für die Hochenergie-Physik (14 Prozent) oder die Chemie (13 Prozent). Zu konkreten Anwendungsbeispielen gehören etwa die Minimierung des Einflusses von Luftströmungen auf eine mit einem Weltraum-Teleskop ausgestattete Boeing der NASA, Berechnungen zur Evolution des Universums oder medizinische Computersimulationen. Auch ein neues Zentrum für die Visualisierung komplexer Daten profitiert von der Rechenleistung.

Die Inbetriebnahme des SuperMUC mit (v.l.n.r.) Prof. Dr. Arndt Bode, Vorsitzender des Direktoriums des Leibniz-Rechenzentrums, Martina Koederitz, Vorsitzende der IBM-Geschäftsleitung in Deutschland, Bundesministerin Annette Schavan und Staatsminister Wolfgang Heubisch.

Das System besteht aus knapp 150 000 Rechenkernen in etwas über 9000 Knoten (zu je rund 5000 Euro) und ist mit neuesten Intel-Prozessoren (Sandy Bridge) ausgestattet. Es verfügt über 288 TByte Hauptspeicher und greift auf Plattenspeicher mit dem parallelen Dateisystem GPFS von insgesamt 10 PByte zu. Die Investitions- und Betriebskosten des jetzt installierten SuperMUC für fünf bis sechs Jahre einschließlich der Stromkosten betragen 83 Mio. Euro, die das Land Bayern und der Bund zur Hälfte finanzieren. Die nötige Gebäudeerweiterung auf dem Forschungscampus in Garching, die Platz für SuperMUC und weitere Systeme schuf, wurde 2011 abgeschlossen. Auch die Baukosten von 50 Mio. Euro teilten sich Bund und Bayern.

Ein besonderer Clou des neuen Superrechners ist seine Warmwasserkühlung (Abbildung), die den Stromverbrauch im Vergleich mit einer Luftkühlung um bis zu 40 Prozent senken kann und gleichzeitig sehr energieeffizient ist, weil die Abwärme zur Gebäudeheizung verwendet werden kann.

Auf dem Festakt zur Inbetriebnahme des Höchstleistungsrechners wurde zugleich der 50. Geburtstag des Leibniz Rechenzentrums (LRZ) begangen und Rückschau auf seine Geschichte gehalten, die vom lochkartengesteuerten Einzelrechner der 60er Jahre bis zur heutigen Cloud reicht.

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