GPL-Vorwürfe gegen VMware

06.03.2015

Kernel-Programmierer Christoph Hellwig erhebt Vorwürfe gegen VMware wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die GPL-Bedingungen. 

Der Kernel-Programmierer Christoph Hellwig wirft VMware vor, gegen die Lizenzbedingungen der GPL zu verstoßen. Deshalb hat er vor dem Landgericht Hamburg Klage eingereicht. Unterstützt wird er dabei von der Software Freedom Conservancy. Vor Gericht vertritt ihn der Rechtsanwalt Till Jaeger, ein Mitgründer des Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software, der bereits den Kernel-Entwickler Harald Welte in GPL-Verfahren erfolgreich vertreten hat. 

VMware habe mit dem "vmkernel" in den eigenen Produkten Code aus dem Linux-Kernel verwendet, aber den eigenen Quellcode nicht veröffentlicht. Da der vmkernel aber im Sinn der GPL-Lizenz, die dem Linux-Kernel zugrunde liegt, ein abgeleitetes Werk ist, sei VMware dazu verpflichtet. Schon 2011 hat die Software Freedom Conservancy festgestellt, dass VMware den Quellcode seiner Version der Busybox-Software, die ebenfalls unter der GPL lizenziert ist, nicht veröffentlicht hat. 

Außergerichtliche Verhandlungen mit VMware führten nach Angaben der Conservancy nicht zu Ergebnissen. Beim letzten Versuch sei der Dialog zum Stillstand gekommen, als VMware dazu das Unterzeichnen eines NDA (Non Disclosure Agreement) verlangte. Aus diesem Grund habe man sich nun entschlossen, den Klageweg zu beschreiten. Zur finanziellen Unterstützung des Verfahrens und zur Verteidigung der GPL sucht die Software Freedom Conservancy auf der Kampagnenseite noch Spender. 

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