HTTP/2 finalisiert

18.02.2015

HTTP/2 hat die letzte Hürde auf dem Weg zum Standard genommen.

Die Internet Engineering Steering Group (IESG) hat den Vorschlag der zuständigen Arbeitsgruppe für das HTTP/2-Protokoll angenommen. Damit steht der Standardisierung von HTTP/2 nichts mehr im Weg. Nach einer redaktionellen Bearbeitung bekommt der entsprechende RFC eine Nummer zugewiesen.

Mark Nottingham, Vorsitzender der HTTP Working Group, bedankt sich in seinem Blog-Beitrag bei einigen Beteiligten namentlich, insbesondere den beiden Google-Mitarbeitern Mike Belshe und Roberto Peon, die mit ihren Arbeiten zum SPDY-Protokoll den Grundstein für HTTP/2 gelegt hätten. Allerdings habe Google entgegen eines verbreiteten Irrglaubens der IETF das Protokoll nicht aufgezwungen.

Umgesetzt ist HTTP/2 in der Spezifikation als Draft 14, wie er dem Last Call for Comments entspricht, bereits im Java-Web- und Applikationsserver Jetty. Daneben gibt es Implementierungen verschiedener Drafts in diversen Programmiersprachen. Sowohl für Apache wie auch Nginx gibt es bereits SPDY-Module, sodass recht bald auch Support für HTTP/2 zu erwarten ist.

Das neue HTTP/2-Protokoll soll zu kürzeren Seitenladezeiten führen, indem es per Stream-Multiplexing mehrere Anfragen über eine TCP-Verbindung erlaubt und so den Overhead für den Verbindungsaufbau reduziert. Die Priorisierung von Requests sorgt dafür, dass wichtige Anfragen gegenüber anderen bevorzugt behandelt werden. Mit einem Verfahren namens HPACK komprimiert HTTP/2 die übertragenen Header, um das Datenvolumen zu reduzieren.

Derweil sind nicht alle glücklich über das Ergebnis der HTTP-Reformation. So hat etwa der bekannte BSD-Programmierer Poul Henning Kamp mehrfach seine Unzufriedenheit geäußert und verschiedene Mängel des Protokolls thematisiert, zuletzt in einem Artikel in der ACM Queue unter dem Titel "HTTP/2.0 — The IETF is Phoning It In. Bad protocol, bad politics". So sei beispielsweise ein Resultat der "Politics", dass HTTP/2 auf verpflichtend durchgängige Verschlüsselung verzichte und damit hinsichtlich des Datenschutzes gegenüber dem Vorgänger keinen Fortschritt erziele. 

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