Hochsicherheits-Handy zertifiziert

09.09.2013

Das Security-Smartphone SiMKo 3 der Telekom hat die Prüfung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erfolgreich abgeschlossen.

Damit erhält die neue Generation der Hochsicherheits-Handys offiziell die Zulassung für die Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch). Mitgliedern der Bundesregierung sowie Mitarbeitern von Ministerien und Bundesbehörden steht für besonders vertrauliche Nachrichten damit künftig erstmals ein Mobilgerät zur Verfügung, das den neu entwickelten L4-Hochsicherheits-Mikrokern als Betriebssystem in sich trägt.

Der Kern hat nur wenige 10.000 Zeilen Programmcode, handelsübliche Smart-phones haben dagegen Millionen Zeilen. Stephan Maihoff, bei der Telekom für SiMKo verantwortlich, sagt: „So große Betriebssysteme, die sich auch noch sehr schnell weiterentwickeln, sind praktisch nicht prüfbar. Hintertüren lassen sich da nicht ausschließen. Gegen das Hacker-Risiko setzen wir einen transparenten Kern, der kein Versteck für Überraschungen und Sicherheit von innen bietet.“

Bei Kern und Sicherheitstechnik des SiMKo 3 setzt die Telekom durchgängig auf Unternehmen aus Deutschland. So kommt die Kryptokarte von certgate, für ver-schlüsselte Verbindungen sorgt NCP – beides Unternehmen aus Nürnberg. Das L4-Mikrokern-System haben die TU Dresden, das Dresdener Startup Kernkon-zept, die Telekom Innovation Laboratories sowie das Berliner Startup Trust2Core entwickelt.

Die ausgeklügelte Sicherheitstechnik des neuen SiMKo arbeitet bereits beim Einschalten und Hochfahren des Smartphones. Der L4-Kern übernimmt sofort völlig die Kontrolle über das Gerät und erlaubt nur noch, was sicher ist. Ein weiteres Novum der neuen SiMKos ist: Sie vereinigen ein sicheres und ein offenes Gerät in einem Gehäuse. Mit einem Wischen über den Bildschirm wechselt der Nutzer zwischen den Betriebsarten ‚secure’ und ‚open’ – etwa, um von einer vertraulichen Nachricht zu einer Zug- oder Fluginformation zu wechseln. Dabei sorgt der L4-Kern dafür, dass der offene Smartphone-Teil nicht zum Sicherheitsrisiko wird. Er ermöglicht es, auf dem SiMKo 3 zwei separate Betriebssysteme laufen zu lassen, die sich wie zwei völlig autarke Geräte verhalten. Die Daten der offenen und der sicheren Seite sind aufgrund der hohen Isolationswirkung des Mikrokerns strikt getrennt. Anwendungen kann der Nutzer sowohl für den offenen als auch den sicheren Bereich installieren. Dabei können die Programme entweder aus einem besonders geschützten App-Store der Telekom oder von kundeneigenen Servern heruntergeladen werden.

Die neuen SiMKo‘s sind ab sofort verfügbar, und werden bei einer Vertragszeit von zwei Jahren ab 1700 Euro kosten. Die Telekom arbeitet bereits an einer SiMKo-Produktfamilie mit Tablets oder Notebooks für den Heimarbeitsplatz. Ebenfalls in Kürze kommt eine SiMKo 3-Version auf den Markt, die den schnellen LTE-Funkstandard unterstützt.

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