Mehrere Steam-Spielekonsolen auf Linux-Basis angekündigt

08.01.2014

Der Spieledistributor Valve hat mehrere Hardware-Herstellern an Land gezogen, die im Laufe des Jahres Spielekonsolen auf Basis von Steam OS auf den Markt bringen wollen. Steam OS basiert auf Debian Linux und soll den etablierten Konsolen von Sony und Microsoft Konkurrenz machen.

Valve Software, Provider der verbreiteten Online-Spielevertriebsplattform Steam hat verkündet, dass etwa ein Dutzend Hersteller aus den USA und verschiedenen europäischen Ländern an der Veröffentlichung von Spielekonsolen auf Basis von Steam OS arbeiteten. Dabei handelt es sich um eine eigens entwickelte, auf Debian basierende Linux-Distribution. Valve hat im abgelaufenen Jahr bereits eine Beta-Version von Steam OS veröffentlicht und das Ziel ausgegeben, Steam "ins Wohnzimmer zu bringen". Steam bietet seinen nach eigenen Angaben 65 Millionen Benutzern über 3000 Spiele an.

Eine sogenannte Steambox entspricht faktisch einem herkömmlichen Rechner mit AMD- oder Intel-CPUs und NVidia- oder ATI-Grafikkarten aus dem höherwertigen Segment und vorinstalliertem Steam OS. Neben den für das Linux-System nativ verfügbaren Spielen sollen sie mittels einer noch fertigzustellenden Streaming-Technologie auch alle anderen über Steam verfügbaren Games bereitstellen. Mit einem HDMI-Anschluss lassen sie sich an Bildschirme und Fernseher anschließen und sollen so das klassische Konsolen-Feeling mitbringen. Auch herkömmliche Rechner sollen sich auf Wunsch per Steam-OS-Installation in eine Steambox verwandeln.

Bei der in Las Vegas stattfindenen Consumer Electronics Show (CES) 2014 hat Valve nun bekanntgegeben, dass unter anderem die Dell-Tochter Alienware, Falcon Northwest, Gigabyte, Digital Storm und Origin PC an Steamboxen arbeiten. Die angekündigten Geräte sollen allerdings frühestens im zweiten Halbjahr 2014 auf den Markt kommen. Die Preise, soweit bereits angekündigt, bewegen sich je nach Hersteller und Ausstattung zwischen den Extremen von 500 und 6000 US-Dollar, derzeit also etwa 370 bis 4400 Euro. Letzteres High-End-Angebot enthält unter dem Namen Falcon Northwest Tiki einen Intel-Core-i7-Prozessor der vierten Generation, eine NVidia-GeForce-Titan-Grafikkarte, 16 GByte Arbeitsspeicher und 6 TByte Speicherplatz. Die meisten anderen Angebote bewegen sich preislich zwischen umgerechnet 500 und 1000 Euro.

Das Cloud-basierte Distributionssystem soll Gamern den Vorteil bieten, dass sie auf jeder Steambox sowie über ihren PC mit installiertem Steam via Internet auf ihre persönliche Spielebibliothek zugreifen können. Daneben will Valve auch Musik- und Videostreamingdienste integrieren. Nebenbei funktioniert die Konsole auch als normaler Desktop-PC.

Über einige Komponenten wie die angesprochene Streaming-Technologie hat Valve bislang kaum technische Details verlauten lassen. Andere, wie die Steam-Game-Controller benötigen offenkundig noch einiges an Nacharbeit. Es bleibt also abzuwarten, ob und wann Steam OS den etablierten Spielkonsolen wie Sonys Playstation oder Microsofts XBox das Wasser reichen kann.

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