Neu: Btrfs für Windows

23.02.2016

Btrfs-Dateisysteme lassen sich jetzt in Windows lesen und schreiben. 

Der Entwickler Mark Harmstone hat auf Github einen Windows-Treiber für das Linux-Dateisystem Btrfs veröffentlicht. Der Treiber, der sich noch ziemlich am Anfang der Entwicklung befindet, kann Btrfs-Dateisysteme unter Windows lesen und schreiben. Auch die Erkennung von Btrfs-Dateisystemen in Windows ist schon implementiert. Extended Attributes und Symlinks funktionieren laut der Dokumentation bereits. Alle weiteren Features wie Btrfs-RAID oder Zlib- und LZO-Komprimierung fehlen noch. Um den Btrfs-Treiber für Windows zu kompilieren, ist Microsoft Visual C++ nötig.

Seit etlichen Jahren wird Btrfs als modernes Linux-Dateisystem entwickelt, das Features wie Volume Management, Snapshots und RAID schon integriert hat. Zwar unterstützen beispielsweise Oracle und Suse (siehe auch "Snapshots mit Snapper und Btrfs") in ihren Enterprise-Distributionen schon seit längerem Btrfs, aber die Meinungen über die Zuverlässigkeit des Dateisystems gehen bei Anwendern auseinander. So wird auf Konferenzen immer wieder von Datenverlusten beim Einsatz von Btrfs berichtet. 

Auch einige Storage-Produkte wie die Rockstor-Distribution setzen auf Btrfs als Dateisystem. Auch Netgear bietet mit seinem ReadyNAS Support für BtrfsCoreOS hat sich auf der anderen Seite für seine Container-Lösung von Btrfs abgewendet und setzt jetzt auf OverlayFS. 

Während die Linux-Community weiterhin auf ein definitiv stabiles Btrfs-Release wartet, wenden sich immer mehr Anwender und Distributionen dem von Solaris stammenden Dateisystem ZFS zu, das ähnliche Features wie Btrfs bietet, aber als ausgereift gilt. Gerade hat die Firma Canonical bekannt gegeben, in der kommenden Ubuntu-Version einen Treiber für ZFS zu integrieren. 

Der Quellcode der Windows-Implementation von Btrfs ist im WinBtrfs-Github-Repository zu finden. 

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