Stallmann: Linux und ZFS geht nicht

13.04.2016

Der Präsident der Free Software Foundation meldet sich in Sachen ZFS auf Linux zu Wort. 

Richard Stallman hat in einem umfangreichen Essay dargelegt, warum es seiner Ansicht nach nicht möglich ist, den Treiber für das ZFS-Dateisystem und den Linux-Kernel gemeinsam auszuliefern, wie dies Canonical für Ubuntu 16.04 plant. Der Grund ist, dass die Common Development and Distribution License 1 (CDDL), der der ZFS-Code unterliegt, nicht mit der GNU-Lizenz GPL vereinbar ist, unter der der Linux-Kernel lizenziert ist. Irgendwann entstehe durch das Laden des Treiber-Moduls in den Kernel ein abgeleitetes Werk, und dabei spiele es keine Rolle, zu welchem Zeitpunkt das Linken geschehe, so Stallman. Damit müsse nun laut GPL das Gesamtwerk (Kernel+Treiber) unter der GPL lizenziert werden, was wiederum wegen der CDDL nicht möglich sei. 

Wer beispielsweise als Anwender ZFS-Code in den Linux-Kernel lädt, ist nicht an diese Bedingungen gebunden, wer aber wie Canonical die beiden Komponenten verteilt, eben schon. Die Ansicht, dass es bei der Auslegung der Lizenzen keinen Unterschied macht, ob diese Bestandteile statisch oder dynamisch gelinkt werden, wird nach Meinung von Stallman von den meisten Experten geteilt. Die gleiche Interpretation wie Stallman vertritt auch die Software Freedom Conservancy (SFC), die Canonicals Ankündigung seinerzeit entsprechend kommentiert hat ("ZFS-Linux-Kombination verletzt GPL"). Karen Sandler von der SFC hat Stallman bei der Ausarbeitung seines Essays unterstützt.

Weil die Free Software Foundation (FSF) keine Rechte am Linux-Kernel besitzt, wird sie auch nicht die Einhaltung der GPL juristisch einfordern. Stallman ermutigt allerdings die Rechteinhaber dies zu tun. 

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