ZFS-Linux-Kombination verletzt GPL

26.02.2016

Die Software Freedom Conservancy denkt, die Auslieferung des ZFS-Modul mit Ubuntu 16.04 verstoße gegen die GPL-Lizenz.

Nach Meinung der Software Freedom Conservancy verstößt der von Canonical angekündigte Plan, den Treiber für ZFS-Dateisystem mit Ubuntu 16.04 auszuliefern, gegen die GPL-Lizenz. Zwar sei der Wunsch Canonicals nachvollziehbar, den Anwendern das Leben mit dem Schritt zu vereinfachen, und es handle es sich bei der ZFS-Lizenz CDDL auch um eine freie Lizenz, letztlich seien die beiden Lizenzen aber dennoch nicht kompatibel. 

Nach verbreiteter Meinung spiele es dabei keine Rolle, ob das ZFS-Code statisch in den Kernel gelinkt oder, wie bei Ubuntu, ein dynamisches Modul ausgeliefert wird. In jedem Fall entstehe dadurch ein sogenanntes abgeleitetes Werk, für das die Lizenzbedingungen der GNU-Lizenz greifen. Letzlich könne aber nur ein Gericht über die Situation entscheiden. 

Die Meinung Canonicals, das sich durch Rechtsanwälte beraten ließ, sei eine Minderheitenmeinung, die der Auffassung der Software Freedom Conservancy und der meisten anderen Experten widerspräche. Die gemeinsame Auslieferung des Quellcodes von Linux und ZFS sei demgegenüber nach Auffassung der Conservancy kein Problem. Auch das Angebot der Debian-Distribution, den ZFS-Quellcode in einem gesonderten Repository anzubieten, sei eine Möglichkeit. 

Rechtliche Schritte zur Durchsetzung der GPL will die Conservancy, die derzeit die GPL vor Gericht gegen VMware durchsetzen möchte, vorerst nicht ergreifen. Die Software Freedom Conservancy appelliert an Oracle, den Lizenzgeber von ZFS, den Code des Dateisystems unter einer GPL-kompatiblen Lizenz freizugeben. 

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