Weiterverarbeitung

Ganz entscheidend für sinnvolle Alarmierung und ein aussagekräftiges Reporting von virtualisierten Umgebungen ist die richtige Konfiguration und Aufteilung der Host- und Serviceobjekte in entsprechende Host- und Servicegruppen. Die Verfügbarkeit einer virtuellen Maschine über das Wirtsystem zu überprüfen, ist kein Ersatz für ein umfängliches Monitoring des virtualisierten Systems. Zum einen ist die Sicht auf das Gastsystem nicht unabhängig vom Netz und kann somit zu verfälschten Verfügbarkeitsergebnissen führen. Zum anderen gestaltet sich bei Bedarf die Konfiguration von Service-Dependencies zu anderen Diensten etwas schwierig.

Wirklich spannend ist die Korrelation von Performance-Informationen eines Wirtsystems. So können Einflüsse bei überlagerter Ressourcenzuteilung wie zum Beispiel Memory-Ballooning oder Verwendung von VCPUs identifiziert und Gastsystem gegebenfalls auf andere Host-Systeme verlagert werden. Auch eine graphische Weiterverarbeitung der Plugin-Ergebnisse unter Verwendung von PNP4Nagios [17] oder dem Netways Grapher [18] erleichtert die langfristige Analyse und ermöglicht die frühzeitige Identifizierung von Kapazitätsengpässen.

Fazit

Der Anwender profitiert beim Einsatz von Nagios und Icinga von der wohl größten und aktivsten Open-Source-Monitoring-Community der Monitoring-Welt und kann daher auf eine Vielzahl von Plugins und Erweiterungen zurückgreifen. Gerade Xen, KVM und VWware bieten mittels Libvirt oder hauseigenen APIs detailierte Abfragemöglichkeiten, die sich durch Erweiterung vorhandener Plugins leicht implementieren lassen.

Das Monitoring der Virtualisierungsplattform und der virtualisierten System sollten sich optimalerweise ergänzen, da die erbrachte Leistung nahezu immer von der Funktion des realen Systems und nicht der Virtualisierungsumgebung abhängig ist. Die Überwachung der Virtualisierungsplattform gibt hier in Verbindung mit den anderen Basis-Checks ein klares Bild auf Abhängigkeiten und lässt möglicherweise auftretende Bottlenecks auf dem Wirtsystem erkennen, bevor sie im Gastsystem identifizierbar sind.

Der Autor

Bernd Erk ist Technischer Leiter der NETWAYS GmbH (www.netways.de), die seit über 10 Jahren im Bereich Open Source Systems Management und Datacenter-Solutions tätig ist. Er hat langjährige Erfahrung im Bereich verteilter Architekturen sowie Server- und Datenbank-Tuning.

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