Einführung in das Open-Source-Monitoring unter Windows

Alles im Blick

Wer Server und die Netzwerkinfrastruktur überwachen will, ist nicht immer auf kostenpflichtige Lösungen angewiesen, der Open-Source-Bereich hält ebenfalls professionelle Produkte bereit, die kommerzieller Software in nichts nachstehen. Ein Beispiel dafür ist Zenoss Core.

Zenoss wird mit Unterstützung des gleichnamigen Unternehmens entwickelt, das auch eine kommerzielle Version anbietet. Die Web-GUI, die das komplette System verwaltet, baut auf dem in Python geschriebenen Applikationsserver Zope auf. Beim Einrichten der Anwendung hilft ein Assistent. Die eigentliche Überwachung basiert vor allem auf SNMP. Agenten sind nicht unbedingt erforderlich. Neben SNMP kann Zenoss auf Windows-Servern auch WMI zur Überwachung verwenden.

Zenoss Core steht für interessierte Tester auch als VMware-Appliance zur Verfügung, die sich bei VMware kostenlos herunterladen lässt [1]. Die Appliance stützt sich auf CentOS 5.4 und lässt sich auch in Windows über VMware Workstation oder Player einbinden. Bei einer Neuinstallation des Produkts auf einem Server, können Administratoren auf verschiedene Linux-Distributionen wie Debian, Suse oder Ubuntu setzen. Auch eine Installation auf Mac OS X ist möglich. Entsprechende Anleitungen und Webcasts finden Sie auf der Download- und Community-Seite [2].

Zenoss überwacht neben Linux-Servern aber auch Windows-Server und alle Arten von Netzwerkgeräten (Abbildung 1). VMware Virtual Infrastructure (VI3) Management, Xen Monitoring und Amazon EC2 lassen sich ebenfalls an den Server anbinden. Wer sich näher mit dem Produkt auseinandersetzen will, erhält auf der Seite der Zenoss Community umfassende Hilfe, eine Dokumentation und den aktuellen Installer. Auf derselben Seite finden sich auch viele Einrichtungsvideos zum Produkt. Auf der Sourceforge-Seite des Produkts [3] gibt es ebenfalls die Download-Dateien und Hilfen.

Abbildung 1: Vom Zenoss Core-Server überwachte Dienste in der Übersicht.

Zenoss Core über Assistenten einrichten

Sobald die Software installiert ist oder die Appliance startet, lässt sich Zenoss über das Webinterface (Abbildung 2)einrichten. Die entsprechende Seite ruft man durch Eingabe von »http://IP-Adresse:8080« auf. Die IP-Adresse lässt sich nach dem Start des Linux-Servers ablesen. Wer die virtuelle Appliance verwendet, sollte in den Netzwerkeinstellungen von VMware für die virtuelle Maschine das Netzwerk auf »Bridged« stellen. In diesem Fall ruft sich der virtuelle Server seine IP-Adresse per DHCP ab. Soll eine statische IP-Adresse hinterlegt werden, muss der Admin die Einstellungen via Linux-Shell eingeben.

Abbildung 2: Das Einrichten von Zenoss Core ist ein einfacher und geradliniger Prozess.

Der erste Schritt des Einrichtungsassistenten verlangt nach einem Kennwort für den Administrator und legt den ersten Benutzer an, der auf die Software zugreifen darf. Später sollte jeder Administrator ein eigenes Konto erhalten. Auf diese Weise lassen sich Berechtigungen delegieren, und jeder Administrator kann seine Oberfläche selbst so einstellen wie er sie gerne hätte. Außerdem kann so jeder überwachte Server seinen eigenen Admin haben, der nur die ihn betreffenden Nachrichten erhält und Ereignisse bearbeitet. Anschließend lassen sich weitere Benutzer anlegen.

Mithilfe des Einrichtungsassistenten werden zunächst nur der übergeordnete Administrator und ein erstes Benutzerkonto eingerichtet. Der Benutzername des Administrators ist »admin« . Die Kennwörter lassen sich nachträglich in der Weboberfläche anpassen. Sobald der Workflow des Assistenten durchlaufen ist, meldet Zenoss den Benutzer mit seinem Konto an. Kenntlich ist das an der rechten oberen Ecke, über die man sich auch ausloggen kann.

Auch erste zu überwachende Geräte lassen sich bereits über den Assistenten einbinden. Auf der linken Seite gibt man die IP-Adresse oder den Rechnernamen ein, auf der rechten Seite wählt man einen Device-Typ aus. Geräte lassen sich zudem zu jeder Zeit über das Dashboard »Geräte« hinzufügen oder entfernen. Neben der manuellen Integration besteht die Möglichkeit, Netzwerkgeräte von Zenoss automatisch entdecken und einbinden zu lassen. Aber das lässt sich auch später noch ausführen.

Zenoss Dashboard im Überblick

Nach der ersten Einrichtung der Software und der Anmeldung am System, ist das Dashboard das zentrale Verwaltungsinstrument von Zenoss, das nach der Authentifizierung im Webinterface startet. Auf der Einsstiegsseite finden sich verschiedene Portlets genannte Webparts, die sich an eigene Bedürfnisse anpassen lassen. Das bewerkstelligt ein Klick auf das Zahnrad in der rechten oberen Ecke eines Portlets. Er führt zu den Einstellungen, auch lässt sich so das Portlet von der Startseite entfernen.

Weitere Portlets lassen sich über den Link »Add Portlet« im Hauptfenster integrieren und wie gewünscht anordnen. Die Oberfläche speichert für jeden Benutzer individuelle Einstellungen, sodass sich jeder Administrator seine eigene Oberfläche einrichten kann.

Beim Überwachen spielt der Menübe-reich »Events« eine wichtige Rolle. Hier laufen die einzelnen Ereignisse und Fehlermeldungen der überwachten Geräte auf. Die Meldungen lassen sich auch in CSV-Dateien exportieren. Events können als gelöst markiert oder geschlossen werden, auch lassen sich eigene Events hinzufügen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Ein Blick auf die Eventverwaltung in Zenoss.

Eine zweite wichtige Seite nennt sich »Infrastructure« . Sie zeigt alle Geräte, die Zenoss aktuell überwacht, die überwachten Dienste und weitere Informationen. Hier lassen sich auch neue Geräte hinzufügen und Probleme der einzelnen Geräte anzeigen. Klickt man hier auf ein Gerät, lassen sich weitere Einstellungen vornehmen, und es kommen detaillierte Informationen zu den überwachten Diensten zum Vorschein. Der linke Bereich zeigt die verschiedenen Geräteklassen an, die überwacht werden. Die Klassifizierung ist vor allem in großem Umgebungen sehr hilfreich, um sortierte Listen zu erhalten.

Nachdem ein Gerät hinzugefügt wurde, kann es einige Minuten dauern, bis Zenoss es anzeigt. Über den Bereich »Reports« im Dashboard lassen sich Berichte und Inventarlisten erstellen. So kann man auf diese Weise zum Beispiel zentral die CPU-Verwendung und den Arbeitsspeicherverbrauch aller überwachten Geräte beobachten. Die Option »Advanced« legt fest, welche Benutzer die verschiedenen Portlets nutzen dürfen, konfiguriert den SMTP-Server für den Nachrichtenversand bei Problemen und verwaltet die Benutzer. Für jeden Bereich findet sich auf der linken Seite ein Menüpunkt, der die verschiedenen Einrichtungsoptionen startet. Über »Advanced | Daemons« erreicht man die verschiedenen Dienste von Zenoss und startet sie im Bedarfsfall.

Sobald man sich etwas mit Zenoss beschäftigt, wird klar, dass die Einarbeitung und die Anbindung von Geräten einfacher von der Hand geht als bei anderen Open-Source-Lösungen wie OpenNMS oder Nagios. Die Software lässt sich leichter bedienen, und die Weboberfläche macht einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck. Dennoch bietet das System viele Möglichkeiten, vor deren Beherrschung es allerdings die Dokumentation durchzuarbeiten gilt.

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