Jetzt wird's virtuell

Zum Umgang mit virtuellen Maschinen zieht Cobbler eine Hilfsanwendung namens Koan heran. Damit können Sie virtuelle Disks, Netzwerk und andere Funktionen konfigurieren, das Betriebssystem automatisch laden und die virtuelle Maschine starten. Koan funktioniert mit Xen, KVM und bestimmten Versionen von VMWware. Derzeit unterstützt es VMWare Workstation und Server, der Support von VMWware ESX ist in Arbeit. Ein Befehl genügt, um eine virtuelle Maschine bereitzustellen:

koan --server=cobber.example.org --virt ↩
--virt-type=kvm --profile=Fedora9

Damit holt Koan von Cobbler die Größe von Speicher und Festplatte, schreibt eine Konfigurationsdatei, startet die virtuelle Maschine und installiert das Betriebssystem. Die Default-Werte können Sie auch auf der Befehlszeile überschreibe, beispielsweise die Größe des verfügbaren Speichers. Tabelle 2 zeigt die möglichen Parameter.

Tabelle 2

Überschreibbare Koan-Optionen

Option

Beschreibung

--virt-name

Name der virtuellen Maschine

--virt-type

Virtualisierungstechnik (qemu/xen/vmware)

--virt-ram

Speicher in MBytes

--virt-bridge

Bridge Device

--virt-path

Verzeichnis für das Blockgerät

--no-gfx

Kein VNC-Support (nur bei Xen)

Virtuelle Maschinen für VMWare erfordern etwas mehr Arbeit, aber dann eigentlich auch nur eine Zeile. Sie müssen in Cobbler einen Eintrag vornehmen, der die MAC-Adresse der virtuellen Maschine festlegt und ein Profil zuweisen:

# auf dem Cobbler-Server
cobbler system add --name=foo --mac=00:50:56↩
:00:00:00
# auf dem VMWare-Host
koan --server=cobbler.example.org --name=foo↩
 --virt --virt-type=vmware

Achten Sie darauf, dass VMWare MAC-Adressen zwischen »00:50:56:00:00:00« und »00:50:56:3F:FF:FF« erwartet, damit das Netzwerk funktioniert.

Fazit

Cobbler ist eine leistungsfähige Lösung für das Provisioning von Linux-Systemen, das den Administrator von viel Konfigurationsaufwand befreit. Dank seiner einfachen Bedienung eignet es sich nicht nur fürs Data Center, sondern auch für die Masseninstallation von Linux-Systemen beispielsweise in einer User Group.

Geht's auch ohne Red Hat?

Es überrascht wenig, dass Cobbler sich besonders gut für das Provisioning von Red Hat und Fedora eignet, denn schließlich arbeitet Michael DeHaan bei Red Hat. Dennoch kann Cobbler ohne weiteres auch Suse- und Debian-Distributionen installieren. Derzeit ist sogar der Support von Windows und Solaris in Arbeit. Damit man beim Cobbler-System ebenfalls nicht auf Red Hat oder Fedora festgelegt ist, arbeiten Mitglieder der Ubuntu- und Debian-Communities schon an Paketen für ihre Distributionen.

Infos

  1. Partimage is not Ghost: http://ping.windowsdream.com/
  2. Cobbler Website: https://fedorahosted.org/cobbler
  3. Kickstart Documentation: http://fedoraproject.org/wiki/Anaconda/Options
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Ausgabe /2019