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Evolution

Der Gnome-Standardmailer kümmert sich nicht nur um die elektronische Post. Evolution ist ein vollständiger Groupware-Client mit Kontakt-, Kalender- und Aufgabenverwaltung sowie Anbindung an Novell Groupwise und Microsoft Exchange. Der Start verläuft ähnlich unspektakulär wie bei Kmail, denn auch hier lässt der Einrichtungsassistent zu wünschen übrig und der Anwender muss alles von Hand eintragen.

Positiv hervorzuheben ist, dass der Benutzer entscheidet, welche Ordner Evolution anzeigt und ob der Client Nachrichten für den Offline-Modus zwischenspeichert. Das Programm lädt wahlweise nur die Kopfzeilen oder die vollständigen Nachrichten herunter, wobei der Anwender die zu ladenden Header angeben kann.

Auch Evolution speichert auf Wunsch im Offline-Modus die Nachrichten auf der Festplatte. Im Test benötigte der Gnome-Client hierfür allerdings wesentlich mehr Zeit als die anderen Programme. Ein ähnliches Bild bot sich bei Hintergrundaktionen wie der Filterung oder der Indizierung. Auch diese Vorgänge dauerten unverhältnismäßig lange.

Die Feinjustierung der Ordnereigenschaften (siehe Abbildung 5) führte auf dem Testsystem zu Problemen. Vereinzelt waren einige Nachrichten einfach nicht offline verfügbar, auch nicht nach einer erneuten Synchronisation. Auch beim Abgleich von Änderungen nach dem Verlassen des Offline-Modus' synchronisierte Evolution nicht immer zuverlässig.

Abbildung 5: Auch Evolution erlaubt die Feineinstellung der Ordneroptionen.

So bietet das Programm zum Beispiel auch die Umbenennung von Ordnern an, was im Test jedoch in zwei Ordnern resultierte. Bei Markierungen und Kennzeichnungen bot sich ein ähnliches Bild – weder zeigte Evolution die Kennzeichnungen von anderen Programmen an, noch speicherte es seine eigenen auf dem Server. Einfache Markierungen übernahm der Client hingegen problemlos.

Bricht die Internetverbindung ab, informiert Evolution den Anwender darüber dezent am unteren Bildschirmrand statt nervige Dialogboxen einzublenden. Erfreulich sind auch die integrierten Filter, die denen der anderen Kandidaten ebenbürtig sind und eine sehr genaue Mailverarbeitung zulassen. Eine Anbindung an Spamfilter ist ebenfalls vorhanden, in der Voreinstellung berücksichtigt Evolution die Kopfzeilen von Spamassassin. Weitere Kopfzeilen und lokale Spamfilter-Plugins fügt der Anwender einfach hinzu.

Mutt

Der textbasierte Mailclient unterscheidet sich nicht nur im Aussehen maßgeblich von den grafischen Pendants. Mutt verfolgt grundsätzlich die Philosophie, Funktionen auszulagern, die nicht zu einem reinen Mail User Agent gehören. So setzt der Client zum Beispiel für die Auslieferung der Post einen lokalen SMTP-Server oder einen einfachen SMTP-Client wie etwa MSMTP voraus und benötigt zum Verfassen der Nachrichten einen externen Editor. Auch zur Anzeige von Bildern, PDF- oder Postscript-Dokumenten ist ein externer Betrachter nötig.

Alle diese Helfer und die Eigenschaften des Mailclients konfiguriert der Anwender in der Datei »~/.muttrc« . Vorschläge bietet zum Beispiel das Mutt-Wiki [8]. Alternativ hilft der Muttrc Builder [9] bei der Erstellung. Setzt der Anwender Mutt nicht direkt auf dem IMAP-Server ein, sollte er darauf achten, das Spoolfile richtig zu konfigurieren, denn in der Voreinstellung öffnet das Programm die E-Mails aus der lokalen Verzeichnisstruktur.

Mutt lädt die Kopfzeilen in Windeseile, und zwar jeweils für den aktuellen Ordner. Da fällt es nicht einmal ins Gewicht, dass der Client in der Voreinstellung nichts zwischenspeichert. Anwender, die nicht auf den Cache der Mailheader verzichten möchten, halten Mutt per Konfigurationsdirektive »set header_cache« zur lokalen Zwischenlagerung an (siehe Abbildung 6).

Abbildung 6: Eine Mutt-Konfigurationsdatei erstellt der Anwender am besten vor dem ersten Start des Clients. Viele Tutorials und die Manpage zu Muttrc erleichtern diese Aufgabe.

Im Gegensatz zu den grafischen Clients bietet der Konsolenmailer keinen Offline-Modus an, sondern geht davon aus, dass der Anwender permanent online ist. Ein lokaler IMAP-Cache ist nicht vorgesehen. Ein möglicher Ausweg ist der Einsatz von Offlineimap ([10], [11]), das in beide Richtungen synchronisiert, sobald der Rechner online ist.

Mutts integrierte Suchfunktion ist äußerst mächtig, durchforstet jedoch immer nur den aktuellen Ordner. Auch bei Filtern ist Mutt auf ein lokal installiertes Tool wie etwa Procmail und Spamassassin angewiesen. Der Client unterstützt Kennzeichnungen, zeigt Labels aber zumindest in der Standardkonfiguration nicht an.

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IMAP-Clients im Vergleich 850,16 kB
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Ausgabe /2019