Desktop-Sharing zwischen Windows, Linux und Mac OS X

AllzweckJack, www.photocase.com

Seitensprung

Zum Steuern entfernter Rechner gibt es Ansätze wie VNC, Nomachine oder SSH. Das pfiffige Synergy denkt buchstäblich um die Ecke und verschaltet mehrere PCs zu einem virtuellen Desktop.
Immer größere Datenmassen sicher zu speichern ist eine Herausforderung für jede IT-Infrastruktur. Schon mit Gigabit-Ethernet lassen sich aber ... (mehr)

Für den Betrieb von Synergy brauchen Sie mindestens zwei PCs, jeder ist mit eigenem Betriebssystem, Monitor und einer funktionierenden Netzwerkkarte ausgestattet. Die Software unterstützt unter anderem Windows ab 95 bis hin zu Windows 7, Mac OS X ab Version 10.2 und Linux mit aktuellem X-Server. Für Windows und Mac OS X gibt es fertige Pakete auf der Synergy-Homepage [1]. Für Linux steht eine RPM-Datei zur Verfügung, die sich unter den gängigen Distributionen installieren lässt, gegebenenfalls mit Tools wie etwa »alien« [2]. Einige Distributionen bieten auch fertige Pakete an: So liefert beispielsweise Ubuntu in »Universe« das Paket namens »synergy« aus.

Fallbeispiel

Der Arbeitsplatz eines Netzwerkadministrators besteht zum Beispiel aus einem großen Desktopsystem mit Ubuntu und einem kleinen Notebook mit Vista, das rechts daneben steht. Um das ständige Hin- und Herwechseln zwischen den Tastaturen zu vermeiden, kommt ab sofort Synergy zum Einsatz. Die Hauptarbeit soll am großen PC erfolgen, dem Ubuntu-System. In der Synergy-Terminologie heißt dieses Steuerungssystem, dessen Tastatur und Maus zum Einsatz kommen, der Server. Die übrigen Geräte sind entsprechend die Clients.

Konfiguration

Bevor es losgeht, konfigurieren Sie Synergy über die Textdatei »/etc/synergy.conf« respektive »~/.synergy.conf« . Dabei denkt das Programm in so genannten Screens: Jeder zum Verbund gehörende Rechner, ob Server oder Client, ist ein Screen mit einer genau definierten Position – ähnlich wie die Bildschirmanordnung bei Multi-Monitor-Systemen.

In die Konfigurationsdatei tragen Sie sowohl den Namen des Screens samt etwaiger Aliase als auch die Position relativ zu den anderen Geräten ein. Dabei müssen Sie die Position immer in beiden Richtungen konfigurieren, beispielsweise links und rechts. Ein Beispiel für den Netzwerkadministrator findet sich im kommentierten Listing 1. Zahlreiche weitere Optionen dokumentiert die Homepage von Synergy [3].

Listing 1

Konfiguration

# Screens definieren
section: screens
  ubuntu:
  vista:
end
# Alternative Namen
section: aliases
  # ubuntu -> desktop
  ubuntu:
    desktop
  # vista -> notebook
  vista:
    notebook
end
# Anordnung der Screens
section: links
  # vista: rechts von ubuntu
  ubuntu:
    right = vista
  # ubuntu: links von vista
  vista:
    left = ubuntu
end

Wichtig: Schreiben Sie alle Optionen in der Konfigurationsdatei klein und achten Sie auf korrekte Zeilenumbrüche, denn Synergy ist pingelig und akzeptiert die Datei sonst nicht. Haben Sie alles erledigt, starten Sie den Synergy-Server unter Ubuntu als ganz normaler Benutzer mit »synergys« . Dabei verhindert der zusätzliche Parameter »-f« , dass Synergy als Dienst im Hintergrund läuft.

Noch komfortabler erledigen Sie die Konfiguration mit Quick Synergy, das Sie unter Ubuntu als gleichnamiges Paket ebenfalls aus »Universe« installieren und über »Anwendungen | Zubehör | QuickSynergy« starten. Im Test schaffte es das Programm allerdings nicht, einen funktionierenden Server zu starten.

Einfacher zu konfigurieren ist der Vista-Client, also der PC, der vom Ubuntu-System aus gesteuert werden soll. Nach der Installation rufen Sie Synergy direkt über das Startmenü auf und es erscheint eine aufgeräumte grafische Oberfläche (Abbildung 1). Um eine Verbindung zum Server aufzubauen, wählen Sie die Option »Use another computer's shared keyboard and mouse« und tragen dann den Namen des entsprechenden Rechners ein. Profis dürfen optional noch Extras wie Logging-Level, Autostart und Netzwerkdetails einstellen.

Abbildung 1: Synergy als Client unter Windows Vista.

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