Thematischer Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die kontinuierliche Überwachung von Servern, Clients und anderen Geräten im Netzwerk: mit dem IPMI-Plugin, dem ... (mehr)

Einräumen

Bevor Sie die eigentliche Deduplizierung anwerfen können, müssen Sie einmal die Tokyo-Cabinet-Datenbank erzeugen. Dies übernimmt das Werkzeug »mklessfs« :

sudo /usr/local/sbin/mklessfs -fc /etc/lessfs.cfg

Gemäß den Vorgaben in der Konfigurationsdatei erstellt es die Datenbank im Unterverzeichnis »/data« . Nun starten Sie die eigentliche Deduplizierung:

sudo lessfs /etc/lessfs.cfg /backup

Dieser Befehl hängt das Verzeichnis »/backup« ein und stellt es gleichzeitig unter die Kontrolle von Less-FS. Wie beim Mounten üblich, muss »/backup« bereits existieren. Sämtliche Dateien, die Sie ab sofort in diesen Ordner kopieren, verschieben oder in ihm erstellen, sind automatisch dedupliziert und komprimiert. Alle übrigen Verzeichnisse und Dateien ignoriert Less-FS. Damit auch normale Benutzer Dateien unter »/backup« ablegen können, müssen Sie dem Verzeichnis noch die entsprechenden Rechte zuweisen.

Erstellen Sie jetzt testweise unter »/backup« eine Datei und kopieren sie einmal an Ort und Stelle. Was dabei tatsächlich hinter den Kulissen passiert, verrät die versteckte Datei ».lessfs/lessfs_stats« :

sudo more /backup/.lessfs/lessfs_stats

Ihr zufolge nimmt die Kopie kein einziges Byte in Anspruch (Abbildung  1). Nach außen hin verschleiert Less-FS seine Tätigkeiten, wie schon ein einfaches »ls /backup« beweist.

Abbildung 1: Less-FS legt sich transparent über das vorhandene Dateisystem. Für Programme wie ls existieren wie gewohnt zwei Dateien, auch wenn Less-FS sie im Hintergrund dedupliziert.

Bruchstelle

Hängen Sie das Verzeichnis »/backup« aus, bleibt es erstaunlicherweise komplett leer, sein Inhalt scheint spurlos verschwunden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Dateisystemen wie Ext 4 schreibt Less-FS die Daten nicht direkt auf die Festplatte, sondern schiebt sie in die Tokyo-Cabinet-Datenbank. Sollte sie einen Kratzer abbekommen, sieht man nach dem erneuten Mounten per »lessfs« -Befehl vielleicht noch die dort hinterlassenen Dateien, ihre Inhalte sind jedoch samt und sonders verloren.

Folglich empfiehlt es sich dringend, die komplette Datenbank im Verzeichnis »/data« regelmäßig auf einen externen Datenträger zu sichern. Das Verzeichnis »/backup« selbst dagegen schließen Sie tunlichst von jeglichen Sicherungsmaßnahmen aus: Da es die von Less-FS wiederhergestellten Originaldateien enthält, würden Sie die fetten Duplikate beziehungsweise das deduplizierte Ergebnis sichern.

Vereinfacht ausgedrückt mountet Less-FS den Inhalt der Datenbank unter »/backup« . Sie können aus diesem Grund nicht mehr einfach ein zweites Verzeichnis einhängen:

sudo mkdir /backup2
sudo lessfs /etc/lessfs.cfg /backup2

Damit würden Sie jetzt auch unter »/backup2« den Inhalt der Datenbank erreichen, also exakt die gleichen Dateien wie unter »/backup« vorfinden.

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Ausgabe /2019