Beinahe enzyklopädisch behandelt unser Schwerpunkt-Artikel über IPSEC verschlüsselte Verbindungen zwischen Linux, Windows, BSD, Solaris, Cisco- sowie ... (mehr)

Durchblick

Zur Administration ist ein grundlegendes Verständnis der Verzeichnisstruktur des Servers wichtig. Nach dem Auspacken des Archivs befinden sich im Root-Verzeichnis diverse Ordner:

  • »bin« : enthält alle Skripte, die zum Starten und Stoppen des Servers notwendig sind. Außerdem ist hier auch das JMX-Kommandozeilentool »twiddle« abgelegt, mit dem Sie den Server administrieren können.
  • »client« : enthält Bibliotheken, die eventuell beim Zugriff von Standalone-Clients benötigt werden. Bei Standalone-Clients handelt es sich beispielsweise um GUI-Clients auf Basis von Swing oder AWT, Webservice-Clients oder JMS-Clients.
  • »doc« : enthält hauptsächlich DTD-Dateien und XML-Schema-Dateien für die JBoss-Konfigurationsdateien, da diese auf XML basieren. Konfigurationsbeispiele finden sich unterhalb von »docs/examples/« .
  • »lib« : enthält Bibliotheken, die zum Starten des JBoss AS notwendig sind.
  • »server« -Verzeichnis: JBoss beinhaltet von Haus aus verschiedene Konfigurationen. Das Server-Verzeichnis enthält diverse Unterverzeichnisse, die jeweils einer bestimmten Konfiguration entsprechen. Beim Starten des Servers können Sie dann bestimmen, welche Konfiguration zum Einsatz kommen soll. Natürlich lassen sich die einzelnen Konfigurationen ändern oder neue hinzufügen. Abbildung 2 zeigt das Konfigurationsverzeichnis »all« . Im Vergleich zur Default-Konfiguration sind hier beispielsweise auch die JBoss Cluster Services aktiviert.
Abbildung 2: Jedes JBoss-Konfigurationsverzeichnis enthält eine Vielzahl von Unterverzeichnissen, mit denen sich das Verhalten des Servers anpassen lässt.

Durch die Auswahl einer bestimmten Server-Konfiguration kann der Administrator also bestimmen, welche JEE-Services und Komponenten der JBoss AS er starten möchte. Passt keine der vorhandenen Konfigurationen, so kann er einfach einen vorhandenen Ordner kopieren, umbenennen und die Kopie entsprechend anpassen. Wie das genau geht, verrät dieser Artikel später. Um den JBoss-Server mit sämtlichen Services zu starten, ist der folgende Aufruf notwendig:

# /opt/jboss-5.1.0.GA/bin/run.sh -c all

Auf der Konsole sind nun die Startmeldungen der einzelnen Services zu sehen und am Ende sollte schließlich eine Statuszeile Auskunft darüber erteilen, wielange die Startup-Prozedur dauerte:

19:58:19,965 INFO [ServerImpl] JBoss(Microcontainer) [5.1.0.GA (build:
SVNTag=JBoss_5_1_0_GA date=200905221634)] Started in 54s:991ms

Alternativ ist es auch möglich, den Server im Hintergrund zu starten und die Status-Meldungen der einzelnen Services in eine Log-Datei zu schreiben. Das hat unter anderem den Vorteil, dass die Konsole nicht durch den Server belegt ist:

/opt/jboss-5.1.0.GA/bin/run.sh -c all > console.log &

Ein Zugriff auf den Web-Container des Servers sollte zu diesem Zeitpunkt bereits funktionieren (Abbildung 3). Die Startseite bietet Zugriff auf diverse Online-Ressourcen und JBoss interne Applikationen, die sich zur Administration des Servers verwenden lassen.

Abbildung 3: Nach dem Hochfahren des Servers erhält man über die Startseite des Web-Containers Zugriff auf diverse Anwendungen und Online-Ressourcen.

Erste Schritte

Um schnell erste Erfolgsergebnisse mit dem neuen Server zu erzielen, erklären die folgenden Abschnitte, wie man eine Java-basierte Webanwendung mithilfe des JBoss Web Service bereitstellt. Dieser basiert auf dem bekannten Tomcat für dynamische Inhalte, kann aber ebenfalls auf die Apache Portable Runtime (APR) zurückgreifen, wenn es darum geht, statische Inhalte schnell auszuliefern. JBoss unterstützt mit dem integrierten Web-Server von Haus aus das sogenannte »Hot-Deployment« . Hierzu kopiert man beispielsweise die gewünschte Webanwendung in ein bestimmtes Verzeichnis der aktiven Server-Konfiguration und JBoss stellt diese Anwendung unmittelbar bereit. Zuerst ist jedoch die entsprechende Anwendung zu erzeugen und vorzubereiten. Da die Entwicklung von komplexen Anwendungen zu weit führen würde, greift der Autor auf die bekannte »Hello World« -Anwendung zurück. Diese liegt hier als Java Server Page (JSP) vor. JBoss übersetzt sie dynamisch, erzeugt ein Servlet und stellt dieses einem Client über eine Webschnittstelle zur Verfügung. Es existieren mehrere Methoden, um diese Anwendung nun bereitzustellen, beispielsweise in Form eines Webarchives (WAR-Archiv). Für dieses Archiv ist zuerst eine entsprechende Verzeichnis-Struktur zu erzeugen, wobei die JSP-Datei im Root-Verzeichnis liegt. Hierhin gehört ebenfalls ein Unterverzeichnis »WEB-INF« mit einem Deployment-Deskriptor namens »web.xml« . Dieser Deployment-Deskriptor ist Teil der JEE-Spezifikation, sodass auch Servlets von anderen Servern unter JBoss lauffähig sind.

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Ausgabe /2019