JBoss installieren und konfigurieren

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Ich bin der Boss

Anwendungen im Unternehmenseinsatz werden heutzutage immer komplexer. Webbasierte Enterprise-fähige Applikationen beruhen häufig auf der herstellerunabhängigen Java-Plattform in der Enterprise Edition. Dieser Artikel gibt einen Einstieg in Java EE auf Basis des JBoss-Applikationsservers.
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Java EE stellt eine Plattform auf Basis diverser Softwarekomponenten und Dienste zur Verfügung und ist quasi der De-facto-Standard, wenn es um die Entwicklung von Enterprise-Anwendungen geht. Durch klar definierte APIs können dabei Komponenten unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander agieren. Jede Java-EE-basierte Anwendung benötigt natürlich eine entsprechende Umgebung, in der diese ablaufen kann und die die notwendigen Komponenten und Services zur Verfügung stellt, beispielsweise Transaktionsmanagement, Namens- und Verzeichnisdienste, Persistenz- und Deployment-Dienste sowie ein Sicherheits-Framework (Abbildung 1). Eine vollständige Liste findet sich in der Spezifikation von Java EE [1].

Abbildung 1: Ein Applikationsserver besteht aus verschiedenen Komponenten, die auf ein Enterprise Information System (EIS) zurückgreifen können.

Im kommerziellen Umfeld implementieren mit IBM Websphere und BEA Weblogic zwei weitverbreitete Schwergewichte die Spezifikation. Mit JBoss steht ein solcher Server als Open-Source-Produkt unter der GNU Lesser General Public License (LGPL) bereit. Er stellt alle notwendigen Softwarekomponenten, Dienste und Container der Spezifikation zur Verfügung und erweitert diese um eigene Server-spezifische Konfigurationsmöglichkeiten. Beispielsweise enthält JBoss einen EJB-Container für Enterprise Java Beans (EJB) [2] und einen Webserver auf Basis von Tomcat, um Servlets und JavaServer Pages (JSP) bereitzustellen.

Geschichte und Architektur

JBoss wurde Ende der 90er-Jahre als reiner EJB-Container von Marc Fleury entwickelt. Dank steigender Popularität und Verbreitung des Servers wurde dieser durch die JBoss-Community immer weiter ausgebaut und erweitert, sodass schließlich mit Version AS3 ein vollwertiger JEE-Server entstand. 2004 gründete Fleury die Firma JBoss, um professionelle Consulting- und Trainingsangebote rund um JBoss anbieten zu können. 2006 wurde die Firma dann vom Linux-Distributor Red Hat übernommen und ist dort nun, neben vielen anderen Produkten, Bestandteil der JBoss Enterprise Middleware Suite (JEMS), allerdings existiert nach wie vor eine entsprechende Community-Edition von JBoss. Diese steht jedermann unter [3] zum Download zur Verfügung.

Die ersten Versionen von JBoss basierten auf einem sogenannten Java-Management-Extension Kernel (JMX). Sämtliche Services des Anwendungsservers wurden hier als Managed Beans (MBeans) in den JMX-Kernel geladen, um ihre Funktionen zur Verfügung zu stellen. Mit der Version AS4 begann dann die Migration auf eine Microcontainer-Architektur, in der nun leichtgewichtige Plain Old Java Objects (POJOs) statt MBeans zum Einsatz kommen. MBeans unterstützt JBoss allerdings immer noch, da der JMX-Kernel nun selbst als POJO auf dem Microcontainer aufsetzt. Für die Zukunft ist geplant, sämtliche MBeans als reine POJOs zu implementieren, sodass der Einsatz des JMX-Kernels nicht mehr notwendig ist.

Installation

Der JBoss Applikationsserver (AS) steht unter [3] als Zip-Datei zum Download bereit. Bevor es jedoch an dessen Installation geht, ist sicherzustellen, dass das System entweder über ein aktuelles Java Development Kit (JDK) oder ein Java Runtime Environment (JRE) verfügt. Frühere Versionen von JBoss AS setzten zwingend ein JDK voraus, da dieses über einen entsprechenden Compiler für Java-Code verfügt. Dieser ist zum Übersetzen von JSP-Dateien notwendig. Aktuellen Versionen, also AS5 oder AS6, genügt ein JRE, da JBoss eine Eclipse-JDT Bibliothek mit ausgeliefert, die ebenfalls Java-Code übersetzen kann. Handelt es sich bei dem System, auf dem Sie JBoss installieren wollen, jedoch um einen Entwicklungsrechner, so bevorzugen Sie wahrscheinlich dennoch das JDK. Nach der Installation der Java-Umgebung ist darauf zu achten, dass die »JAVA_HOME« Variable auf das Java-Root-Verzeichnis zeigt (Listing 1). Nach diesen Vorarbeiten entpacken Sie das Zip-Archiv des JBoss AS in ein beliebiges Verzeichnis, beispielsweise nach »/opt« und passen die Variable »JBOSS_HOME« so an, dass diese auf das Installationsverzeichnis zeigt.

Listing 1

Java-Umgebung

 

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