Beinahe enzyklopädisch behandelt unser Schwerpunkt-Artikel über IPSEC verschlüsselte Verbindungen zwischen Linux, Windows, BSD, Solaris, Cisco- sowie ... (mehr)

Variables Helferlein

Als »Remote Macros« , beziehungsweise bei den Expect-Regeln, hinterlegt man normalerweise die kompletten Terminalkommandos samt Parameterschwanz. Wer beispielsweise eine Datenbank pflegt, hängt jedem Wartungsbefehl auch meist den Benutzernamen des Administrators an. Ändert sich der jedoch irgendwann, muss man in den Verbindungseinstellungen alle betroffenen Kommandos abklappern und den entsprechenden Parameter per Hand ändern.

Diese fummelige Arbeit machen Variablen überflüssig. Um von ihnen Gebrauch zu machen, erstellen Sie in den Verbindungseinstellungen zunächst auf dem Register »User Variables« per »Hinzufügen« eine neue Variable. In das erscheinende Eingabefeld tippen Sie den Wert des häufig verwendeten Parameters. Im Beispiel des Datenbankservers etwa den besagten Benutzernamen (Abbildung 9). Ein Haken vor »hide« sorgt dafür, dass der Wert vor neugierigen Blicken verborgen bleibt – sinnvoll etwa bei Passwörtern. Den kryptischen Namen der Variablen ganz links sollten Sie sich gut merken. Bei der ersten Variablen lautet er »<V:0>« , die zweite nennt PAC »<V:1>« und so weiter.

Abbildung 9: Die Variable mit dem Namen <V:0> besitzt den Inhalt arthur.

Als Nächstes speichern Sie die Änderungen via »Save and Close« , kehren umgehend in die Verbindungseinstellungen zurück und tauschen jetzt bei allen hinterlegten Befehlen den Wert des Parameters gegen die Variable aus. Im Fall der Datenbank ersetzt man also auf dem Register »Remote Macros« wie in Abbildung 10 »<V:0>« durch den Benutzernamen. Etwas Tipparbeit spart sich, wer den Cursor an der fraglichen Stelle platziert, dann die rechte Maustaste drückt und hinter »User Local variables...« die passende Variable auswählt. Unter »Environment variables...« hält PAC übrigens auch noch die Inhalte einiger häufig genutzter Umgebungsvariablen bereit. »<ENV_USERNAME>« enthält beispielsweise immer den Namen des gerade aktiven Benutzers.

Abbildung 10: Beim Aufruf dieses Remote Macros ersetzt PAC automatisch die Variable <V:0> gegen den gespeicherten Inhalt.

Parametrisiert

Nach einem erneuten »Save and Close« lässt sich der Befehl wie gewohnt abrufen. PAC ersetzt dabei automatisch die Variable gegen ihren vorgegebenen Inhalt. Möchte man später den Wert des Parameters ändern, muss man folglich nur noch in den Verbindungseinstellungen auf das Register »User Variables« wechseln und den Inhalt der entsprechenden Variable austauschen. Variablen lassen sich übrigens in allen anderen in PAC hinterlegten Befehlen nutzen, auch den lokalen (siehe Kasten "Lokalpresse").

Lokalpresse

Jeder Klick auf »Local Shell« im Hauptmenü öffnet eine neue Shell auf dem lokalen Rechner. Das ist beispielsweise hilfreich, um schnell mal eben eine Manpage aufzuschlagen. Standardmäßig werkelt hierbei die »bash« . Einen anderen Kollegen wählt man in den »Einstellungen« im Bereich »Local Shell Options« .

Analog zu den Remote Macros kennt PAC auch Local Macros, die es auf der (lokalen) Maschine des Administrators ausführt. Man deponiert sie auf dem gleichnamigen Register in den Verbindungseinstellungen und ruft sie später im geöffneten Terminal über das Kontextmenü und den Menüpunkt »Local Commands« ab.

Darüber hinaus kann PAC beim Aufbau und Abbau einer Verbindung automatisch Anweisungen auf der lokalen Maschine ausführen. Dazu wechselt man in den Einstellungen der entsprechenden Verbindung auf das Register »Pre Exec« beziehungsweise »Post Exec« und legt dort wie gewohnt ein neues Kommando via »Hinzufügen« an. Später beim Verbindungsauf- beziehungsweise -abbau präsentiert PAC dann wie in Abbildung 11 eine Liste mit allen hinterlegten Befehlen und fragt noch einmal explizit nach, welche es von ihnen starten soll. Ein Haken vor »Default« merkt den entsprechenden Befehl bereits vor, wie in Abbildung 11 etwa für »firefox« geschehen.

Abbildung 11: Hier wurden gedit und firefox als Local Macros definiert. Beim Verbindungsaufbau bietet sie PAC damit zur Ausführung an.

Sollen Local- und Remote Macros in allen Terminals zur Verfügung stehen, legt man sie wie gewohnt in den globalen »Einstellungen« des Hauptfensters auf den zugehörigen Registern an.

PAC bietet noch viele kleine nützliche Alltagshilfen an, die sich jedoch meist in den Kontextmenüs der rechten Maustaste verstecken (siehe Kasten "Rechtsverstand"). Auf einem Gnome-Desktop erscheint zudem noch im Panel ein PAC-Symbol. Wieder mal mit einem Rechtsklick stellt man schnell Verbindungen her, erhält Zugriff auf die Cluster-Konfiguration und kann das PAC-Hauptfenster schnell verstecken beziehungsweise wieder hervorholen.

Rechtsverstand

PAC versteckt viele nützliche Funktionen im Kontextmenü der rechten Maustaste. Beispielsweise merkt sich PAC im Hintergrund alle eingetippten und ausgeführten Befehle einer jeden Verbindung. Ein Rechtsklick in das entsprechende Register und die Wahl von »Command History...« zeigt sie als Liste an. Dort können Sie sie mit einem Doppelklick erneut aufrufen. Dummerweise zeichnet PAC sämtliche Tastatureingaben und nicht den Befehl auf. Haben Sie beispielsweise über die [Tab]-Taste ein Verzeichnis von der Shell ergänzen lassen, taucht es wie in Abbildung 5 nur zerhackt in der Liste auf.

Abbildung 5: PAC merkt sich jeden Befehl und kann ihn auf Knopfdruck erneut ausführen.

Neben der »Command History« erlaubt das Kontextmenü, auch via »Save session log...« ein Protokoll der kompletten Sitzung zu speichern. Um darin nach bestimmten Textfragmenten beziehungsweise Befehlen zu fahnden, brauchen Sie keinen Texteditor zu bemühen. Stattdessen rufen Sie im Kontextmenü den Punkt »Find...« auf. Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem Sie den gesuchten Ausdruck eintippen. Erlaubt sind dabei auch reguläre Ausdrücke. Alle Fundstellen erscheinen in der Liste darunter, ein Doppelklick auf eine von ihnen hebt die entsprechende Zeile rechts im Protokoll hervor.

Via »Split Connections« lassen sich zwei Terminals in einem Register über- oder nebeneinander einblenden. So behalten Sie beispielsweise im unteren Teil die Netzwerkeinstellungen des Servers Marvin im Blick, während Sie im oberen Teil eine Konfigurationsdatei auf dem Server Milliways bearbeiten. Der Menüpunkt »Take Screenshot« schießt auf Wunsch Bildschirmfotos, die in der Liste auf dem Register »Info« landen.

Dort vergrößern Sie den Screenshot mit einem einfachen Mausklick, ein rechter Mausklick ermöglicht, ihn zu speichern »Save picture as...« , während ihn »Remove screenshot« aus der Liste entfernt (aber nicht auf der Festplatte löscht). Screenshots helfen vor allem bei grafischen Sitzungen beziehungsweise Remote-Desktops, wo sich beispielsweise ein Lösungsweg protokollieren lässt.

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Ausgabe /2021