Exchange Server 2010 mit SP1 installieren und einrichten

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Zielfahrt

Exchange ist die Standard-Messaging-Lösung unter Windows. Dieser Artikel erklärt, wie Sie Exchange 2010 installieren und dabei auftretende Klippen elegant umschiffen.
Was das Backup wert war, erweist sich, sobald man es versucht ganz oder teilweise wiederherzustellen. Spätestens dann macht sich die Wahl des richtigen Tools ... (mehr)

Um Exchange Server 2010 zu installieren, unabhängig ob das in einer Testumgebung oder einem produktiven Netzwerk stattfinden soll, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllt sein. Auf dem Server muss Windows Server 2008, besser Windows Server 2008 R2 laufen. Außerdem muss im Netzwerk ein Active Directory vorhanden sein. Idealerweise installieren Sie auch das Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 vor der Installation von Exchange Server 2010. Sind diese Vorbereitungen getroffen, können Sie Exchange Server 2010 installieren. Dieser Artikel verrät, welche Schritte dazu notwendig sind.

Vorbereitung

Auch wenn Sie nur eine typische Installation von Exchange Server 2010 durchführen, ist es sinnvoll, die Active Directory-Erweiterungen, die das Installationsprogramm durchführt, vorher manuell zu starten. Bevor Sie überhaupt erst mit der Installation beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass der Betriebsmodus der Gesamtstruktur und der Modus der Domäne mindestens auf Windows Server 2003 steht, besser Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2. Um das zu überprüfen, starten Sie das Verwaltungsprogramm »Active Directory-Domänen und -Vertrauensstellungen« . Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den obersten Menüpunkt »Active Directory-Domänen und -Vertrauensstellungen« und wählen Sie den Menüpunkt »Gesamtstrukturfunktionsebene heraufstufen« . Hier sehen Sie, welchen Modus die Gesamtstruktur aktuell hat und können den Modus gegebenenfalls einstellen. Klicken Sie anschließend auf die einzelnen Domänen mit der rechten Maustaste und rufen Sie den Menüpunkt »Domänenfunktionsebene heraufstufen« auf. Auch hier sollte bei allen Domänen mindestens Windows Server 2003 eingestellt sein.

Wollen Sie Exchange Server 2010 in eine bestehende Organisation mit Exchange Server 2003/2007 integrieren, müssen Sie in jeder Domäne der Gesamtstruktur den Befehl »Setup /PrepareLegacyExchangePermissions« des Exchange-Installationsprogramms ausführen, damit notwendige Rechte im AD eingetragen und Sicherheitsgruppen angelegt werden. Das Setup-Programm von Exchange Server 2010 finden Sie direkt im Stammverzeichnis der Installations-DVD. Legen Sie dazu die DVD am besten in einen Domänencontroller ein. Wollen Sie die Erweiterungen direkt auf dem Exchange-Server durchführen, müssen Sie die Active-Directory-Verwaltungstools über den Server-Manager installieren. Diese installieren Sie über den Server-Manager mit »Features | Features hinzufügen | Remoteserver-Verwaltungstool | Rollenverwaltungstools | AD DS und AD LDS-Tools« .

Bei einer Neuinstallation von Exchange Server 2010 geben Sie noch den Befehl »setup /PrepareSchema« ein, damit der Assistent das Active-Directory-Schema erweitert. Nachdem der Vorgang fehlerfrei durchgelaufen und in größeren Umgebungen auch entsprechend Zeit für die Replikation der Schemaveränderungen vergangen ist, geben Sie den Befehl »setup /PrepareAD /OrganizationName: Organisationsname« ein. Neben Schemaerweiterungen und Rechten legen diese Befehle eine neue Organizational Unit (OU) mit den entsprechenden Sicherheitsgruppen an. Mit diesem Schritt können Sie beispielsweise überprüfen, ob die OU »Microsoft Exchange Security Groups« in der Domäne vorhanden ist und unter anderem folgende Gruppen enthält:

  • Organization Management
  • Recipient Management
  • Public Folder Management
  • Exchange Servers
  • Server Management

Mit »setup /PrepareAllDomains« bereiten Sie alle Domänen der Gesamtstruktur für Exchange vor (Abbildung 1). Dann Befehlen ist das Active Directoy für Exchange Server 2010 vorbereitet. Sie können für die ganzen Vorbereitungen auch direkt die Installationsdatei des SP1 für Exchange Server 2010 verwenden. Dazu müssen Sie das Archiv des SP1 entpacken und können anschließend direkt die Setupdatei des SP1 verwenden.

Abbildung 1: Der Befehl setup /PrepareAllDomains bereitet alle Domänen für Exchange vor.

Bei der Erweiterung des Schemas besteht unter Umständen die Möglichkeit, dass die Erweiterung in der Registry auf dem Schema-Master deaktiviert ist. Sollte das der Fall sein, bricht die Schema-Erweiterung ab. In diesem Fall sollten Sie auf dem Schema-Master zu folgendem Registry-Key wechseln: »HKLM/System/CurrentControlSet/Services/NTDS/Parameters« . Weisen Sie den beiden Dword-Werten »Schema Update Allowed« und »Schema Delete Allowed« den Wert 1 zu. Warten Sie nach den Änderungen 10 bis 15 Minuten, bevor Sie die Schema-Erweiterung erneut ausführen. Sind die Werte nicht vorhanden, erstellen Sie diese als Dword.

Windows Server 2008 R2

Auf dem Exchange-Server müssen Sie wie erwähnt auch die Verwaltungstools für Active Directory installieren. Wollen Sie Smartcards zur Authentifizierung einsetzen, laden Sie sich noch die Aktualisierung von der Seite [1] herunter. Für eine typische Installation oder der Installation der Serverrollen Hub Transport oder Mailbox benötigen Sie das Microsoft Filter Pack. Dieses finden Sie auf der Seite [2]. Die Installation besteht aus wenigen Klicks und erfordert keinerlei Eingaben. Als Nächstes öffnen Sie auf dem Server die Powershell und geben den Befehl »import-Module ServerManager« ein. Für eine typische Installation geben Sie den Befehl aus Listing 1 ein, um die notwendigen Serverrollen und -funktionen zu installieren.

Listing 1

Serverrollen und -funktionen installieren

 

Sie müssen die verschiedenen Features natürlich nicht über die Powershell installieren, sondern können auch den Server-Manager verwenden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Features einzeln zu installieren. Starten Sie die Installation von Exchange Server 2010 SP1, können Sie notwendige Features auch über die Installationsoberfläche von Exchange installieren lassen. Die notwendigen Features vorher zu installieren, ist aber wesentlich sauberer.

Nach dem Neustart des Servers melden Sie sich an und öffnen wieder eine Konsole der Windows Powershell. Geben Sie dann den Befehl

Set-Service NetTcpPortSharing -StartupType Automatic

ein. Führen Sie anschließend über die Systemsteuerung ein Windows-Update durch, damit der Server über alle notwendigen Updates verfügt.

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