Was das Backup wert war, erweist sich, sobald man es versucht ganz oder teilweise wiederherzustellen. Spätestens dann macht sich die Wahl des richtigen Tools ... (mehr)

SOAP über HTTP

Der Zarafa-Server speichert sämtliche Informationen in einer MySQL-Datenbank, auch E-Mails und Attachments, und behandelt sie ebenso wie Bilder in Kontakten als Large Objects (Lob). Der Vorteil ist, dass für ein vollständiges Backup der Datenbank im Prinzip ein SQL-Dump genügt. Mancher Admin mag es aber auch als Nachteil ansehen, dass er ohne Datenbank keinen Zugriff auf E-Mails hat. Bei größeren Installationen lassen sich Anhänge auch außerhalb der Datenbank in einem Verzeichnis auf der Festplatte speichern, was die Belastung der Datenbank verringert und sich daher bei großen Setups empfiehlt. Anhänge sind dann separat zu sichern.

Wird ein neues Element in der Groupware erstellt, läuft in der Datenbank stets eine beträchtliche Anzahl von SQL-Operationen ab, sodass quasi fortlaufend Anfragen an die Datenbank gerichtet werden, was den Server je nach Größe des Setups entsprechend beansprucht. Allerdings legt Zarafa häufig angefragte Daten in einem Cache ab, um Lesezugriffe auf die Datenbank kleinzuhalten. Damit lassen sich häufig genutzte Daten an den Client senden, ohne dass zuvor die Datenbank konsultiert werden muss.

Zarafa zu installieren, ist dank des mitgelieferten Installers kein großes Problem. Wer neu installiert, schafft zunächst die Voraussetzungen, indem er, sofern nötig, Apache2 mit PHP-Unterstützung und MySQL installiert, entpackt dann das Installationsarchiv »zcp-7.0.0rc1-2xxxxxx-free.tar.gz« in einem beliebigen Verzeichnis mit Schreibrechten, wechselt ins entsprechende Unterverzeichnis »zcp-7.0xxxx« und führt das Skript »sudo ./install.sh« aus. Dieses wiederum installiert alle benötigten Pakete und bestückt die Server-Konfigurationsdatei »/etc/zarafa/server.cfg« mit Defaultwerten. Allein beim Passwort des MySQL-Nutzers ist darauf zu achten, das eigene Passwort einzutragen.

User-Plugins

Außerdem muss der Admin eine Entscheidung bezüglich des zu verwendenden User-Plugins treffen. Den zugehörigen Wert muss er in »/etc/zarafa/server.cfg« bei »user_plugin« eintragen. Default ist »db« , womit Zarafa sämtliche Benutzerinformationen selbst verwaltet und in der Datenbank ablegt. Als Alternativen stehen »ldap« , »unix« und bei der Enterprise-Version »ldapms« (Multiserver-Setup) zur Verfügung. Zarafa unterstützt das Verändern von Benutzer- und Gruppeninformationen allerdings nur beim DB-Plugin. Beim Unix-Plugin kann der Admin nur ausgewählte Eigenschaften anpassen. Mit dem LDAP-Plugin hält Zarafa sämtliche Informationen mit einer vorhandenen LDAP-Datenbank synchron.

Nur das Datenbank-Plugin funktioniert ohne weitere Konfiguration. Ubuntu-Nutzer können das aktuelle Release (6.40) übrigens auch aus den Ubuntu-Partner-Repositories installieren und anschließend ein Upgrade auf ZCP 7 vornehmen. Wurden die Partner-Repositories aktiviert, lässt sich Zarafa 6.40 einfach mit

sudo apt-get install zarafa zarafa-licensed libvmime0  libica0

installieren. Das Paket »zarafa-licensed« gewährt bei der Community-Edition Outlook-Connections für drei User. Wer nur die Community-Version installiert, kann das Paket auch weglassen. Wer manuell installiert (»dpkg -i zarafa*.deb« ) muss die Server-Konfigurationsdatei »/etc/zarafa/server.cfg« selbst bearbeiten. Auch dort ist gegebenenfalls das MySQL-Passwort einzutragen. Die weitere Konfiguration ist für Zarafa 6.40 und ZCP 7 weitgehend identisch.

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