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Libvirt-VMs importieren

Wer bereits einen KVM-Hypervisor im Einsatz hat, kann auch bestehende Libvirt-VMs importieren. Archipel stellt dazu das Kommandozeilenwerkzeug »archipel-importvirtualmachine« zur Verfügung. Zuvor ist allerdings ein laufender Archipel-Agent zu stoppen. Die Syntax des Tools ist Folgende:

archipel-importvirtualmachine --file=sqlite3DB --uuid=aUUID --xmppserver=aServer--name=aName [--password=aPassword]

Dabei ist ist »--file« die Sqlite3-DB-Datei des Hypervisors. Der Wert findet sich bei »hypervisor_database_path« in »/etc/archipel/archipel.conf« . Die »--uuid« ist die Libvirt-UUID der existenten virtuellen Maschine, »--xmppserver« steht für den aktuellen Archipel-XMPP-Server. Hinter »--name« folgt der Name für die VM und ein optionales Zugriffs-Passwort.

Fazit

Antoine Mercadals Archipel ist ein äußerst vielversprechendes grafisches Werkzeug zum Verwalten virtueller Libvirt-Maschinen. Das Konzept geht weit über das hinaus, was andere Libvirt-GUIs (siehe Kasten "Weitere Libvirt-GUIs") bisher bieten und verspricht, eine universelle Management-Konsole für beinahe beliebige virtuelle Maschinen in der Cloud zu werden. Archipel kann beispielsweise den Status laufender virtueller Maschinen in Echtzeit visualisieren und bietet innerhalb der Oberfläche die Möglichkeit, in Echtzeit Befehle an die beteiligten VMs abzusetzen oder untereinander via XMPP zu kommunizieren. Darüber hinaus lassen sich VMs und Hypervisor(s) in Gruppen organisieren. Auf diese Weise bietet Archipel eine homogene Verwaltungsinstanz für Virtualisierungslösungen wie KVM, Xen, Open VZ, Virtualbox.

Das vollständig in Javascript realisierte Web-Interface beeindruckt schon jetzt durch sein modernes Look-and-Feel und lädt zum Experimentieren ein. Während Features wie die bereits implementierte Geo-Lokalisierung virtueller Maschinen im Unternehmens-Netz oder das Kommunikations- und Nachrichtensystem bereits gut funktionieren, gestaltet sich die Inbetriebnahme derzeit noch etwas holprig. Der von uns gewählte Weg via Pypi unter Verwendung von Standard-Konfigurationen für Jabber-Server, Webserver und Archipel-Agent genügt zwar für einen ersten Eindruck, wird aber den Anforderungen an eine Produktivumgebung noch nicht ganz gerecht. (ofr)

Agenten-Konfiguration

Zwar stellen die Archipel-Entwickler eine Basis-Konfigurationsdatei für den Archipel-Agent zur Verfügung, diese ist allerdings mindestens in den folgenden Punkten vom Admin an die eigenen Wünsche anzupassen:

  • »xmpp_server« : Hostname des Ejabberd-Servers (nicht die IP-Adresse).
  • »archipel_root_admins« : Gibt es mehr als einen Admin-XMPP-Acount für Archipel, lassen sich die verschiedenen JIDs hier komma-separiert angeben.
  • »machine_ip« : Der Parameter ist per Default mit »auto« belegt, was allerdings in der Praxis zu Problemen führte. Besser ist es, hier die IP-Adresse des Hypervisors manuell einzutragen.
  • »hypervisor_xmpp_jid« : Hier ist die JID des Hypervisors einzutragen.
  • »qemu_img_bin_path« : Der Pfad zum Qemu-Img-Binary ist meist korrekt. Es genügt normalerweise, die Einstellung zu überprüfen.
  • »use_xmlrpc_api« : Sollte auf »True« gesetzt sein, um das Ejabberd-XMLRPC-API verwenden zu können. Das setzt allerdings voraus, dass das Ejabberd-XMLRPC-Modul installiert ist. Dann muss man auch die entsprechenden Werte für »xmlrpc_host« , »xmlrpc_password« und »xmlrpc_user« setzen.

Weitere Libvirt-GUIs

Archipel beschränkt sich als ausgewachsene Management-Konsole nicht nur auf einen Hypervisor-Host und unterstützt eine ganze Palette von Virtualisierungs-Lösungen, sofern Libvirt sie unterstützt. Wer nicht auf das finale Release warten möchte, findet im Open-Source-Umfeld weitere Benutzeroberflächen für KVM/Qemu, Xen oder Open VZ.

  • Aqemu, [http://sourceforge.net/projects/aqemu/]: Eine sehr ausgereifte, fortgeschrittene Qt-Oberfläche zum Einrichten und Verwalten von KVM/Qemu-VMs im Stil von VMware Workstation. Aqemu lässt sich unter Debian und Ubuntu via Paketmanagement durch Auswahl des Pakets »aqemu« installieren.
  • Qemulator, [http://qemulator.createweb.de/de/]: Noch eine grafische Benutzeroberfläche für KVM- oder Wemu-VMs. Qemulator kann unter Debian und Ubuntu via Paketmanagement über das Paket »qemulator« installiert werden.
  • QtEmu, [http://qtemu.org]: Eine weitere Qt4-Oberfläche für Qemu. Auch diese GUI lässt sich unter Ubuntu leicht durch Auswahl des Paketes »qtemu« installieren.
  • JQEMU, [http://www.exprofesso.com/jqemu/]: Eine Java-Oberfläche für Qemu, die sich noch in der Entwicklung befindet. Derzeit läuft JQEMU unter Linux mit JRE/JDK 1.4 oder höher, beherrscht allerdings nur die Optionen der Qemu-Version 0.8.0.
  • Qemu Launcher, [http://download.gna.org/qemulaunch]: Auch der Qemu Launcher bietet eine GUI zum Einstellen der Qemu-Optionen. Ubuntu 11.04 bringt das Paket »qemu-lauchner« derzeit nur in der Version 1.7.4 mit. Es empfiehlt sich allerdings, die aktuelle Version 1.8.0 zu verwenden.
  • Open QEMU Manager, [http://sourceforge.net/projects/openqemumanager/]: Open QEMU Manager bietet eine Weboberfläche zum Verwalten von virtuellen Qemu/KVM-Maschinen.
  • QwebMon, [http://research.xlab.si/index.php?option=com_content&task=view&id=107&Itemid=142]: Eine Webapplikation zum Verwalten von virtuellen Maschinen, die sich aber noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet.
  • Enomalism, [http://www.enomalism.com]: Realisiert eine Weboberfläche zur VM-Verwaltung auf einem oder mehreren Hosts.
  • Xenner, [http://kraxel.fedorapeople.org/xenner]: Das Tool Xenner ermöglicht die Ausführung von Xen-Gastmaschinen unter KVM.
  • ConVirt, [http://www.convirt.net]: Das früher unter dem Namen Xenman entwickelte Paket ist ein in Python geschriebenes grafisches Management-Werkzeug für KVM und Xen.
  • Proxmox Virtual Environment, [http://pve.proxmox.com]: Das Proxmox Virtual Environment ist eine auf Debian basierende 64-Bit-Linux-Distribution, die als Virtualisierungsplattform ausgelegt ist, sich als Appliance um das Aufsetzen eines KVM-Hypervisors kümmert und gleichzeitig eine Web-GUI zum Verwalten von KVM und Open VZ zur Verfügung stellt. Proxmox eignet sich auch zum Aufbau eines VM-Clusters, in dem der Admin die Open-Source-Lösung auf mehreren Hosts installiert.

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