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Zarafa und Univention

Für die weitere Vorgehensweise wird vorausgesetzt, dass ein UCS DC Master bereits installiert ist und läuft, wie etwa unter [2] beschrieben. Das Konfigurieren eines Zarafa-Setups ist dann in Prinzip kein großes Problem und in [1] und [3] sowie auf der Zarafa-Seite [4] hinreichend erläutert. Als Fundament kann jede der von Zarafa unterstützen Linux-Distributionen dienen. Die Installation gelingt dank des mitgelieferten Installer-Skripts nahezu überall problemlos, sofern die wichtigsten Voraussetzungen wie das Vorhandensein von Webserver und Datenbank erfüllt sind.

Wer neu installiert, entpackt das Installationsarchiv etwa der aktuellen Version »zcp-7.0.2-2xxxxxx-free.tar.gz« in einem beliebigen Verzeichnis mit Schreibrechten, wechselt dann ins entsprechende Unterverzeichnis »zcp-7.0xxxx« und führt dort das Installationsskript aus »sudo ./install.sh« . In dessen Verlauf bestückt das Skript unter anderem die Server-Konfigurationsdatei »/etc/zarafa/server.cfg« mit Default-Werten oder zeigt Werte an, die der Admin durch »[Enter]« übernehmen kann. Leider ist diese Vorgehensweise in Zusammenarbeit mit dem Univention Corporate Server nicht zu empfehlen, einerseits weil die Default-Konfiguration lediglich das DB-User-Plugin konfiguriert – das LDAP-Plugin erfordert ohnehin eine weitergehende Konfiguration – und andererseits, weil externe Paketquellen oder gar generische Installer die Integrität des Univentions Servers gefährden könnten. Außerdem verzichtet der Admin bei einer Zarafa-Standardinstallation auf sämtliche geschilderten Vorteile des zentralen Identity- und Infrastrukturmanagements des UCS, auch wenn sich die reine Groupware-Funtkionalität auf dieser Weise wohl gewährleisten ließe. Im Übrigen ist es beim UCS kaum empfehlenswert, wichtige Konfigurationsdateien etwa zur Postfix-Konfiguration selbst anzufassen oder durch ein externes Skript anfassen zu lassen, denn zur Umsetzung seines einheitliches Konfigurationsmanagement enthält der UCS seine Univention Configuration Registry (UCR), ein zentrales Tool zum Verwalten der lokalen Systemkonfiguration und damit eine Art Registrierungsmechanismus für Systemeinstellungen. Der Admin setzt hier einzelne Einstellungen ausschließlich durch UCR-Variablen. Das Verwalten der UCR-Variablen erfolgt dabei mithilfe des Kommandos »univention-config-registry« , oder dessen Alias »ucr« auf der Konsole oder alternativ mit dem UMC-Modul Univention Configuration Registry im Webbrowser. Das System aktualisiert dabei zahlreiche Standard-Konfigurationsdateien nach jeder Veränderung bestimmter auf sie registrierter UCR-Variablen.

zarafa4ucs

Dreh und Angelpunkt der Zarafa-Integration in UCS ist die Tatsache, dass Zarafa ebenfalls ein Single-Sign-On auf Basis von LDAP und Kerberos oder gegen einen existenten Active Directory Domain Controller unterstützt. Der Admin muss dafür entsprechende Suchanfragen in der »ldap.cfg« des Zarafa-Servers konfigurieren. Im Zentrum des folgenden Workarounds steht daher die Integration der LDAP-Schema-Erweiterung von Zarafa zum Speichern von Zarafa-Attributen im LDAP des UCS durch das Zarafa4ucs-Kit. Es wurde von der LINET Services GmbH in Braunschweig, einem Univention-Partner der ersten Stunde, zunächst zur eigenen Verwendung entwickelt, dann aber der Zarafa Community-Seite samt ausführlicher Dokumentation [6] [7] zur Verfügung gestellt.

Das Integrationskit »zarafa4ucs« installiert und konfiguriert Zarafa auf dem Univention Corporate Server (UCS) und kümmert sich dabei um das Einbinden der Groupware in das Managementsystem des UCS. Die LDAP-Anbindung besteht im Wesentlichen aus dem Erstellen eines Extended-Attributes im UCS. Das Integrationskit ist elegant als UCS-Paket realisiert und installiert Zarafa nicht nur inklusive aller benötigten Komponenten automatisch auf dem UCS, sondern sorgt außerdem dafür, dass der Admin Zarafa vollständig unter UCS verwalten kann.

Das Integrationspaket selbst besteht aus zwei Komponenten, nämlich den für Zarafa angepassten Schema-Erweiterungen für LDAP und einigen angepassten Konfigurationsdateien für den Betrieb auf UCS-Systemen. Die Zarafa-Pakete der Community-Version werden vom Integrationskit im Zuge der Installation aus einem eigens zur Verfügung gestellten Apt-Repository geholt. Für das Verwenden des Integrationspakets »zarafa4ucs« fallen keine zusätzlichen Lizenz-oder Maintenance-Gebühren bei Univention oder LINET Services an.

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