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Einfache Checks

Für das Beispiel soll das Auswählen des Eintrages »Simple Checks« genügen, womit der Zabbix-Server selbstständig, also ohne eigens installierten Agent, überprüfen kann, ob der Host zum Beispiel auf ICPM-Pings antwortet. Im Feld »Key« ist der zum gewählten Szenario (ICMP-Requests) passende interne Zabbix-Schlüssel einzutragen. Allerdings steht mit einem Klick auf »Select« eine entsprechende Auswahlliste zur Verfügung, die alle Schlüssel für Simple Checks auf einen Blick zeigt, sodass der Admin etwa den Eintrag »icmpping« schnell findet, womit im Feld Key der Eintrag

icmpping[<ip>,<count>,<interval>,<size>,<timeout>]

erscheint. Wer die angebotenen Optionen für einen ersten Test nicht benötigt, entfernt die Optionsliste inklusive der eckigen Klammern. Abschließend wählt man im Drop-down-Menü bei »Status« den Eintrag »Active« . Erwähnenswert ist noch das Feld »New application« . Zabbix meint mit »application« stets eine Gruppe von Items, die es als Einheit betrachtet. Im Beispiel-Szenario bietet sich hier etwa die Bezeichnung »Verfügbarkeit« an. Bei den übrigen Feldern kann man getrost die Default-Werte übernehmen und die Item-Definition mit »Save« abschließen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Nach erfolgreicher Definition und Aktivierung eines Items erscheint es in der Item-Liste.

Ob Zabbix die in der Item-Definition in Auftrag gegebenen Messwerte tatsächlich einsammelt, kann der Administrator leicht prüfen, indem er ausgehend vom Hauptmenü auf »Monitoring | Latest Data« klickt und den Description-Tree bei »verfuegbarkeit (1 items)« mit einem Klick auf das Pluszeichen entfaltet. Je nach eingestelltem Intervall sollte ein Neuladen der Seite nach 30 oder 60 Sekunden das erwartete Ergebnis liefern.Sammelt Zabbix die Werte des eben eingerichteten Items korrekt ein, kann sich der Admin der Konfiguration von Triggern zuwenden, wozu erneut das Menü »Configuration | Hosts« als Ausgangsbasis dient. Hierzu klickt der Admin in der Hostliste in der Spalte »Triggers« auf den zugehörigen Link. Zu Beginn ist die Liste der Trigger erwartungsgemäß leer.

Das Anlegen eines neuen Triggers erfolgt mit »Create Trigger« . Der Dialog »CONFIGURATION OF TRIGGERS« (Abbildung 3) erwartet ganz oben wieder einen aussagekräftigen Namen. Der Admin sollte bei dessen Wahl bedenken, dass der Name auch gleichzeitig die Betreffzeile für die beim Auslösen des Triggers versendete E-Mail ist, etwa "Ping gescheitert – Host nicht verfügbar". Das Eintragen des betreffenden Host-Namens als Trigger-Name ist hier nicht nötig.

Abbildung 3: Das Anlegen von Triggern ist die Basis für das Einrichten der Alarmierungsfunktion.

Mit einem Klick auf »Add« legt er dann die zugehörige »Expression« an. Sie definiert, unter welchen Bedingung der Trigger den Status wahr oder falsch annimmt, und ist im Prinzip ein Vergleich des momentanen Wertes des Items mit einem vorgegebenen Schwellwert. Mit einem Klick auf »Select« wählt der Admin zunächst den Eintrag aus der Items-Liste im Popup-Fenster aus. Ist diese relativ lang, muss der Admin darauf achten, auch den richtigen Eintrag zu erwischen.

Auswahlhilfe

Wie gehabt, engt der Admin zuvor die Item-Liste auf dem betreffenden Host ein, indem er oben rechts zuerst die betreffenden Host-Gruppe beziehungsweise den betreffenden Host explizit auswählt. Das ist eigentlich zunächst verwirrend, weil ja die gerade vorzunehmende Trigger-Definition explizit für diesen Host erfolgt, was auch an der URL-Zeile des Expressions-Dialoges gut zu erkennen ist. Unter Zabbix ist es aber trotzdem möglich, Items anderer Hosts für den Trigger zu benutzen. In den meisten Fällen dürfte es sich aber um den gleichen Host handeln.

Das Feld »Item« enthält im Beispiel den Eintrag »Einfacher Ping Test.« Der Eintrag bei »Function« steht per Default auf »Last value = N,« was der Admin im Beispiel unverändert übernehmen kann und bedeutet, dass der Trigger den Status "wahr" annimmt, sobald der letzte ermittelte Wert des Items »Einfacher Ping Test« »N« (Null) war. Dass »N« dem Wert Null (0) entspricht, definiert der Admin ganz unten im Feld »N« . Mit einem Klick auf »Insert« ist die Expression definiert, und der Admin landet wieder im Trigger-Dialog. Hier muss er nur noch die Dringlichkeit des Triggers mithilfe des Listenauswahlfeldes »Severity« klassifizieren etwa »Information« oder »Warning« .

Zum Fertigstellen des Triggers genügt ein Klick auf »Save« . Die Trigger-Liste enthält anschließend den eben definierten Trigger. In der Spalte »Error« sollte ein grünes Häckchen signalisieren, dass die Definition erfolgreich war. Der Status des Triggers lässt sich anschließend jederzeit ausgehend vom Hauptmenü unter » Monitoring | Triggers« einsehen. Dabei ist darauf zu achten, mithilfe der Listenauswahlfelder »Host« oder »Group« die richtigen Filter zu setzen, damit Zabbix die eben definierten Filter auch anzeigt. Wenn der zu überwachende Host online ist, sollte der Status des eben angelegten Triggers auf »OK« stehen. Trennt der Admin den Testhost vom Netz, wechselt dessen Status auf »Problem« .

Die Abbildung zeigt außerdem zwei Trigger mit Problem-Status für den Zabbix-Server, die daraus resultieren, dass in der getesteten Appliance noch nicht alle überwachten Dienste konfiguriert sind.

Um beim Eintreten eines Triggers eine E-Mail versenden zu können, muss der Admin einen Mail-Server und eine Aktion definieren. Zum Einrichten des Mail-Servers dient das Menü »Administration | Mediatypes« . In der Spalte »Description« stehen bereits Email, Jabber und SMS zur Verfügung.

Um das Versenden einer E-Mail im Trigger-Fall einzurichten, klickt der Admin auf den Link »Email« und überschreibt dann die Default-Werte für SMTP-Server, Helo-String und »SMTP email« mit den gewünschten Werten.

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