Patente Sache?

NAS-Speicher mit einer Kapazität von einigen Dutzend Terabyte, wie sie sich für mittelständische Anwender eignen, nimmt die ADMIN-Redaktion in der Ausgabe ... (mehr)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die Spatzen pfeifen's von den Dächern: Das Handy ist der PC der Zukunft. Hier sind jetzt die Abermilliarden zu holen, die IT-Giganten in den letzten Jahrzehnten im PC-Geschäft verdient haben. Die Auswirkungen der Entwicklung sind überall zu sehen: Security-Firmen schüren Paranoia vor Schadsoftware, die auf Mobiltelefonen grassieren soll, und liefern dafür den passenden Schutz. Hersteller von Telefonen und Betriebssystemen bekriegen sich in Gerichtsverfahren um Patente bis aufs Blut.

Auch Oracle wollte einst im Mobilfunkmarkt mitmischen, kam kürzlich im Verfahren gegen Google heraus, in dem es um das "geistige Eigentum" an der Programmiersprache Java geht. Früher war die Micro-Edition von Java einmal eine halbwegs populäre Plattform zur Handy-Programmierung, aber seitdem Android über Nacht den Mobilfunkmarkt umgekrempelt hat, ist davon nicht mehr viel zu hören.

Oracle, das die Rechte an Java mit der Firma Sun erworben hat, kann das nicht gefallen. Zuerst bedrohte es Google mit Patenten, die aber zum Großteil von den Richtern verworfen wurden, dann versuchte Oracle eine neue Strategie. Da Google nicht einfach den Quellcode von Java – das sowieso unter einer mehr oder weniger freien Lizenz steht – kopiert, sondern Teile der Java-API neu implementiert hat, wollte Oracle das Copyright auf die Spezifikation einer API anwenden. Hat Oracle damit Erfolg, ist die Software-Welt um eine Erfahrung reicher, die dann jede freie Implementation einer API unmöglich macht.

Oracle hat damit Erfahrung, mit dem "geistigen Eigentum" anderer Geschäfte zu machen. Die Firma vermarktet selbst eine Linux-Distribution, die im Wesentlichen aus Red Hat Enterprise Linux besteht. Ausgetauscht wurden nur die Verweise auf "Red Hat", wozu Oracle sogar verpflichtet ist, denn diese Marke hat Red Hat geschützt. Oracles Praxis ist Red Hat ein Dorn im Auge, während die Linux-Firma nach eigenen Worten nichts gegen freie Distributionen wie CentOS hat, die dasselbe tun.

Vielleicht ist es eine Konsequenz oder nur eine Begleiterscheinung der Popularität von Open Source: Wenn der Quellcode offenliegt, müssen eben andere Waffen her, die verfeindete Parteien gegeneinander in Anschlag bringen. Ohne den Beistand eines Rechtsanwalts Software zu entwickeln, scheint aber dank Software-Patenten und API-Copyrights heute bereits unmöglich zu sein.

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Ausgabe /2019