Die Netshell optimal nutzen

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Schweizer Netzwerkmesser

Windows bietet viele Möglichkeiten für die Netzwerkkonfiguration in der grafischen Oberfläche. Wer aber alle Funktionen ausloten möchte, muss auf der Kommandozeile die Netshell nutzen. Sie ermöglicht die Konfiguration diverser zusätzlicher Parameter des TCP/IP-Stacks und der Netzwerkdienste.
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Die Netshell ist seit Windows 2000 fester Bestandteil jeder Windows-Version. Sie basiert auf einem Kernprogramm, das sich durch sogenannte Netshell-Helper erweitern lässt. Diese Helper sind Bibliotheken (DLL-Dateien), die über die Netshell-API auch erweitert werden können. Mit der Netshell können Sie zum Beispiel die folgenden Aufgaben erledigen:

  • Netzwerkschnittstellen konfigurieren
  • Windows-Firewall konfigurieren
  • Anzeigen diverser Netzwerk-Parameter
  • Konfiguration von Netzwerkdiensten
  • IPv6 konfigurieren

Die Netshell steht sowohl auf Client- als auch auf Servervarianten von Windows zur Verfügung. Wird auf einem Windows-Server ein zusätzlicher Netzwerkdienst, wie DHCP installiert, stellt Windows in einigen Fällen einen entsprechenden Netshell-Helper bereit, um diese Komponente über Netshell steuern zu können.

Sie können die Netshell auf zwei Arten verwenden. Zum einen ist es möglich, jedes Netshell-Kommando komplett in einer Zeile aufzurufen. Dies bietet sich insbesondere für Batch-Skripts an. Alternativ stellt die Netshell eine interaktive Umgebung bereit, in der Sie Befehle eingeben können. Diese Variante stellt umfassende Hilfen bereit, um sich auch als Einsteiger zurechtzufinden.

Sie gelangen in diese Umgebung durch Eingabe von »netsh« in der Eingabeaufforderung. Beachten Sie unter Windows Vista und Windows 7, dass die Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten aufgerufen werden muss, wenn Sie in der Netshell die Systemkonfiguration ändern möchten.

Auf den Kontext kommt es an

Bei der Arbeit mit dem Programm ist es wichtig, die Struktur der Netshell zu verstehen, die auf Kontexten basiert, die die die einzelnen Netshell-Helper repräsentieren. Jeder Kontext bezieht sich auf eine bestimmte Netzwerk-Funktionalität wie zum Beispiel IP-, Firewall-, IPSec- oder DHCP-Client-Konfiguration. Abbildung 1 zeigt die Ausgabe der Hilfe-Funktion, die zu jeder Zeit durch Eingabe des Fragezeichens »?« aufgerufen werden kann.

Abbildung 1: Die interaktive Netshell bietet eine eingebaute Hilfe-Funktion.

In der interaktiven Oberfläche können Sie zwischen den einzelnen Kontexten wechseln. Welche Kontexte zur Verfügung stehen, zeigt die untere Sektion der Hilfeausgabe mit dem Titel »Folgende Unterkontexte sind verfügbar« . In der Hilfe finden Sie darüber hinaus alle Befehle, die grundsätzlich und im jeweiligen Kontext verfügbar sind. Die Liste der Befehle enthält auch diejenigen Kommandos, die in einen anderen Kontext führen.

Orientierungshilfe

Der Netshell-Prompt zeigt den jeweiligen Kontext an. Wechseln Sie zum Beispiel durch Eingabe von »interface« in den Interface-Kontext, gibt der Prompt »netsh interface>« aus. Die Ebenen sind hierarchisch gegliedert. Innerhalb eines Kontextes können Sie in den Unterkontext eines Befehls wechseln. So bietet zum Beispiel der Kontext »Interface« den Befehl »ipv4« . Auch hier zeigt der Prompt mit »netsh interface ipv4>« die Ebene an. Durch Eingabe von zwei Punkten »..« gelangen Sie in die jeweils übergeordnete Ebene. Analog zur Windows-Eingabeaufforderung können Sie durch die Cursor-auf- und Cursor-ab-Tasten durch die Befehlshistorie navigieren.

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