KVM etabliert sich als Standardlösung zur Virtualisierung unter Linux. Der ADMIN-Schwerpunkt hilft beim Bau virtueller Linux-Maschinen, stellt das ... (mehr)

Ubuntubau

Der Zentyal Server richtet sich an Unternehmen kleiner bis mittlerer Größe und stellt als Alternative zum Microsoft SBS zahlreiche via Webinterface administrierbare Funktionen aus den Bereichen Routing/Gateway, Netzwerkinfrastruktur, Kollaboration (zum Beispiel Zarafa), Sicherheit und Kommunikation zur Verfügung. Die Installation basiert auf dem Ubuntu-Installer, verzichtet aber auf dessen grafische Variante. Ubuntus Alternate-Installer erwartet mit Ausnahme der Angabe eines Benutzerkontos für den Systemuser sowie des Hostnamens und des gewünschten Tastatur-Layouts keine weitere Interaktion.

Das Boot-Menü bietet als Alternative zum Standard-Modus auch einen Experten-Modus an, mit dem erfahrene Linux-Nutzer etwa bei der Apt-Konfiguration Ubuntu-Repositories einbinden, aktualisierte Ubuntu-Pakete von einem Netzwerkspiegel holen oder die Festplatte manuell partitionieren können. Optional gibt es im Bootmenü für beide Varianten Einträge zum Installieren der Subskriptions-Versionen.

Nach dem Reboot öffnet sich dank automatischem Login am Ubuntu-System ein Firefox-Fenster mit der Login-Seite der Zentyal-Administrationsoberfläche, in dem sich der Admin mit dem während der Installation angelegten Systembenutzer anmeldet. Alternativ ist die Verwaltung von einem beliebigen Host im Netz über HTTPS möglich. Nach dem ersten Login zeigt das System zunächst eine Übersicht der verfügbaren Paketgruppen. Klick der Admin auf eines der fünf großen Icons am oberen Bildschirmrand, färbt die GUI thematisch zusammengehörige Paketgruppen ein. Der Admin kann die benötigten Pakete aber beliebig kombinieren und falls gewünscht auch gleichzeitig installieren, darunter auch die freie Zarafa-Version.

Maßgeschneidert

Ein Klick auf »Installieren« zeigt zunächst eine Übersicht der zu installierenden Pakete/Paketgruppen, die noch einmal mit »OK« zu bestätigen ist, bevor Zentyal mit der Installation beginnt. Dieser erste Vorbereitungsschritt nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, ist aber praktisch, weil der Admin so einen individuell konfigurierten SBS zusammenbauen kann. Die meisten Pakete sind praxistauglich vorkonfiguriert und erfordern keine weitere Konfiguration. Es gibt aber Ausnahmen, wie etwa die Konfiguration der Netzwerkinterfaces. Bei der Wahl des Server-Typs ist ein Nutzereingriff vonnöten, denn Zentyal bietet neben dem Szenario "Standalone-Server" auch eines für den rollenbasierten Multiserver-Betrieb, soll der Zentyal Server etwa als (Backup) Domain Controller in einer Active-Directory Domäne fungieren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Benutzer verwaltet Zentyal selbst oder übernimmt sie von LDAP oder Active Directory.

Im Rahmen der MTA-Konfiguration kann der Administrator auch die zu verwendende Mail-Domain festlegen. Zum Abschluss der Paket-Installation besteht erwartungsgemäß die Möglichkeit, eine Subscription zu registrieren. Die Subscriptions erschließen wie erwähnt nicht nur den Hersteller-Support, sondern stellen auch erweiterte Funktionen zur Verfügung, wie etwa die Sicherung der Konfiguration in der Zentyal-Cloud, die Bereitstellung einer Subdomain »zentyal.me« für das direkte Adressieren des Servers oder ein Remote-Monitoring der wichtigsten Betriebsparameter.

Nach dem Speichern der Änderung gelangt man mit einem Klick auf »Back to Dashboard« auf der Übersichtseite des Konfigurationsinterfaces. Dieses zeigt zwar auf den ersten Blick eine Fülle an Informationen, man findet sich aber schnell zurecht. Ein Klick auf den Link »Sicherheitsupdates« im Bereich »Allgemeine Informationen« sorgt zunächst für die Aktualisierung des Ubuntu-Fundamentes. Die Bedienung des Webinterface ist weitgehend intuitiv. Leider ist die während der Installation des Basissystem gewählte Lokalisierung noch nicht durchgängig und gelegentlich recht originell eingedeutscht, etwa IDS mit "Eindringling Erkennungs System". Außerdem bewegt sich das durchaus ansehnliche Webinterface bei der Bedienbarkeit auf dem Niveau von Webmin und ist völlig Ajax-frei, erfordert also immer ein komplettes Neuladen der einzelnen Seiten. Die schon bei der Paketauswahl angebotene Gruppierung mit »UTM« , »Gateway« , »Infrastructure« , »Office und Communications« schlägt sich im Navigationsbereich links nieder. Der erste Eintrag »Übersicht« des Core-Bereichs ganz oben, der unter anderem die Netzwerkkonfiguration beherbergt, führt ins Dashboard (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Dashboard gibt nicht nur eine Übersicht über den momentanen Zustand von Server und laufenden Diensten. Letztere lassen sich von hier auch steuern.

Dort findet der Admin unter anderem den Bereich »Status des Moduls« , der zeigt, welche Dienste der Zentyal-Server verwaltet. Nicht gestartete Module lassen sich unter »Core | Status des Modusl« aktivieren. Ferner ist es unter »Core | Softwareverwaltung« möglich, weitere Komponenten nachzuinstallieren.

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Google+

Ausgabe /2019